CH-Schluss: Dank guter US-Arbeitsmarktdaten fester

CH-Schluss: Dank guter US-Arbeitsmarktdaten fester

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Freitag – wenn auch nur leicht – weiter an Wert zugelegt. Der Leitindex SMI startete mit höheren Kursen in den Tag, rutschte zwischenzeitlich in die Verlustzone ab, ehe er am Nachmittag dank über Erwarten guten US-Arbeitsmarktdaten zurück ins Plus vorrückte. Bei dieser Gelegenheit kletterte der SMI bei 6’941 Stellen auf einen neuen Jahreshöchststand. Während der Woche hat sich der Index stetig verbessert und ist mit einem Wochenplus von 1,5% an die Marke von 7’000 herangerückt. Dieses Niveau hatte der SMI zuletzt im September 2008 erreicht.

Der US-Arbeitsmarktbericht für den Monat November ist überraschend positiv ausgefallen, wobei der Wirbelsturm «Sandy» die Entwicklung offenbar kaum belastet hat. In den USA wurden deutlich mehr neue Stellen geschaffen als erwartet und die Arbeitslosenquote ist zum Vormonat unerwarteterweise gesunken. Die US-Wirtschaft erhole sich weiter und die Lage am Arbeitsmarkt bessere sich stetig, hiess es im Handel. Allerdings erhielt die gute Stimmung von den enttäuschenden Daten zu dem von der Universität Michigan ermittelten Konsumklima einen leichten Dämpfer. Zudem wollen Ökonmen den guten Arbeitsmarktzahlen nicht zu viel Glauben schenken.

Der Blue Chip-Index SMI schloss mit 0,19% höher auf 6’925,25 Punkte. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) gewann 0,12% auf 1’051,49 Punkte, wobei 15 Gewinner 12 Verlierer gegenüber standen und drei Titel unverändert schlossen. Der breite Swiss Performance Index (SPI) stieg um 0,19% auf 6’370,83 Punkte in die Höhe.

Tagessieger waren bei den Blue Chips die Papiere von Julius Bär (+2,2% auf 32,59 CHF). Die CS hat die Bewertung für die Bär-Aktien mit «Outperform» und einem Kursziel von 38 CHF wieder aufgenommen. Die Übernahme des internationalen Vermögensverwaltungsgeschäfts von Merrill Lynch biete die nötige Grösse, um Erfolg in Asien zu haben, hiess es im Kommentar dazu.

Derweil tendierten die weiteren Finanzaktien zumeist tiefer. Zwar gewannen UBS und Zurich Insurance mit je 0,2% leicht an Wert hinzu. Die Aktien der Versicherer Baloise oder Swiss Re (je -0,1%) sowie jene der CS (-0,4%) gaben jedoch nach.

Das Pharma-Schwergewicht Roche (+0,9%) war dagegen für den SMI eine kräftige Stütze. Roche wird über das Wochenende an einer wichtigen Tagung wohl gute Daten aus einer Phase-III-Studie für das Brustkrebsmedikament Perjeta (Pertuzumab) vorstellen. Zudem profitierten die Genussscheine von einer Höherstufung durch Morgan Stanley. Die Analysten haben die Titel mit Blick auf den Erfolg neu lancierter Medikamente wie auch die für 2013 erwarteten Marktzulassungen auf «Overweight» von «Equalweight» angehoben.

Gleichzeitig hat Morgan Stanley Novartis (Aktie: +0,2%) in die entgegengesetzte Richtung auf «Equalweight» von «Overweight» abgestuft, das Kursziel wurde jedoch leicht angehoben. Nestlé schlossen zum Vortag unverändert.

Etwas festere Tendenzen waren bei einigen Zyklikern zu sehen. So legten Holcim (+0,4%), Schindler (+0,7%) oder Adecco (+0,5%) zu. Syngenta (+0,4%) wurden von JPMorgan auf «Neutral» von «Underweight» hochgestuft, dies mit dem Hinweis auf die ziemlich guten Nachfrageaussichten für Agrarprodukte.

Auf der Verliererseite standen Transocean (-0,9%), Actelion (-0,6%), Richemont oder Sulzer (beide -0,5%) im SMI/SLI am Tabellenende.

Im breiten Markt gaben Bucher Industries um 1,7% nach. Der Maschinen- und Fahrzeugbauer hatte die Übernahme des Engineering-Geschäfts der in St. Gallen ansässigen Filtrox Gruppe bekanntgegeben. Für Bucher sei der Zukauf allerdings eher klein, so Analysten.

Etwas fester gingen die Papiere des Nahrungsmittelunternehmen Hügli (+0,2%) aus dem Handel. Hügli hat die Vermögensteile der deutschen Vogeley-Gruppe übernommen. Die Akquisition passe hervorragend zu Hügli Deutschland, hiess es dazu.

Meyer Burger erholten sich mit plus 5,6% leicht von den in den vergangenen Wochen erlittenen Kursabgaben. CEO Peter Pauli erklärte in einem Interview, dass beim Solarzulieferer trotz angespannter Finanzlage keine Kapitalerhöhung nötig sei. (awp/mc/pg)

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