CH-Schluss: Börsenparty auf Rekordniveau geht weiter

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Freitag zum vierten Mal in Folge in der verkürzten Nachosterwoche zugelegt und erstmals über 9’700 Punkten geschlossen; dies nach einem Sprung in der Schlussauktion auf einen neuen Höchststand. Gestützt wurde der Gesamtmarkt dabei insbesondere von den erneut starken Novartis sowie von Roche. Die Rekordlaune wurde damit also auch vor dem Wochenende nicht beeinträchtigt, auch wenn die Avancen letztlich gering waren.

Angeheizt wurde die „Partystimmung“ an den Börsen in der ausgelaufenen Woche vor allem von mehrheitlich soliden bis guten Unternehmenszahlen, sowohl in den USA als auch hierzulande. Mit Blick auf die Konjunktur wurde die positive Haltung hinsichtlich der globalen Konjunktur von einem deutlich besser als erwartet ausgefallenen Wirtschaftswachstum in den USA gestützt. Dort legte das BIP im ersten Quartal um 3,2 Prozent zu, womit die Prognosen um beinahe einen Prozentpunkt übertroffen wurden. Die Chancen, dass die amerikanische Notenbank die Zinsen im laufenden Jahr entgegen den Erwartungen doch noch einmal anheben wird, sind damit aber wieder etwas gestiegen, was die eher verhaltene Reaktion der Aktien auf die Zahlen erklärt.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss 0,31 Prozent höher bei 9’724,27 Punkten, was gleichzeitig einem neuen Allzeithoch entsprach. Im Wochenvergleich ergab sich ein Plus von 1,6 Prozent. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) zog um 0,22 Prozent auf 1’523,63 Punkte an und der Swiss Performance Index (SPI) um 0,30 Prozent auf 11’691,5 Punkte. Von den 30 wichtigsten Aktien legten 18 zu, 11 gaben nach und SGS blieben unverändert.

Grösste Gewinner waren zum Schluss Temenos mit einem Plus von 1,5 Prozent. Gestützt wurden sie von einem positiven Kommentar der Bank Vontobel, welche den Titel wieder in ihr Anlageuniversum aufnahm und zum Kauf empfahl.

Gute Gewinne verzeichneten darüber hinaus Sika (+1,3%), Sonova (+1,3%) oder Swisscom (+1,2%).

Das Plus des SMI war indes vor allem den schon die ganze Woche gesuchten Novartis (+0,8%) zu verdanken, sowie den ebenfalls festeren Roche (+0,7%). Das dritte Schwergewicht, Nestlé, zog mit +0,3% etwas moderater an.

Die stärkste Einbussen verzeichneten dagegen die PS von Schindler (-1,9%) nach einem enttäuschenden Quartalsergebnis. Der Lift- und Rolltreppenhersteller hat zwar mehr Aufträge an Land gezogen und den Umsatz gesteigert. Aber das operative Ergebnis ging im Vergleich zum Vorjahresquartal zurück, ebenso die Marge. In Analystenkommentaren erhielt Schindler viel Lob für das starke Wachstum bei Auftragseingang und Umsatz, der Gewinnrückgang wurde dagegen harsch kritisiert.

Nennenswertere Verluste erlitten noch Alcon (-1,0%) und Richemont (-0,5%).

Die zu Beginn ebenfalls sehr schwachen AMS (-0,3%) bauten im Tagesverlauf einen Teil der Verluste wieder ab. Dem Sensorenhersteller, der kommende Woche sein Zwischenergebnis veröffentlicht, machten negative Nachrichten aus der Technologiebranche zu schaffen. Der US-Chiphersteller Intel hatte seine Prognosen für das laufende Jahr gesenkt. „Das schlägt jeweils eins zu eins auf die Chip-Branche und ihre Vertreter durch“, sagte ein Händler.

Im breiten Markt fielen Georg Fischer (-3,8%) nach einer Kurszielsenkung durch die UBS deutlich zurück. Kurzfristig werde Georg Fischer die zunehmende Schwäche auf den End-Märkten und tiefere Kunden-Investitionen zu spüren bekommen, hiess es bei der Bank zur Begründung.

Noch stärker gaben Starrag (-4,5%) nach, welche am Vortag im Zuge der Bekanntgabe einer Reorganisation und einem Arbeitsplatzabbau noch gesucht waren.

Dagegen zogen Bobst um 1,8 Prozent an, beflügelt von einer Kaufempfehlung der Bank Berenberg. Die Titel seien unterbewertet, begründete die Bank ihren Entscheid. Es sei davon auszugehen, dass Bobst in den wichtigsten Märkten Marktführer bleiben werde und die Preise werde halten können. Zudem sollten sich die Margen ab dem laufenden Jahr 2019 wieder verbessern. (awp/mc/pg)

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