CH-Schluss: Terrain eingebüsst

CH-Schluss:  Terrain eingebüsst

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Freitag klar an Terrain eingebüsst. Nach einem Start noch knapp im Bereich der Schlusskurse vom Vortag sind die Kurse bis am Nachmittag kontinuierlich abgerutscht. Die Publikation der Arbeitsmarktdaten in den USA stützte die hiesigen Aktien nur vorübergehend. Insgesamt wurde der Zahlenkranz wegen der geringer als erwartet ausgefallenen neuen Stellen als Enttäuschung gewertet. Für die amerikanische Notenbank dürfte mit Blick auf die Straffung der Geldpolitik damit aber vorerst keine schnellere Gangart angezeigt sein, was von den Börsen grundsätzlich begrüsst wird.

Insgesamt stand der Handel unter dem Einfluss von Gewinnmitnahmen. Nach fünf Tagen mit steigenden Kursen bis auf das neue Jahreshöchst vom Donnerstag bei 8’856 Punkten war die Luft etwas draussen. Die Blicke waren weiter mit Spannung auf die Geschehnisse in der Ukraine gerichtet, wo einerseits über weitere Kämpfe berichtet wurde und andererseits über einen Waffenstillstand zwischen den prorussischen Separatisten und der Ukraine ab Freitagabend. Die EU-Botschafter kamen zudem am Freitagnachmittag zusammen, um über eine weitere Verschärfung der Sanktionen gegenüber Russland zu beraten.

Der Swiss Market Index (SMI) ging um 0,52% auf 8’788,77 Punkte zurück. Im Wochenvergleich ergab sich dennoch und zum vierten Mal in Folge ein solides Plus, diesmal von 1,5%. Der gekappte Swiss Leader Index (SLI) verlor 0,44% auf 1’319,35 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,48% auf 8’677,34 Punkte. Von den 30 wichtigsten Aktien schlossen 20 im Minus, 9 im Plus und Zurich unverändert.

Die grössten Abgaben verzeichneten Transocean (-2,8%) auf. Ein Urteil des Bezirksgerichts in Louisiana zum „Deepwater Horizon“-Unglück vom April 2010 wurde indes vom Unternehmen selber und von Analysten als eigentlich vorteilhaft gepriesen. Der Richter lud die Hauptschuld auf den Ölkonzern BP und warf ihm „grob fahrlässiges“ Verhalten im Zusammenhang mit dem Unglück vor. Transocean als Bereitsteller der Bohrplattform habe hingegen nur „fahrlässig“ gehandelt.

Dahinter gaben einige konjunktursensitive Aktien wie Dufry (-1,6%) oder Sika (-1,5%) deutlicher nach.

Uneinheitlich zeigten sich die Banken, von denen CS (-2,3%) klar und UBS (-0,8%) moderater nachgaben, während Julius Bär mit einem Plus von 2,6% an der Spitze des SMI/SLI landeten. Die UBS hat das Rating für die CS auf „Neutral“ von bislang „Buy“ zurückgenommen und jenes für Julius Bär auf „Buy“ von „Neutral“ erhöht. Julius Bär werde in Zukunft von weiteren Einsparungen profitieren, die Gewinne steigern und könne wohl demnächst die Unsicherheiten betreffend US-Steuerstreit aus Weg räumen, hiess es dazu bei der UBS. Die Abstufung der CS wurde mit den Risiken und Herausforderungen eines stärker regulierten Marktumfelds sowohl im Investmentbanking als auch teilweise im Private Banking begründet.

Von den drei am stärksten gewichteten Aktien geben Novartis (-0,8%) und Roche (-0,4%) ebenso nach wie Nestlé (-0,4%). Nestlé-CEO Paul Bulcke hat in einem Interview dem Markt der Gesundheitsvorsorge durch Ernährung ein Potenzial in Milliardenhöhe eingeräumt.

Auch ABB verloren mit einem Minus von 0,7% etwas deutlicher. Der Technologiekonzern hat eine strategische Partnerschaft mit dem chinesischen Hightech-Unternehmen BYD für die gemeinsame Entwicklung neuer Lösungen für Energiespeicher angekündigt. Ins Blickfeld der Investoren rückt bei ABB aber bereits der bevorstehende Capital Markets Day vom Dienstag, an welchem das Unternehmen neue Finanzziele vorlegen will.

Auf der Gewinnerseite belegten hinter Julius Bär Lonza (+1,5%), Holcim (+0,8%) und Adecco (+0,5%) die nächsten Plätze.

Im breiten Markt fielen die Aktien des Halbleiter-Herstellers u-blox nach den Halbjahreszahlen um 2,9% zurück. Die Zahlen hätten die Erwartungen des Marktes im Grossen und Ganzen erfüllt, mehr nicht, hiess es dazu.

Bellevue Group (+4,6%) legten dagegen kräftig zu, nachdem die Bank die Übernahme der Adamant Biomedical von der ZKB angekündigt hatte. Leonteq (+3,3%) profitierten von einer Höherstufung durch die UBS. . (awp/mc/cs)

 

 

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