CH-Schluss: Erneut deutliches Plus

CH-Schluss: Erneut deutliches Plus

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat die Sitzung vom Freitag mit deutlich höheren Kursen beendet. Nach einem freundlichen Start aufgrund guter Vorgaben von der Wall Street und aus Asien flachte das Geschehen zwar deutlich ab, zum Schluss legten die Indices aber nochmals etwas zu. Händler sprachen aufgrund mangelnder Nachrichten von einem eher flauen Geschäft. Viele Investoren seien an der Seitenlinie geblieben, da erst ab nächster Woche wieder mehr Unternehmensnachrichten und Wirtschaftsdaten zu erwarten seien.

Der Grossteil der Gewinne im hiesigen Markt ging auf das Konto der Indexschwergewichte Roche, Nestlé und UBS, die für mehr als zwei Drittel der SMI-Kursgewinne verantwortlich waren. Nach sieben Handelstagen im neuen Jahr steht der SMI nun bereits 5,4% im Plus, wobei etwa Transocean über 20% und CS sowie UBS über 10% zugelegt haben. Die Märkte notieren nun wieder so hoch wie Anfang September 2008, kurz vor dem grossen Absturz des SMI.

Der wichtigste Schweizer Aktienindex Swiss Market Index (SMI) gewann am Freitag zum Schluss 0,62% auf 7’188,22 Punkte, im Wochenvergleich ergab sich ein Plus von 1,8%. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) stieg um 0,46% auf 1’099,97 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,55% auf 6’619,71. Unter den 30 wichtigsten Aktien gab es am Schluss 17 Gewinner und 9 Verlierer, vier Titel schlossen unverändert.

Nestlé (+0,7% auf 61,25 CHF) profitierten unter anderem davon, dass Merrill Lynch die Einstufung auf «Buy» mit einem Kursziel von 68 CHF angehoben hat. Die Heraufstufung wurde mit der attraktiven Bewertung der Aktie und dem erwarteten Gewinnwachstum des Konzerns begründet. Exane BNP bestätigte ihre «Buy»-Empfehlung für die Nestlé-Titel und erhöhte das Kursziel auf 66 CHF.

Roche und UBS (je +1,4%) legten gar noch etwas mehr zu, obwohl es keine fundamentalen News dazu gab. Die beiden Titel würden einfach von verschiedenen Seiten als Favoriten für das laufende Aktienjahr genannt, was zwangsläufig gewisse Käufe mit sich bringe, hiess es dazu. Auch Novartis (+0,4%) hielten sich recht gut. Der Titel habe ebenfalls von Käufen von Grossanlegern profitiert, zudem seien weitere Phase-III-Studiendaten zum Medikament Afinitor veröffentlicht worden, war im Handel zu erfahren.

Die prozentual klar grössten Gewinne im SMI/SLI-Tableau erzielten ohne News aber Julius Bär (+3,5%). Die Privatbanken-Gruppe, die Anfang Februar ihr Jahresergebnis 2012 präsentieren wird, war im vergangenen Jahr einer der wenigen Verlierer am Schweizer Aktienmarkt und habe entsprechend ein gewisses Erholungspotential. Grössere Gewinne gab es ausserdem für Givaudan, Transocean, Adecco, Syngenta oder Swiss Re.

Auf der Gegenseite fielen Clariant (-1,7%), Lonza (-1,1%), Kühne+Nagel (-1,0%) oder Holcim (-0,9%) durch grössere Einbussen auf. In diesen Titeln seien nach den jüngsten, zum Teil starken Kursanstiegen einige Gewinne mitgenommen worden, hiess es dazu von Marktbeobachtern. Auf Holcim hätten zudem Berichte über zuletzt gesunkene Zementpreise in Indien gelastet, so Händler. Ausserdem sei Clariant von der CS mit einer Verkaufsempfehlung versehen worden, weil die Papiere überbewertet seien.

Unter den Luxusgüter-Titeln verloren Swatch weitere 0,7% auf 492,30 CHF, während Richemont um 0,5% auf 76,40 CHF zulegten. Am Vortag waren beide Werte im Angebot gelegen, belastet u.a. von Aussagen des Mitbewerbers Tiffany. Am Berichtstag nun hatte die UBS die Swatch-Titel von ihrer «Most Preferred List» gestrichen. Begründet wurde dies mit dem bereits hohen Aktienkurs.

Im breiten Markt fielen etwa GAM (+4,7% auf 14,55 CHF) positiv auf. Diese Titel profitierten von einer Heraufstufung auf «Outperform» durch die Credit Suisse mit einem Kursziel von 15,20 CHF. Die Aktien des Spezialitäten-Pharmaunternehmens Santhera (+5,5%) legten weiter zu, nachdem sie am Vortag im Zuge von spekulativen Engagements und hohen Umsätzen bereits um 41% haussiert hatten. Die Spekulation erfasste am Freitag nun einen weiteren Biotech-Titel, und zwar preschten Cytos mit einem Plus von 12% bei sehr hohen Volumen vor.

Daneben fielen mit Swissmetal (+65%), Infranor Inter (+16%), Schlatter (+15%) oder Precious Woods (+11%) weitere kleinere Titel mit zum Teil grossen Gewinnen auf. (awp/mc/pg)

SIX Swiss Exchange

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