CH-Schluss: SMI gewinnt 1,1% auf 9242 Punkte

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Freitag zum vierten Mal in dieser Woche und so deutlich wie nie an den vergangenen Tagen zugelegt. Damit hat sich der SMI am kleinen Verfallstermin auf ein neues Jahreshoch geschraubt. Zuletzt notierte er im Februar 2018 auf diesem Niveau. Mitverantwortlich für die anhaltende Hausse waren die wie schon am Vortag starken Nestlé, aber auch die anderen Schwergewichte.

Das anhaltend freundliche Börsenumfeld wurde weiterhin von Nachrichten im Zusammenhang mit dem Handelsdisput zwischen den USA und China dominiert. wobei es bei den Gesprächen in Peking offenbar Fortschritte gab. Zunächst zeigte sich der US-Finanzminister über Twitter zuversichtlich. Danach verwiesen Händler auf Medienberichte aus China, denen zufolge sich die Länder in vielen Punkten des Zollstreits einig seien. Für zusätzlichen Schub insbesondere für die Banken sorgte zudem die EZB. Diese denkt vor dem Hintergrund der eingetrübten Konjunkturaussichten über erneute Geldspritzen nach. Er könne sich eine Neuauflage der Langfristkredite für Geschäftsbanken vorstellen, sagte EZB-Direktor Benoit Coeure am Freitag in New York.

Der Leitindex SMI zog um 1,09 Prozent auf 9’242,12 Punkte an. Im Vergleich zum vergangenen Freitag ergab sich damit ein Wochenplus von 2,7 Prozent, es ist bereits das dritte in Folge. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) rückte um 1,04 Prozent auf 1’427,04 Punkte vor und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,94 Prozent auf 10’805,32 Punkte. Von den 30 Bluechips schloss eine klar Mehrheit von 24 Titeln höher, 5 gaben nach und einer (Swatch) schlossen unverändert.

Nach den Aussagen der EZB waren insbesondere einige Finanzwerte gesucht. Julius Bär (+3,2%) beendeten die Sitzung als Tagessieger und UBS (+2,0%) gehörten immerhin zum Spitzentrio. CS (+1,3%) fielen im breiten Mittelfeld weniger auf, die Aktie machte damit nur einen Teil der Verluste des Vortages im Anschluss an die Jahreszahlen wett.

Im allgemeinen Aufwärtstrend hielten auch Nestlé (+1,2%) erneut gut mit, nachdem sich der Titel bereits am Vortag dank gut aufgenommener Zahlen stark gezeigt hatte. Die am Donnerstag gegen Handelsende etwas abgebröckelten Gewinne wurden damit zumindest zum Teil wieder aufgeholt. Die am Freitag erschienenen Analysten-Kommentare waren erneut mehrheitlich positiv. So haben Institute wie Goldman Sachs, Morgan Stanley, die Deutsche Bank, UBS, Vontobel, Berenberg oder Kepler Cheuvreux ihre Kaufempfehlungen bestätigt und allesamt das Kursziel erhöht.

Von den beiden Pharmaschwergewichten zogen Novartis (+1,1%) deutlicher an als Roche (+0,7%). Klar überdurchschnittlich waren auch die Avancen von Lonza (+2,3%), Adecco oder ABB (je +1,7%).

Auf der Gegenseite büssten AMS (-1,8%) und Temenos (-1,5%) am meisten an Terrain ein. Diese wurden von schlechten Nachrichten aus den USA etwas zurückgebunden. So hat sich der Gewinn des US-Technologiekonzerns Nvidia im vierten Quartal halbiert und auch der weltgrösste Chipanlagenbauer Applied Materials hat mit seinem Umsatzausblick für das zweite Quartal für schlechte Stimmung gesorgt. Marginale Verluste erlitten noch Sika, Givaudan und Vifor Pharma.

Im breiten Markt kletterten Panalpina (+4,8%) erneut in die Höhe, nachdem die News und Spekulationen um eine Übernahme wieder zugenommen haben. In diesem Übernahmekampf bestätigte der Basler Konzern, ein aufgebessertes, nicht-bindendes Kaufangebot des dänischen Konkurrenten DSV in Höhe von 180 Franken erhalten zu haben, das ein reines Barangebot sei. Bereits am Morgen wurde allerdings bekanntgegeben, dass Panalpina Gespräche mit der kuwaitischen Agility Group über einen möglichen Schulterschluss führe.

Auffälligere Gewinner waren zudem Orell Füssli (+6,7%), Zehnder (+4,9%) oder Implenia (+4,7%). (awp/mc/pg)

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