CH-Schluss: Abgaben nach weiterer Eskalation in der Ukraine

CH-Schluss: Abgaben nach weiterer Eskalation in der Ukraine

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Dienstag nach mehreren Vorzeigewechseln den Handel mit Verlusten geschlossen. Wie das Damoklesschwert hängt die weitere Entwicklung in der Ukraine über den Aktienmärkten und sorgte bis zum Schluss für ziemlich deutliche Abgaben an den Aktienmärkten. Nach den jüngsten Meldungen, wonach ukrainische Regierungstruppen gegen die Separatisten im Osten des Landes vorgehen und es Tote gegeben habe, wurden Befürchtungen über einen Bürgerkrieg am Markt herumgereicht.

Daneben leisteten schwache Konjunkturdaten aus den USA den Abgaben Vorschub. Zwar zogen die Verbraucherpreise in den USA im März leicht fester an als von Ökonomen erwartet, für Enttäuschung sorgte aber der Empire State Index, welcher im April auf den tiefsten Stand seit November 2013 fiel, sowie der weiterhin nicht vom Fleck kommende Häusermarkt für zurückhaltende Stimmung.

Am Schluss büsste der Swiss Market Index (SMI) 0,39% auf 8’280,53 Punkte ein. Der gekappte Swiss Leader Index (SLI) sank um 0,50% auf 1’265,43 Punkte und auch der breite Swiss Performance Index (SPI) gab um 0,29% auf 8’101,86 Punkte nach. Von den 30 wichtigsten Titeln schlossen 19 im Minus und elf im Plus.

Mit Roche (GS: -0,4%) legte einer der grösstkapitalisierten Blue Chips seine Zahlen für das erste Quartal auf den Tisch. Dabei verzeichnete der Pharmakonzern einen leichten Rückgang beim Umsatz, was vom Unternehmen mit Währungseffekten begründet wurde. Analysten sprachen trotzdem von einer ansprechenden Umsatzentwicklung. Die veröffentlichten Umsatzzahlen lägen zwar über den jeweiligen Konsensschätzungen, dies aber nicht zuletzt aufgrund eines besser als erwarteten Absatzes mit dem in die Kritik geratenen Grippemedikament Tamiflu, hiess es am Markt. Die anfänglichen Gewinne schmolzen aber bis am Schluss gänzlich dahin.

Gestützt wurde der Markt über weite Strecken durch die Gewinne in den beiden anderen SMI-Schwergewichten: Novartis (-0,3%) und Nestlé (-0,2%). Bis zum Schluss lagen aber auch diese beiden Titel im Minus. Der Nahrungsmittelkonzern Nestlé hatte ebenfalls Einblick in den Geschäftsverlauf der ersten drei Monate gewährt und dabei das organische Wachstum, die für den Konzern wichtigste Kennzahl, ausgebaut. Damit übertraf das Unternehmen die Markterwartungen. Zudem wurde der Ausblick bestätigt.

Nach einem Höhenflug zum Handelsstart kamen auch die Gewinne bei Sika (+0,2%) bis zum Schluss deutlich zurück. Der Bauchemie- und Klebstoffhersteller erzielte in den ersten drei Monaten 2014 deutlich mehr Umsatz und übertraf die Markterwartungen leicht. Die ZKB erhöhte in der Folge das Rating für die Aktien auf „Marktgewichten“ von zuvor „Untergewichten“. Die Zahlen hätten über den Erwartungen gelegen, weshalb die Umsatzschätzungen und auch die Gewinnschätzungen für 2014 erhöht würden, schreibt der zuständige Analyst. Deutlich Gewinne verzeichneten am Berichtstag einzig Transocean (+2,6%) und Schindler PS (+1,2%).

Angesichts der eskalierenden Lage in der Ukraine drehten die meisten Titel ins Minus, allen voran Zykliker. Grössere Abgaben verzeichneten Clariant (-2,4%), Lonza (-2,0%) oder Dufry (-1,5%). Aber auch viele Finanztitel wie Bâloise (-1,5%), Swiss Life (-1,4%), Julius Bär (-1,3%) oder UBS (-0,8%) mussten Verluste hinnehmen.

Die grössten Abgaben verzeichneten Swiss Re (-10,0%; 8,15 CHF). Die Papiere des Rückversicherers wurden allerdings mit einem Dividendenabschlag von 8,00 CHF gehandelt.

Am breiten Markt legten nach Zahlen Burkhalter (+2,8%), Sulzer (+1,9%), GAM und Hügli (je +1,3%) zu, Feintool und Orascom schlossen auf dem Vortagesschlusskurs.

Vontobel hatte das Kursziel für Hügli in positive Revision genommen. Zu Sulzer schrieb ein ZKB-Analyst, das Unternehmen habe jüngst nicht mit positiven Meldungen aufwarten können, weshalb das über der Konsenserwartung liegende Quartalsergebnis positiv aufgenommen werde.

Die erstmals an der Schweizer Börse gehandelten Aktien der Online-Reisefirma Bravofly Rumbo schlossen bei 44,50 CHF und damit deutlich unter dem Ausgabepreis von 48 CHF.

Die Papiere des Biotechnologie-Unternehmens Cytos erholten sich etwas von den Verlusten des Vortages, als die Aktien beinahe wertlos aus dem Handel gegangen sind. Nun kosten Cytos 0,23 CHF. Vor dem Einbruch zu Wochenbeginn kostete eine Cytos-Aktie rund 3 CHF. Das Unternehmen steht vor dem Aus nachdem auch der letzte Hoffnungsträger – der Impfstoff CYT003 zur Behandlung von moderatem bis schwerem Asthma – in einer Phase-2b-Studie keinen Erfolg gezeigt hat. (awp/mc/pg)

SIX Swiss Exchange

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