CH-Schluss: Kaum Impulse am „Black Friday“

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat den Handel am Freitag in einem an Impulsen armen Geschäft kaum verändert abgeschlossen. Händler bezeichneten den Handel als „lustlos“ und entsprechend fielen die Volumen gering aus. Am Tag nach „Thanksgiving“ fehlten vor allem aus den USA richtungsweisende News. In New York blieben die Börsen am Donnerstag geschlossen, während am „Black Friday“ nur ein verkürzter Handel auf dem Programm stand. In der Schweiz gab es derweil kaum News zu Blue Chips-Firmen, dagegen machten Firmen im breiten Markt auf sich aufmerksam.

In dem von Corona geprägten Jahr 2020 werde das Geschehen im Detailhandel an „Black Friday“ und „Cyber Monday“ mit grossem Interesse beobachtet, erklärte ein Händler. Schliesslich gelte der Auftakt ins Weihnachtsgeschäft als wichtiger Gradmesser zur Stimmung unter den Konsumenten. In der Schweiz zogen einige Detailhändler bereits eine positive Zwischenbilanz. Nach wie vor mit Sorgen werden an der Börse die weltweit steigenden Coronafallzahlen zur Kenntnis genommen. In der Eurozone hat sich die Wirtschaftsstimmung im November angesichts erneuter Lockdowns spürbar eingetrübt.

Der Leitindex SMI ging am Freitag mit einem leichten Plus von 0,03 Prozent auf 10’501,18 Punkte aus dem Handel. Dabei war der SMI erst ganz zum Schluss über die Schwelle von 10’500 Zähler geklettert. Auf die gesamte Börsenwoche gesehen ergibt sich ein geringer Aufschlag von nur wenigen Punkten. Der SLI, der die 30 wichtigsten Aktien umfasst, rückte am Berichtstag um 0,20 Prozent auf 1’653,95 Stellen vor und der umfassende SPI blieb mit 13’020,43 Punkten nur wenige Zähler unter dem Schlussstand vom Donnerstag. Im SLI standen sich elf Verlierer und 18 Gewinner gegenüber. Geberit schlossen unverändert.

Zu den Verlierern bei den Blue Chips zählten etwa die Schwergewichte Nestlé (-0,1%), Novartis (-0,3%) und Roche (-0,2%), deren Abgaben auf den Gesamtmarkt drückten. Die UBS hatte das Kursziel für die Roche-Bons gesenkt, hielt aber an ihrer Kaufempfehlung fest.

Einbussen waren am Berichtstag auch bei konjunktursensitiven Aktien wie jenen der Luxusgüterhersteller Richemont (-0,3%) und Swatch Group (-1,1%) zu sehen. Da seien teilweise Gewinne mitgenommen worden, meinte ein Händler. Temenos verloren 0,7 Prozent.

Auf der Gegenseite rückten AMS um 3,7 Prozent vor. Ein chinesischer Kunde des Senorenherstellers hatte gute Geschäftszahlen vorgelegt. Kursgewinne von einem Prozent und mehr waren nur noch bei Sonova (+1,5%), Clariant (+1,4%) oder Givaudan (+1,1%) zu sehen.

Die Papiere der Credit Suisse rückten um 0,5 Prozent vor. An einer ausserordentlichen Generalversammlung hatten die Aktionäre der Bank wenig überraschend der Ausschüttung des zweiten Teils ihrer Dividende zugestimmt. UBS gewannen 0,2 Prozent.

Mehr war im breiten Markt los. Da kletterten die Aktien von Vifor gegen den Markttrend um 8,2 Prozent in die Höhe. Der Auslöser war ein Bericht, wonach der Pharmakonzern ins Visier von Finanzinvestoren gerückt sei. Mindestens eine grosse Private Equity-Gesellschaft habe mit Vifor kürzlich Gespräche über eine mögliche Übernahme geführt, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters.

Noch deutlicher ging es für Dottikon (+16%) nach Zahlen hoch. Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2020/21 weitete das Aargauer Chemieunternehmen von Markus Blocher den Umsatz dank mehrerer Produktzulassungen um beinahe einen Fünftel aus und auch die Marge verbesserte sich. Die Titel waren bereits davor sehr gefragt, seit Jahresbeginn hat sich der Wert fast verdreifacht.

Die Titel des finanziell angeschlagenen Messebetreibers MCH legten am Freitag um 3,9 Prozent zu. Die Aktionäre haben an einer ausserordentlichen Generalversammlung den Weg für die dringend benötigten Finanzspritzen frei gemacht. Zustimmung erhielt auch der Einstieg von James Murdoch, Sohn des Medienmoguls Rupert Murdoch, als neuer Ankeraktionär.

Autoneum (+5,2%) weiteten derweil die Avancen des Vortages aus. Mit Blick auf die Aussagen zum Geschäftsgang wurde die Aktie von Kepler Cheuvreux hochgestuft. Auf der anderen Seite konnten die Aktien des Motorradbauers Pierer Mobility (unv.) nicht von den News zum geplanten Umbau der Beteiligungsstruktur profitieren. (awp/mc/pg)

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