CH-Schluss: SMI steigt 1,5% auf 8’638 Punkte

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Dienstag eine deutliche Erholung nach den starken Rückgängen der vier vergangenen Handelstage gezeigt. Die Wahrscheinlichkeit eines Handelskonflikts zwischen den USA und China sei gesunken, entsprechend hätten die Anleger aufgeatmet, hiess es. US-Finanzminister Steven Mnuchin hatte sich am Vorabend hoffnungsvoll gezeigt, dass sich die beiden Seiten im Streit um Strafzölle einigen können.

Die Märkte setzten darauf, dass die jüngste Strafzoll-Drohung des US-Präsidenten nur ein Versuch gewesen sei, Stärke zu demonstrieren, kommentierte ein Marktanalyst. Allerdings bleibe Trump weiterhin «unberechenbar». Von Konjunkturseite kamen am Dienstag eher schwache Daten. So gab die Wirtschaftsstimmung in der Eurozone stärker nach als erwartet und in den USA trübte sich die Konsumentenstimmung überraschend ein.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss am Dienstag um 1,52% im Plus auf 8’638,42 Punkten. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) legte um 1,41% auf 1’419,93 Punkte zu und der breite Swiss Performance Index (SPI) gewann 1,46% auf 10’088,78 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln schlossen alle im Plus.

Die kräftigsten Kursavancen verzeichneten Zykliker wie ABB (+2,5%), die im laufenden Jahr zu den schwächsten SMI-Werten gehören, aber auch Schindler (+2,2%) oder Adecco (+1,9%) legten klar zu. Vifor Pharma (+1,9%) teilte am Dienstag eine Lizenzvereinbarung für ein Medikament in Japan mit.

Im Fokus standen allerdings Novartis (+2,1%). Der Basler Pharmakonzern gab am Dienstag den Ausstieg aus einem Gemeinschaftsunternehmen mit GlaxoSmithKline für verschreibungsfreie Medikamente auszusteigen. Er erhält für seinen Anteil insgesamt 13 Mrd USD. Analysten äusserten sich wohlwollend zum Deal, auch wenn einige gerne einen noch höheren Preis gesehen hätten. Das Research-Unternehmen CFRA erhöhte sein Rating für Novartis auf «Buy» von bisher «Hold».

Roche (+1,4%) entwickelten sich etwa mit dem Gesamtmarkt. Das Research von Morgan Stanley senkte sein Rating für die Titel des Novartis-Konkurrenten auf «Underweight» nach zuvor «Equal Weight». Die Analysten verwiesen dabei auf den Margendruck wegen Biosimilars, aber auch auf die jüngsten durchzogenen Studienergebnisse zum Krebsmittel Tecentriq.

Für die Titel des Nahrungsmittelkonzerns Nestlé (+1,4%) bekräftigten die Analysten von JPMorgan ihr «Overweight»-Rating. Zulegen konnten auch die defensiven Swisscom (+1,5%). Im Handel wurden Gerüchte herumgeboten, wonach sich die italienische Tochter Fastweb Interesse am Festnetzanbieter Tiscali bekunden könnte.

Eine Erholung zeigten zudem die Grossbankenwerte UBS (+1,6%) und Credit Suisse (+1,3%) aber auch Julius Bär (+1,1%). Bankenaktien hatten in der Vorwoche im Zuge der Verwerfungen an den Finanzmärkten deutlich an Terrain eingebüsst.

Bei den Versicherungswerten standen Bâloise (+1,0%) nach der Publikationen der Jahreszahlen 2017 im Fokus. Die Analysten bescheinigten dem Versicherungsunternehmen ein «solides» Jahresergebnis, zudem fiel die Dividende höher als erwartet. Überschattet werde die positive Entwicklung allerdings von der «eher schwachen Entwicklung» in Deutschland, bemängelten etwa die Analysten von Baader Helvea.

Zu den etwas schwächeren Werten gehörten die Aktien des Aromen- und Riechstoffunternehmens Givaudan (+0,8%). Die am Montag angekündigte Übernahme des französischen Unternehmens Naturex durch Givaudan wurde aber von weiteren Analysten positiv kommentiert.

Am breiten Markt hat der Börsenneuling Sensirion (+0,9%) nach dem positiven Börsengang die Ausübung der Mehrzuteilungsoption bekanntgegeben. Eine erneut starke Entwicklung zeigen aber die Titel des Börsenneulings Medartis (+8,6%). Einen Höhenflug zeigten auch die Aktien der Schweizerischen Nationalbank (+8,6%), die laut Händlern von einem deutschen Börsenbrief zum Kauf empfohlen werden. (awp/mc/ps)

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