Schluss: SMI schliesst tiefer – CS enttäuscht mit Reorganisation

Schluss: SMI schliesst tiefer – CS enttäuscht mit Reorganisation

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Dienstag tiefer geschlossen. Nach den kräftigen Avancen vom Montag hätten einige Anleger wohl Gewinne mitgenommen, hiess es am Markt. Am späteren Nachmittag konnte die Börse noch einen Teil der Verluste aufholen. Beobachter verwiesen auf die am Abend beginnende Sitzung der EU-Finanzminister zu Griechenland. Zudem verbesserten Berichte über eine Einigung auf eine Waffenruhe im Nahen Osten die Stimmung.

Der SMI wurde am Dienstag vor allem von klaren Abgaben der Grossbankentitel wie auch von den erneut schwachen Schwergewichten Nestlé, Novartis und Roche belastet und schnitt klar schlechter ab als die wichtigen europäischen Handelsplätze. Als Schlusslicht im SMI gingen die CS-Aktien aus dem Handel, nachdem die Grossbank mit einer Reorganisation deutlich höher gesteckte Erwartungen der Investoren nicht erfüllte.

Der SMI schloss um 0,3% tiefer auf 6’618,99 Punkten. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) gab um 0,14 % auf 1’005,7 Punkte nach und der breite Swiss Performance Index (SPI) verlor 0,26% auf 6’095,8 Punkte.

Die CS-Aktien verloren 1,7%, nachdem die Bank vorbörslich über Veränderungen in der Organisations- und Managementstruktur informiert hatte. Die Analysten zeigten sich in ersten Kommentaren enttäuscht. Verglichen mit den tiefgreifenden Massnahmen der Konkurrentin UBS, die Ende Oktober massive Einschnitte im Investment Banking angekündigt hatte, sei das nur ein kleiner Schritt, hiess es. «Das ist nicht wirklich das, worauf wir gewartet hatten», hiess es etwa von Seiten der Bank Sarasin.

Aber auch die UBS-Aktien (-0,8%) mussten einen Teil der Vortagesgewinne wieder abgeben. In London ist der Prozess um den ehemaligen Händler, der 2,3 Mrd USD verspekuliert hatte, mit einer Strafe von sieben Jahren Haft zu Ende gegangen. Die Titel der Vermögensverwalterin Julius Bär gaben um 0,6% nach. Bei den Versicherungstiteln verloren Swiss Life 0,3% und Swiss Re schlossen 0,2% tiefer. Dagegen konnten Zurich und Bâloise 0,2% zulegen.

Zu den Verlierern gehörten auch die Pharmawerte Roche und Novartis, die beide um 0,7% nachgaben. Dagegen konnten Actelion (+1,0%) erneut zulegen. Beim Börsenschwergewicht Nestlé (-0,3%) gab einen Teil der Kursgewinne vom Vortag wieder ab. Die defensiven Swisscom (-0,1%) beendeten den Handelstag ebenfalls im Minus.

Deutliche Avancen verzeichneten am Dienstag dagegen die Luxusgüteraktien Richemont (+1,9%) und Swatch (+1,5%), die von den neusten Schweizer Uhrenexportzahlen profitieren konnten. Im Oktober sind die Uhrenexporte nominal im zweistelligen Prozentbereich gewachsen, nachdem im September erstmals seit langem ein Minuswachstum resultiert hatte. Während die Uhrenlieferungen nach China erneut zurückgegangen sind, hat sich die Lage im wichtigsten Exportmarkt für Uhren, Hong Kong, stabilisiert.

Klar im Plus schlossen auch weitere zyklische Titel, wie etwa Adecco (+0,3%), Holcim (+0,4%), SGS (+0,6%) oder Schindler (+1,0%). Im Gegensatz dazu setzten Lonza (-0,9%) nach dem Zwischenhalt am Montag den seit rund zwei Wochen anhaltenden Sinkflug weiter fort.

Syngenta beendeten den Handelstag 0,1% tiefer. Das Unternehmen gab die Übernahme der amerikanischen Sunfield Seeds bekannt. Die Akquisition wurde am Markt freundlich beurteilte, wesentliche Auswirkungen für den Konzern habe sie aber nicht, hiess es

Im breiten Markt gaben Schmolz+Bickenbach (-6,3%) deutlich nach. Nach den schwachen Quartalszahlen hat das UBS-Aktienresearch seine Gewinnerwartungen und das Kursziel für die Titel gesenkt und bezeichnet die Visibilität für 2013 als gering. Der Fokus liege nun allerdings auf den Verhandlungen mit den kreditgebenden Banken, so der Analyst

Die Versicherungsgruppe Helvetia (Aktie: +0,1%) hat die Verstärkung ihrer Präsenz auf dem italienischen Markt angekündigt. In der Lebensversicherung hat sie die Zusammenarbeit mit der Banco di Desio verlängert, in der Schadenversicherung hat die Helvetia die Mehrheit an Chiara Assicurazioni erworben. Analysten begrüssten den Schritt. (awp/mc/upd/ps)

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