CH-Schluss: SMI schliesst nach starker Woche unverändert

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat nach vier positiven Tagen in Folge am Freitag wenig verändert geschlossen. Nach einem schwachen Vormittagshandel drehten die Indizes am frühen Nachmittag nach der Publikation der neusten US-Inflationszahlen zwar zeitweise in den positiven Bereich, konnten die Gewinne aber nicht halten. Für die Gesamtwoche resultierte aber ein klares Plus.

In den USA kletterte die Teuerung im November zwar auf den höchsten Wert seit 1982, allerdings lagen die Werte insgesamt im Rahmen der Erwartungen. Am Markt sei offenbar noch Schlimmeres befürchtet worden, meinte ein Beobachter. Die US-Notenbank Fed stehe nun unter Druck, bei der Sitzung des Offenmarktausschusses in der kommenden Woche einen beschleunigten Ausstieg aus den Anleihekäufen zu beschliessen, hiess es bei Ökonomen.

Der SMI schloss am Freitag bei 12’607,73 Punkten praktisch auf dem Vortagesstand. Im Wochenverlauf hat der Leitindex damit 3,6 Prozent zugelegt. Der gekappte SLI-Index, der die 30 wichtigsten Aktien enthält, gab dagegen um 0,24 Prozent nach auf 2028,88 und der breite SPI verlor 0,14 Prozent auf 16’093,08 Zähler. Von den SLI-Werten schlossen 20 im Minus und zehn im Plus.

Die deutlichsten Abgaben unter den Bluechips entfielen auf Vifor Pharma (-3,3%). Das Pharmaunternehmen musste einen weiteren Rückschlag bei einem Wirkstoffkandidaten für die Behandlung von Nierenschäden vermelden. Bereits Ende Oktober hatte Vifor einen Misserfolg mit einem Wirkstoff in einer späten Forschungsphase mitteilen müssen.

Schwach zeigen sich auch die zuletzt gut gelaufenen Aktien des Augenheilmittel-Spezialisten Alcon (2,3%). Klare Abgaben gab es zudem für typische Zykliker wie die Aktien des PC-Zubehörherstellers Logitech (-1,7%), des Liftherstellers Schindler (-1,2%) oder des Personalvermittlers Adecco (-0,9%).

Abgaben gab es auch für die Versicherungswerte Swiss Life (-0,2%) und Swiss Re (-0,7%). Der Rückversicherer gab den Verkauf seiner Lebensversicherungstochter ElipsLife an Swiss Life International bekannt, zudem wollen die beiden Unternehmen künftig im Bereich der europäischen Personalvorsorgelösungen zusammenarbeiten. Analysten sprachen von einem eher überraschenden Deal.

Schwach zeigten sich auch die weiteren Finanzwerte: Klare Abgaben gab es insbesondere für die Aktien des Private Equity-Spezialisten Partners Group (-2,0%). Verluste mussten aber auch die Aktien der Grossbank UBS (-0,5%) und vor allem für die Titel der angeschlagenen Konkurrentin CS (-1,3%) hinnehmen.

Novartis (+0,03%) gingen kaum verändert aus dem Handel. Aussagen von Novartis-CEO Vas Narasimhan, wonach der mögliche Verkauf der Generika-Tochter Sandoz auf Interesse stosse, stützten den Kurs nicht nachhaltig. Man habe «verschiedene Anfragen nach näherer Information» erhalten, sagte er in einem Interview.

Gestützt wurden die Indizes dagegen von den festeren Nestlé (+0,4%), die von einem positiven Analystenkommentar der DZ Bank Rückenwind erhielten. Deutlicher zulegen konnten die Roche-Bons (+0,8%), die wieder in Richtung ihrer Rekordhochs stiegen. Am Markt wurde über Kaufaufträge aus dem angelsächsischen Raum gesprochen.

Fester schlossen auch die Aktien des Duftstoffherstellers Givaudan (+0,3%) und des Bauchemiekonzerns Sika (+0,4%). Klar aufwärts ging es zudem mit den volatilen Titeln des Bankensoftware-Spezialisten Temenos (+0,9%).

Am breiten Markt legten die Titel des Solarstromproduzenten Edisun (+2,5%) nach der Ankündigung der Übernahme von Solarprojekten vom Partner Smartenergy zu. Positiv schlossen auch die Varia US-Titel (+2,4%) nach der Ankündigung einer Dividendenerhöhung.

Abwärts ging es mit kleineren Pharmawerten wie Obseva (-5,8%), Idorsia (-3,1%) oder Basilea (-0,9%). Händler berichteten von einer zunehmenden Risikoaversion – Grossinvestoren würden sich derzeit von solchen Kleinaktien trennen. (awp/mc/pg)

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