CH-Schluss: Leicht im Minus nach ereignisarmem Handelstag

CH-Schluss: Leicht im Minus nach ereignisarmem Handelstag

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Mittwoch einen ereignisarmen Handelstag leicht im Minus beendet. Negative Konjunkturdaten der chinesischen Wirtschaft hatten die Börse unter dem Vortagesschluss eröffnen lassen. Zudem belastete den ganzen Tag über auch das Lavieren der spanischen Regierung in der Frage, ob das Land sich nun unter den Euro-Rettungsschirm begeben wird oder nicht, die Stimmung der Anleger.

Ein über den Erwartungen ausgefallener ADP-Arbeitsmarktbericht vermochte den Schweizer Leitindex ebenfalls nicht nachhaltig ins Plus zu heben. Die Zahlen würden immerhin ein positives Signal vor dem am Freitag mit einiger Spannung erwarteten US-Arbeitsmarktbericht senden, sagte ein Händler. Nach dem definitiven Ende der Halbjahresberichtssaison per Ende September und vor den ersten Drittquartals-Zahlen in der kommenden Woche gab es am Mittwoch an der Schweizer Börse praktisch keinerlei kursrelevante Neuigkeiten.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss mit einem Minus von 0,14% auf 6’604,44 Punkten. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) verlor 0,16% auf 986,1 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) gab 0,18% auf 6’103,79 Punkte nach.

Deutliche Abgaben erlitten im Bluechip-Segment die Luxusgütertitel Swatch (-1,3%) und Richemont (-1,2%), die von den Sorgen um den Wirtschaftsverlauf in China belastet wurden. Schwächer schlossen aber auch weitere zyklische Titel wie Adecco (-1,2%), Sulzer (-1,1%) oder Sika (-0,9%). ABB (-0,1%) erlitten dagegen nur moderate Abgaben. Der Industriekonzern hatte einen neuen Auftrag vom staatlichen Stromversorger in Saudi-Arabien in Höhe von 115 Mio USD vermeldet.

Klar im Minus tendierten Syngenta (-1,6%). Die Konkurrentin Monsanto hatte für ihr verschobenes Geschäftsjahr zwar eine Gewinnsteigerung vermeldet, erwartet aber für 2013 weniger Gewinn. Zudem hat Morgan Stanley die Syngenta-Titel von ihrer Liste «Best Ideas Europe» gestrichen: An die Titel des Agrochemieunternehmens würden zu hohe Erwartungen gestellt, kommentierte die zuständige Analystin.

Gebremst wurden die Indizes zudem von Verlusten der schwergewichtigen Nestlé-Titel (-0,2%). Unter den weiteren defensiven Werten schlossen auch Novartis (-0,1%) im Minus, während Roche den Handelstag unverändert beendeten. In der englischen Presse wurde darüber spekuliert, ob der Basler Pharmakonzern sein im Frühling gescheitertes Übernahmeangebot für das US-Gentechnik-Unternehmens Illumina wieder neu lancieren könnte.

Zu den wenigen Gewinnern gehörten am Schweizer Markt wie auch europaweit die Finanztitel. Vor allem Swiss Re (+1,7%) konnten deutlich zulegen. Bei den Grossbankentiteln zeigten sich vor allem UBS (+0,9%) stark, die Aktien der Konkurrentin CS (+0,5%) schlossen aber ebenfalls im Plus. Dagegen waren die Titel der Vermögensverwalterin Julius Bär (-1,9%) klare Tagesverlierer im SMI. Auch die im SMIM notierten Titel der Asset Managerin GAM (-2,4%) schlossen deutlich im Minus.

Zu den dünn gesäten Gewinnern unter den Bluechips gehörten zudem Holcim (+0,9%). Gestützt wurden die Titel von starken September-Zahlen der indischen Tochtergesellschaften ACC und Ambuja Cements, die beide sowohl ihre Produktionsmengen wie auch ihre Auslieferungen deutlich steigern konnten.

Leichte Verluste erlitten Straumann (-0,2%). Am Morgen wurde via einer Beteiligungsmeldung der Schweizer Börse SIX bekannt, dass der Staatsfonds von Singapur die meldepflichtige Schwelle von 3% überschritten hat. Der Fonds ist allerdings unter anderem auch bei der Konkurrentin Nobel Biocare (Aktien -0,9%) mit rund 5,5% aller Anteile investiert.

Abgaben erlitten auch die Titel des Baukonzerns Implenia (-1,3%). Helvea hat das Rating der Titel zurückgenommen: Der Aktienkurs sei seit Anfang Jahr um 50% gestiegen, kommentiert der zuständige Analyst. Arbonia Forster (+2,4%) legen dagegen nach einem freundlichen Analystenbericht zu. Helvea erwarte, dass AFG die Ertragskraft in den kommenden Jahren deutlich verbessern werde, heisst es darin. (awp/mc/upd/ps)

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