CH-Schluss: Gewinne – Defensive und Zykliker stützen

CH-Schluss: Gewinne – Defensive und Zykliker stützen

Zürich – Die Schweizer Börse hat den Mittwochshandel nach einem Schlussspurt mit Aufschlägen beendet und der SMI konnte sich am Nachmittag mit Rückenwind von den US-Börsen von zuvor erlitten Rücksetzern erholen. Stützend wirkten die defensiven Index-Schwergewichte sowie eine Erholung bei einigen Zyklikern im späten Handel. Bank und Versicherungswerte notierten mit Abgaben.

Zum Handelsauftakt hatte eine Stützungsaktion der Bank of Japan die Stimmung positiv beeinflusst. Die dann einsetzenden Abgaben betrafen vor allem die zuletzt gut gelaufenen Werte. Marktteilnehmer sahen darin eine normale Konsolidierung nach den Kursgewinnen der vergangenen Woche. Generell seien die Rahmenbedingungen für den Aktienmarkt aber so gut wie schon lange nicht mehr, hiess es weiter. Die US-Börsen reagierten am Nachmittag freundlich auf die Daten vom Immobilienmarkt. Die gestiegenen Rohöllagerbestände brachten den Ölpreis unter Druck.

Der Swiss Market Index (SMI) ging 0,51% höher bei 6’570,72 Punkten aus den Handel. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) gewann 0,34% auf 986,84 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,41% auf 6’085,95 Punkte.

Die defensiven Index-Schwergewichte boten ein tragfähiges Fundament für die Pluszeichen zum Handelsende. So legten Novartis (+0,6%) Roche (+1,0%) und Nestlé (+0,7%) vergleichsweise deutlich zu.

An der Indexspitze fanden sich Holcim, die um 2,0% auf 63,75 CHF anzogen. Die Aktie des Zementherstellers profitierte von einer Rating-Heraufstufung auf „Overweight“ mit einem Kursziel von 70 CHF durch JP Morgan. Der Aufschwung in den aufstrebenden Märkten sei der Start für eine längerfristige Entwicklung gewesen, hiess es u.a. in der Begründung.

Weitere grössere Gewinner waren Givaudan (+1,7%), Clariant (+1,0%), Sonova (+0,9%) und Lonza (+0,8%).

Transocean (+0,6% auf 42,19 CHF) hatte mit dem jüngsten Flottenreport eine weitere Zunahme des Auftragsbestandes ausgewiesen, allerdings seien auch mehr Ausfalltage zu erwarten. Jefferies hat das „Buy“-Rating für die Titel bestätigt, das Kursziel jedoch auf 57 von 60 USD gesenkt.

Adecco (+0,2%) meldete anlässlich der Investoren-Tage in Paris einen Rückgang des organischen Umsatzes in den ersten zwei Monaten des dritten Quartals um 4,5%. Bestätigt wurde indessen die mittelfristig angestrebte EBIT-Marge von über 5,5%.

Die Zürcher Kantonalbank sieht die Titel von Syngenta (+0,4%) nach der guten Kursentwicklung nun „fair“ bewertet und hat das Papier auf „Marktgewichten“ zurückgestuft. Zudem tätigte des Agrochemiekonzern eine Ergänzungsakquisition und übernimmt den bisherigen US-amerikanischen Technologiepartner Pasteuria Bioscience.

Die Finanzwerten verringerten im Tagesverlauf die negativen Vorzeichen spürbar. Die Aktien der Credit Suisse schlossen 0,3% leichter, lagen zeitweise aber mit 2% im Minus. Julius Bär gaben 0,3% ab. Nachbörslich meldete die Bank die Genehmigung einer Kapitalerhöhung durch die Aktionäre. Der Hauptsitz der UBS (Aktien -0,1%) in Frankreich wurde im Zuge der Geldwäscheermittlungen durchsucht. Die Versicherer Zurich Insurance (-0,5%), Bâloise (-0,4%) und Swiss Re (-0,6%) gaben ebenfalls ab.

Unter den Zyklikern litt Kühne+Nagel (-1,7%) darunter, dass das Management am Capital Markets Day die Wachstumsprognose für die Seefrachtsparte angesichts der Gesamtmarktentwicklung zurückgenommen hat und finden sich am Indexende. Auch Geberit (-0,8%) verloren deutlicher.

Im breiten Markt wurden Schmolz+Bickenbach (+10,5% auf 4,35 CHF) von einer Erstabdeckung durch die UBS beflügelt. Die Grossbank bewertet die Aktien des Werkzeug- und Stahlherstellers mit „Buy“ und einem Kursziel von 6,30 CHF.

Newron (-9,7%) scheiterte an der ausserordentliche Generalversammlung mit seinen Plänen für eine Kapitalerhöhung, um die schwedische NeuroNova übernehmen zu können. Die notwendige Zweidrittelmehrheit wurde äusserst knapp verfehlt. Der italienische Entwicklungspartner Zambon hatte sich gegen die Pläne gestemmt.

Precious Woods (-38,7%) wurden nach Zahlen abgestraft. Das Unternehmen gab mit dem Halbjahresbericht u.a. den Rücktritt von CEO Joachim Kaufmann und die Dekotierung der Aktien an der SIX voraussichtlich im ersten Quartal 2013 bekannt.

Valora (+2,3%) reagierten positiv auf die mit Michael Mueller als Finanzchef wieder komplettierte Führungs-Crew. Weiter profitierten Cicor (+4,2%) von erweiterten Aufträgen mit bestehenden Kunden. Und Vontobel (+1,9%) wurden etwas begünstigt vom Rückzug aus dem lokalen Privatkundengeschäft in Österreich. (awp/mc/pg)

SIX Swiss Exchange

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