CH-Schluss: Knappes Minus nach impulsarmen Handel

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat nach einer Serie von drei positiven Börsentagen in Folge am Mittwoch wieder einmal nachgegeben. Allerdings waren die Ausschläge wie schon an den beiden Vortagen ziemlich bescheiden. Nach einem schwachen Start und vorübergehend positiven Notierungen am Nachmittag ist der SMI gegen Handelsende wieder in die rote Zone gerutscht. An diesem an Impulsen armen Tag sorgten letztlich die schwachen Roche für die entscheidenden Minuspunkte für den Gesamtmarkt.

Die Stimmung bleibe von Vorsicht geprägt, hiess es in Marktkreisen, dafür seien die September-Verluste noch viel zu wenig kompensiert. Nach wie vor seien die Sorgen wegen der steigenden Inflation, den anziehenden Anleiherenditen oder wegen einer möglichen Konjunkturabkühlung die dominierenden Themen. Dazu passten auch die am Vormittag publizierten schwachen Konjunkturdaten aus Deutschland. Die Hoffnungen der Investoren ruhen laut einem Händler nun insbesondere auf positiven Impulsen von der anlaufenden Berichtssaison. Dort werde sich zeigen, ob der steigende Preisdruck bereits bei den Unternehmen angekommen sei.

Der SMI gab zum Schluss 0,13 Prozent auf 11’756,76 Punkte nach. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, büsste 0,03 Prozent auf 1899,08 Punkte ein, während der breite SPI praktisch unverändert bei 15’145,27 Punkte schloss. Im SLI überwogen die Gewinner die Verlierer im Verhältnis 17 zu 12, Swatch blieben unverändert.

Die grössten Verluste bei den Blue Chips verzeichneten Givaudan (-2,4%). Der Aromen- und Duftstoffhersteller hat mit den ausgewiesenen 9-Mte-Zahlen die Erwartungen in etwa erreicht. Analysten sprachen von insgesamt soliden Resultaten und lobten auch die am Vorabend gemeldete Akquisition als sinnvolle Ergänzung. Allerdings tauchten vereinzelt auch Fragezeichen bezüglich der gestiegenen Inputkosten auf.

Für das letztlich knappe Minus des Gesamtmarkts waren indes vor allem die schwachen Roche (-1,1%) verantwortlich. Novartis (-0,2%) hielten sich nach einer Kurszielsenkung durch Berenberg mit einer Bestätigung der Kauf-Empfehlung besser.

Zu den Verlierern zählten auch die Grossbanken CS (-0,2%) und UBS (-0,3%). Negative Analystenkommentare drückten geringfügig auf die Kurse. Gemäss einer Studie von Jeffries könnte die CS Marktanteile verloren haben, wobei sich das Institut auf Erhebungen der Beratungsfirma Dealogic für das dritte Quartal stützte. Bei UBS zog eine Verkaufsempfehlung von Barclays Abgaben nach sich.

An der Spitze der Tabelle beendeten Schindler, Sonova und ABB (je +0,9%) den Handelstag.

Auch Lonza (+0,5%) legten etwas zu. Die Informationen des Pharmazulieferers anlässlich eines Investorentages wurden positiv aufgenommen. Das Unternehmen hat sich neue Ziele gesetzt und peilt bis 2024 ein Umsatzwachstum im niedrigen Zehnerbereich in Lokalwährungen an sowie eine Betriebsgewinnmarge zwischen 33 und 35 Prozent. Der Konzern will viel investieren, um weiter zu wachsen.

Im breiten Markt verteuerten sich Carlo Gavazzi (+3,6%) klar. Die Elektrotechnikgruppe hat im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2021/22 deutlich steigende Umsatz- und Gewinnzahlen erreicht.

Bei Ascom (+1,1%) löste ein neuer Auftrag für eine Kommunikationslösung in einem Krankenhaus in Macao nicht gerade Euphorie, aber immerhin eine wohlwollende Grundstimmung aus. Idorsia (+1,2%) erholten sich trotz Kurszielsenkungen durch Morgan Stanley und Research Partners immerhin zu einem gewissen Teil von den Verlusten des Vortages (-3,9%) nach einem Misserfolg bei der Produkte-Pipeline.

Auffallend stark waren zudem Industrietitel wie Meyer Burger (+10%), Leclanché (+4,2%) oder Montana Aerospace (+4,8%). (awp/mc/ps)

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