CH-Schluss: Nestlé-Abgaben drücken SMI ins Minus

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt ist mit tieferen Notierungen in die neue Börsenwoche gestartet. Dabei vermiesten die Abgaben des defensiven Schwergewichts Nestlé dem Leitindex SMI einen besseren Wochenstart. Finanzwerte und Zykliker konnten dagegen angesichts weiterer positiver News von der Corona-Impffront zulegen. Am Nachmittag wurden die Anleger zudem von guten Stimmungsdaten US-amerikanischer Unternehmen positiv überrascht.

Das Hauptthema an der Börse bleibt die Corona-Pandemie: Mit dem britisch-schwedischen Pharmakonzern Astrazeneca hat bereits ein drittes Unternehmen einen wirksamen Corona-Impfstoff präsentiert. Und in den USA fiel der Markit-Einkaufsmanagerindex trotz aktuell stark steigender Infektionszahlen überraschend gut aus. Doch die Unsicherheit bleibt gross. Der Markt schwanke weiterhin zwischen der Hoffnung auf einen Impfstoff und der Sorge, dass die Massnahmen zur Bekämpfung der Pandemie die Wirtschaft schädigten, sagten Händler. Zu einem Gradmesser für die US-Konsumentenstimmung könnte Ende Woche der Auftakt zum Weihnachtsgeschäft am Black Friday werden.

Bis Börsenschluss gab der SMI 0,30 Prozent auf 10’464,40 Punkte nach, nachdem der Index im frühen Geschäft noch bis auf 10’553 Stellen vorgerückt war. Der breite SPI sank um 0,47 Prozent auf 12’957,35 Zähler, dagegen stieg der die 30 wichtigsten Aktien umfassende SLI, in dem die Gewichtung der einzelnen Werte gekappt ist, leicht um 0,02 Prozent auf 1’646,94 Punkte. Am Ende standen sich im SLI 13 Gewinner und 17 Verlierer gegenüber.

Eine starke Aufwärtstendenz zeigte sich im Anschluss an die guten US-Stimmungsdaten beim US-Dollar, dies sowohl zum Euro als auch zum Schweizer Franken. Der Dollar kletterte zum Franken auf einen Schlag über die Marke von 0,91 Franken und notierte zu Handelsende in Europa bei 0,9137 Franken. Weniger gefragt war Gold.

Bei den Schweizer Blue Chips profitierten die Finanztitel weiterhin von den guten Nachrichten rund um die Entwicklung potenzieller Corona-Impfstoffe. Die Banken- und Versicherungsaktien zählten bereits in der letzten Woche zu den grössten Gewinnern.

Am Montag kletterten Credit Suisse um 2,2 Prozent, UBS um 1,7 Prozent oder Julius Bär um 1,5 Prozent in die Höhe. Der Broker KBC hatte die CS-Titel am Berichtstag auf „Outperform“ hochgestuft, während HSBC sowohl für die CS als auch für die UBS das Kursziel erhöht hatte.

Der Rückversicherer Swiss Re (Aktie +2,3%) hatte bereits am Investorentag vom Freitag mit zuversichtlichen Voten zum Ausblick bei den Anlegern gepunktet und die Ausführungen des Managements wurden auch von Analysten gewürdigt. Die Analysten von Oddo und vor allem jene der Citigroup empfehlen Swiss Re neu zum Kauf.

Nebst dem Finanzsektor wurden auch Zykliker gut nachgefragt. Deutlich nach oben ging es etwa mit den Papieren des Chipherstellers AMS (+3,9%), des Personalvermittlers Adecco (+1,6%) oder des Zementriesen LafargeHolcim (+0,8%). Auf der Gegenseite wurde bei „Corona-Gewinnern“ wie Logitech (-2,1%) oder Lonza (-1,2%) Kursgewinne ins Trockene gebracht.

Am meisten Druck übten die Gewinnmitnahmen bei Nestlé (-2,1%) auf den Gesamtmarkt aus. Novartis (-0,01%) grenzten hingegen die Einbussen bis zum Schluss ein, und die Roche-Genussscheine (-0,8%) bauten sie aus. Letztere konnten somit an der Börse kaum Profit aus der US-Notfallzulassung für das Covid-Mittel des Partners Regeneron schlagen.

Am breiten Markt standen am Berichtstag Aryzta (+2,0%) im Fokus. Die US-amerikanische Investmentfirma Elliott will den Backwarenkonzern für 0,80 Franken je Aktie übernehmen. Bereits am Freitag waren Aryzta (+9,4%) mit Übernahmegerüchten in die Höhe geklettert.

Phoenix Mecano rückten am Montag gar um 6,6 Prozent vor. Der Komponenten- und Gehäusehersteller will eine Tochter an der Börse in Shanghai kotieren lassen und strebt damit als erste Schweizer Firma zumindest einen Teil-Börsengang in China an.

Auf der Gegenseite büssten Relief Therapeutics 5,1 Prozent ein. Das Pharmaunternehmen, das an einem Wirkstoffkandidat RLF-100™ (Aviptadil) zur Behandlung von Patienten mit schwerer Covid-19-Erkrankung forscht, will frisches Kapital aufnehmen. (awp/mc/pg)

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