CH-Schluss: Leichte Gewinne – EZB-Entscheid wie erwartet

CH-Schluss: Leichte Gewinne – EZB-Entscheid wie erwartet

Zürich – Am Donnerstag hat der Schweizer Aktienmarkt den Handel mit leichten Gewinnen geschlossen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte wie erwartet den Leitzins unverändert bei 0,25% belassen. In den vergangenen Tagen herrschte an den Märkten noch die Hoffnung vor, dass die EZB auf die zuletzt ungewöhnlich niedrigen Inflationsdaten mit weiteren geldpolitischen Lockerungsschritten reagieren könnte. Schliesslich war die Jahresteuerung im Euroraum im März auf 0,5% gesunken und damit auf den niedrigsten Stand seit mehr als vier Jahren.

In der anschliessenden Pressekonferenz sagte EZB-Chef Mario Draghi, zusätzliche und gegebenenfalls unkonventionelle Lockerungsmassnahmen würde nicht grundsätzlich ausgeschlossen. Auch ein grossangelegter Einsatz am Anleihenmarkt sei diskutiert worden. In den USA haben die wichtigsten Börsenindizes unter anderem wegen schwachen Konjunkturzahlen nach einer richtungslosen Eröffnung ins Minus gedreht, was die Aufschläge an den europäischen Börsen deutlich begrenzte.

Bis zum Schluss verzeichnete der Swiss Market Index (SMI) ein leichtes Plus von 0,16% auf 8’521,63 Punkte. Damit nähert sich der SMI aber weiter dem Jahreshöchststand von rund 8’550 Stellen an. Der gekappte Swiss Leader Index (SLI) legte um 0,20% auf 1’308,84 Zähler zu und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,14% auf 8’267,32 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln schlossen 18 im Plus, elf im Minus und Adecco unverändert.

Sika (+1,6%) arbeiteten sich bis zum Schluss an die Spitze des SMI/SLI vor. Die Aktien des Bauchemie- und Klebstoffherstellers profitierten dabei von einer Kurszielerhöhung durch die UBS. Der zuständige Analyst zeigte sich in einem Kommentar überzeugt, dass die europäischen Quartalszahlen des Unternehmens positiv überraschen werden.

Dahinter folgten Julius Bär (+1,5%), Actelion (+1,3%) und Swatch (+1,0%). Der Vermögensverwalter hat die im November angekündigte Fusion seiner beiden Bereiche WMPartners und Infidar abgeschlossen. Actelion profitierten von einer Kurszielerhöhung durch Berenberg. Die Analysten der Bank liegen mit dem neu gesetzten Kursziel von 90 CHF von zuvor 65 CHF nur knapp über dem Marktniveau.

Die Papiere der beiden Grossbanken Credit Suisse (+0,8%) und UBS (-0,2%) entwickelten sich unterschiedlich. Die CS hatte am Morgen ihren Geschäftsbericht publiziert. Dabei wurde bekannt, dass wegen des hängigen US-Steuerstreits zusätzliche Rückstellungen in der Höhe von 425 Mio CHF zulasten des vierten Quartals verbucht werden mussten. Unterm Strich ergab sich damit ein Reinverlust von 476 Mio CHF. Die erneute starke Korrektur der Rückstellungen zeige die grosse Unsicherheit der Grossbank in dieser Angelegenheit, kommentierte die ZKB.

Im Plus schlossen auch die beiden SMI-Schwergewichte Roche (+0,7%) und Nestlé (+0,2%); kursrelevante Nachrichten lagen allerdings nicht vor.

Novartis (-0,5%) verzeichneten hingegen nach Sonova (-0,8%) die grössten Abgaben. Damit konnten die Titel des Pharmaunternehmens nicht von Produktenews profitieren. Der Konzern hatte an einer Konferenz in den USA Daten von 19 Wirkstoffen aus seiner Onkologie-Forschungspipeline präsentiert.

Im breiten Markt publizierte der weltgrösste Schokolade-Produzent Barry Callebaut (-1,0%) seine Halbjahreszahlen: Die Verkaufsmenge konnte gesteigert werden, unter dem Strich resultierte ein höherer Konzerngewinn. Damit hatte der Konzern die Schätzungen der Analysten beim Volumen knapp verfehlt, bei den Gewinnzahlen aber erfüllt.

Daneben präsentierten auch noch Calida (+4,4%), Metall Zug (-2,4%) und Valora (-2,8%) ihre Jahresergebnisse. Calida steigerte den Umsatz, durch die Kosten im Zusammenhang mit der Lafuma-Transaktion wurde der Gewinn aber fast halbiert. Analysten hatten dies aber in etwa erwartet und werteten den bereits im laufenden Jahr angestrebten Turnaround des Neuzugangs positiv.

Valora steigerte zwar ebenfalls den Umsatz und verbesserte den Reingewinn deutlich, enttäuschte aber mit dem Ausblick. Metall Zug büssten trotz gesteigertem Ergebnis und positivem Ausblick an Wert ein.

Zudem gab Weatherford (-0,7%) ihren Rückzug von der Schweizer Börse und die Pläne zur Umsiedlung des Hauptsitzes von Zug nach Irland bekannt. (awp/mc/upd/ps)

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