CH-Schluss: SMI wenig verändert

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat die Sitzung vom Montag leicht schwächer beendet. Nach einem recht freundlichen Beginn bröckelten die Kurse mangels Anschlusskäufen etwas ab und fielen gemessen am SMI leicht ins Minus, wobei vor allem die defensiven SMI-Schwergewichte für das negative Vorzeichen verantwortlich waren. Insgesamt hätten sich die Anleger trotz der Hoffnung, dass mit dem Start der Impfkampagnen bald wieder etwas mehr Normalität zurückkehren könnte, eher zurückhaltend gezeigt, hiess es im Markt. Gedämpft worden sei die Euphorie dabei von den steigenden Infektionszahlen mit dem Corona-Virus und den Befürchtungen, dass es vermehrt zu harten Lockdowns kommen könnte.

Zudem stehe in den USA ein neues Hilfspaket zur Stützung der Corona-geschädigten Wirtschaft noch immer aus, meinten Marktbeobachter. Damit die US-Märkte und damit auch die hiesigen Börsen wieder richtig an Schwung gewinnen könnte, würde es ein solches Programm wohl brauchen, meinte einer. Für gewisse Käufe sorgten dagegen neue Hoffnungen auf einen Brexit-Deal. Vor allem kurzfristig agierende Investoren, die vor dem Wochenende aus Angst eines Scheiterns der Brexit-Gespräche ihre Positionen glattgestellt hätten, seien heute wieder eingestiegen, sagte ein Händler.

Der Swiss Market Index (SMI), der zunächst bis 10’460 Punkte stieg und dann bis auf 10’352 zurückfiel, beschloss den Tag 0,18 Prozent tiefer bei 10’373,03 Punkten. Gleich stark büsste der umfassende SPI mit -0,18 Prozent auf 12’901,80 Zähler ein. Der SLI, der die 30 wichtigsten Aktien umfasst, gewann dagegen 0,01 Prozent auf 1’627,63 Zähler. Dass die Stimmung insgesamt gar nicht schlecht war, zeigt die Bilanz der Gewinner und Verlierer: Bei den 30 Blue Chips legten 21 zu und nur neun schlossen tiefer.

Wichtige Unternehmensnews gab es praktisch keine bei den Blue Chips, entsprechend hielten sich die einzelnen Kursausschläge in Grenzen. Bei den Small- und Midcaps war das Newsaufkommen etwas grösser und so gab es dort auch einzelne deutlichere Bewegungen.

Bei den Gewinnern im Blue Chips Sektor waren vor allem Zykliker und Finanztitel zu finden, während die defensiven Branchen eher etwas vernachlässigt wurden. Defensive seien eher „out“ gewesen, weil die Marktteilnehmer wegen der Impfungen auf etwas mehr Risiko gesetzt hätten, sagte ein Trader. Dies zeigte sich insbesondere an der Performance von Nestlé (-0,9%), Roche (-0,5%) und Novartis (-0,4%).

Noch etwas schwächer präsentierten sich derweil der Bankensoftware-Titel Temenos (-1,3%) und der Finanztitel Partners Group (-0,9%).

Auf der anderen Seite der Tabelle waren Clariant (+1,5%) bei Handelsschluss stärkster Blue Chip. Händler sprachen von positiven Impulsen aus der Wochenendpresse. Der Spezialchemiekonzern hat bekanntlich letzte Woche mit Conrad Keijzer einen neuen Konzernchef präsentiert. Ein klares Plus gab es auch bei den beiden Uhrentiteln Swatch (+1,2%) und Richemont (+1,1%) sowie den Papieren des Augenheilkonzerns Alcon (+1,0%).

Die Versicherer Swiss Life und Swiss Re (je +0,8%), die beide im laufenden Jahr zu den Nachzüglern gehören, waren ebenfalls gesucht. Zu den schwächeren Titeln im Jahr gehören auch LafargeHolcim (+0,7%).

Die Titel der Grossbank Credit Suisse (+0,1%) wurde vor dem am Dienstag anstehenden Investorentag meist höher bewertet, gaben gegen Schluss aber die Gewinne ab. In einem Interview mit der Zeitung „Business Times“ hatte sich zudem CEO Thomas Gottstein positiv über das globale Wealth Management-Geschäft geäussert.

Im breiten Markt sackten Valora (-8,9%) deutlich ab. Baader Helvea hatte die Aktien des Kioskbetreibers auf „Reduce“ von „Add“ herabgestuft. Die vermehrten Corona Massnahmenverschärfungen dürften das Ausser-Haus Retail Geschäft weiter dämpfen und somit dem Kerngeschäft schaden, hiess es in der Studie.

Dagegen waren Aluflexpack (+5,0%) und Sensirion (+1,0%) gesucht. Die beiden Unternehmen dürften das Geschäftsjahr 2020 besser als erwartet abschliessen, wie sie den Markt am Morgen wissen liessen. (awp/mc/pg)

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