CH-Schluss: SMI verliert 0,07% auf 9130,60 Punkte

CH-Schluss: SMI verliert 0,07% auf 9130,60 Punkte

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat den Handel am Gründonnerstag vor dem verlängerten Osterwochenende beinahe unverändert abgeschlossen. Der Leitindex SMI fand während der gesamten Sitzung keine klare Richtung und pendelte mal mehr und mal weniger stark um die Nulllinie. Die Anleger hielten sich vor dem am Karfreitag zur Veröffentlichung anstehenden US-Arbeitsmarktbericht zurück und entsprechend ruhig verlief der Handel. Während die Wall Street bereits am Ostermontag auf die Arbeitsmarktdaten reagieren kann öffnet die Schweizer Börse ihre Tore erst wieder am Dienstag.

Am Berichtstag gaben überraschend wenig Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe eine positive Indikation für den Jobs Report. Ausserdem fiel das Februar-Handelsbilanzdefizit der USA tiefer und die Industrieproduktion besser als erwartet aus. All das hatte aber wenig Einfluss auf das Börsengeschehen. Ebenso wenig wie das am Nachmittag veröffentlichte Protokoll zur Zinssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) im März. Darin verteidigten die Währungshüter die milliardenschwere Geldspritze. Über den Entscheid dazu habe im EZB-Rat weitgehend Einigkeit geherrscht, hiess es.

Bis Börsenschluss verlor der Swiss Market Index (SMI) 0,07% auf 9’130,60 Punkte. Dennoch resultierte für die verkürzte Börsenwoche ein Plus von 0,5%. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) lag am Donnerstag mit 0,01% auf 1’362,22 Zähler leicht höher, so auch der breite Swiss Performance Index (SPI) mit ebenfalls +0,01% auf 9’144,53 Stellen. Von den 30 wichtigsten Aktien lagen am Ende 17 im Plus und 13 im Minus.

Am Schweizer Markt machten vor allem Sika, Holcim und Transocean von sich Reden. Der Übernahmestreit um Sika ist um ein Kapital reicher: Nachdem die Übernahmekommission (UEK) die Gültigkeit der Opting-Out-Klausel bestätigt hat, reichte Grossaktionär Bill Gates bei der Finanzmarktaufsicht dazu Beschwerde ein. Mit dem UEK-Entscheid wäre es legal, dass Saint-Gobain mit nur 16% der Kapitalanteile 52% der Stimmenanteile von der Gründerfamilie kauft. Die Sika-Aktie verlor im frühen Geschäft etwas an Wert, drehte dann aber ins Plus und schloss 0,5% höher.

Holcim (-0,2%) gingen kaum verändert aus dem Handel. Hier dreht sich alles um die Fusion mit dem französischen Lafarge-Konzern. Presseberichten zufolge soll dem Eurocement-Eigentümer Filaret Galchev – er hält knapp 11% an Holcim – ein Sitz im Verwaltungsrat der fusionierten LafargeHolcim angeboten werden, um dessen Zustimmung zum Deal zu bekommen. Transocean gewannen am Ende 0,8% dazu nachdem die Titel lange Zeit das Schlusslicht im SMI/SLI bildeten. Das Erdölservice-Unternehmen hatte bekannt gegeben, zwei weitere Bohrplattformen verschrotten zu wollen und schloss neuerliche Abwrackungen nicht aus.

Die prozentual grössten Kursgewinne unter den Standardwerten erzielten Zurich Insurance und Aryzta mit je +0,9%. Aryzta hatten noch zu Wochenbeginn mit der am Markt kritisch aufgenommenen Ankündigung zur Übernahme des französischen Tiefkühlprodukte-Herstellers Picard stark an Wert eingebüsst. Swisscom gewannen 0,8%. Der Telekom-Konzern beteiligt sich zu 9% am Bankensoftware-Haus Finnova. Clariant legten um 0,4% oder 0,08 CHF obwohl sie mit 0,40 CHF ex-Dividende gehandelt wurden. Händler führten Übernahmespekulationen als Grund dafür an.

Im Finanzsektor beendeten die beiden Grossbanken-Titel UBS (+0,4%) und CS (-0,8%) den Handel uneinheitlich. Derweil setzten die Pharma-Schwergewichte Roche (-0,3%) und Novartis (-0,4%) den Gesamtmarkt unter Druck. Nestlé (+0,1%) hatten dem kaum etwas entgegenzusetzen.

Adecco litten derweil unter Gewinnmitnahmen und verloren 1,0%. Sonova büssten 0,6% ein. Bernstein hatte die «Underperform»-Empfehlung für den Hörgerätehersteller bekräftigt und vor einem schwachen zweiten Halbjahr und einer enttäuschenden Guidance für das kommende Geschäftsjahr gewarnt.

Im breiten Markt profitierten Ascom (+1,8%) von einem neuen Auftrag. Bei Straumann (Aktie +1,2%) stützten Aussagen von CEO Marco Gadola ein wenig. Er bekräftigte, die Option zur Übernahme der Mehrheit an der brasilianischen Neodent ausüben zu wollen. Airesis (-3,0%) lagen dagegen nach Zahlen im Angebot. (awp/mc/pg)

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