CH-Schluss: Fester zum Wochenstart dank defensiven Schwergewichten

CH-Schluss: Fester zum Wochenstart dank defensiven Schwergewichten

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat zum Wochenauftakt nach einer Berg- und Talfahrt den Handel mit deutlich festeren Kursen und knapp unter dem Tageshoch geschlossen. Erst knüpften die Börsenindizes im frühen Handel an den sehr starken Freitag an, bevor der Erholungsversuch nach dem Mittag unterbrochen wurde. Neuerlich aufkeimende Konjunktursorgen und unerwartet schwache Quartalszahlen des Computerurgesteins IBM liessen die Börsianer vorübergehend zu Gewinnmitnahmen schreiten.

Danach kam dem hiesigen Börsenplatz sein defensiver Charakter zu Gute: Insbesondere die als Absicherung gesuchten defensiven Schwergewichte trieben die Indizes nach oben. Entsprechend schloss der Schweizer Aktienmarkt deutlich besser als viele europäische Pendants ab. Die Börsen bleiben weiter anfällig für starke Schwankungen. Der „Nervositäts-Grad“ der Anleger liess sich auch am entsprechenden Volatilitätsindex VSMI ablesen, dieser legte am Nachmittag vorübergehend deutlich zu.

Der Swiss Market Index (SMI) ging am Montag mit einem Aufschlag von 0,40% bei 8’283,32 Punkten aus dem Handel. Der gekappte Swiss Leader Index (SLI) stieg um 0,16% auf 1’224,00 Zähler an und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,38% auf 8’161,50 Punkte. Von den 30 wichtigsten Aktien schlossen 15 fester, 14 tiefer und Holcim unverändert.

Die defensiven Schwergewichte Roche (+0,3%), Novartis (+0,7%) und Nestlé (+0,8%) legten im späten Handel merklich zu und gaben den Indizes mit ihrer hohen Gewichtung die Richtung vor. Die drei Papiere bestreiten gemeinsam rund 55% der SMI-Kapitalisierung. Auch andere defensive Papiere wie Swisscom (+0,7%) fanden Käufer.

Mit bei den grössten Gewinnern fanden sich aber auch eher zyklische Aktien wie Aryzta (+1,3%), Geberit (+1,1%), Lonza (+0,9%) und Syngenta (+0,7%). Letztere befinden sich seit der Ergebnispublikation vom letzten Donnerstag auf dem Vormarsch, schneiden allerdings bezüglich Jahresperformance immer noch sehr schwach ab.

Konjunktursensitive Aktien waren aber auch am anderen Ende der Rangliste zu finden: Die Valoren des Bauchemieproduzenten Sika gaben um 1,3% nach, die des Spezialchemiekonzerns Clariant um 0,6% und die des Personaldienstleisters Adecco um 0,3%. Mit Zurückhaltung wurden auch die Luxusgüteraktien Richemont (-0,3%) und Swatch (-0,1%) vor der morgigen Publikation der Schweizerischen Uhrenexporte im September gehandelt.

Die deutlich höchsten Einbussen erlitten mit Abstand die Aktien des Ölbohrplattform-Betreibers Transocean (-5,1%). Die Papiere vollzogen den Abschlag von 4,5% nach, den sie am vergangenen Freitag in New York erlitten hatten. Auslöser war gemäss Marktbeobachtern eine Rückstufung auf „Market Perform“ von „Outperform“ durch Cowen.

Bei den Finanzwerten war kein klarer Trend auszumachen. Während in Credit Suisse (+0,7%) erste Käufe im Vorfeld der Ergebnispublikation vom Donnerstag zu sehen waren, stiegen UBS „nur“ um 0,3% und Julius Bär büssten gar 0,8% ein. Bei den Versicherer litten Swiss Re (-0,2%) unter den relativ düsteren Perspektiven für die Prämienentwicklung, wie sie der Finanzchef des Mitbewerbers Munich Re am Wochenende skizziert hatte.

Im breiten Markt fielen die Aktien des Automobilzulieferers Autoneum (+5,7%) auf. Die Titel profitierten von einer Ratingerhöhung auf Buy von Neutral durch die UBS. Der zuständige Analyst rechnet 2015 mit einer Beschleunigung des Wachstums. Nachdem die Aktien vom Höchststand im April um 30% heruntergekommen seien, würden die nun mit einem Abschlag von 8% zu den Wettbewerbern gehandelt. Zudem habe es Engagements im Hinblick auf den Investorentag am Donnerstag dieser Woche gegeben, so Marktbeobachter.

Etwas vermehrte Beachtung kam am Berichtstag den Valoren der Industriegruppe Dätwyler (-1,0%) zu. Das Unternehmen baut mit der Übernahme der Keystone Holding den Vertrieb in der US-Automobilindustrie aus. (awp/mc/upd/ps)

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