CH-Schluss: Kaum verändert – UBS und Clariant fest

CH-Schluss: Kaum verändert – UBS und Clariant fest

Zürich – Die Schweizer Börse hat am Dienstag anfängliche Verluste schnell wettgemacht und pendelte danach mit mehreren Vorzeichenwechseln um die Nulllinie. Am Ende resultierte im SMI ein geringfügiges Minus, in SLI und SPI jedoch ein Plus. Den Leitindex belasteten insbesondere Abgaben in den Schwergewichten aus der Pharma-Branche. Im Fokus standen vor allem die Aktien der Grossbank UBS und des Chemiekonzerns Clariant nach Halbjahresbilanzen.

Die Stimmung wurde von besseren Konjunkturdaten aus Europa leicht gestützt, wie etwa dem Konsumentenvertrauen in Deutschland oder der verlangsamten Talfahrt der spanischen Wirtschaft. Die Wirtschaftsstimmung in der Eurozone hat sich aufgehellt und auch das Geschäftsklima zeigte positive Daten. Die Anleger würden sich aber vor den anstehenden Sitzungen der grossen Notenbanken eher abwartend verhalten, so Marktbeobachter. Der CaseShiller-Index zum US-Hausmarkt sowie die Daten zum US-Konsumentenvertrauen gaben kaum Impulse.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss 0,05% leichter bei 7’810,17 Punkten (Tageshoch/-tief: 7’834/7’775). Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) stieg dagegen um 0,27% auf 1’196,35 Stellen und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,06% auf 7’388,64 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln lagen am Ende 13 im Minus und 17 im Plus.

Unter den SMI-/SLI-Valoren haben die Grossbank UBS den detaillierten Halbjahresabschluss sowie der Chemie-Konzern Clariant das Zwischenergebnis vorgelegt. UBS (+2,3%) profitierte vor allem davon, dass die Bank die Option für den Rückkauf des Eigenkapitalanteils der SNB-Zweckgesellschaft im vierten Quartal dieses Jahres ausüben will. Dadurch werde sich die BIZ-Kernkapitalquote um 70–90 Basispunkte verbessern, teilt die Grossbank mit. Die weiteren Fortschritte würden vom Markt ebenfalls honoriert, so Händler. Seit vergangener Woche bereits bekannt waren die Eckdaten des Halbjahresabschlusses. CS (-0,4%) und Julius Bär (+0,4%) notierten uneinheitlich.

Clariant (+2,8%) waren wegen Fortschritten auf betrieblicher Ebene ebenfalls stark gesucht, so Marktbeobachter. Das Betriebsergebnis lag über den Erwartungen. In der Sparte «Catalysis & Energy» wurde trotz Umsatzrückgang eine Margenverbesserung erzielt.

Sulzer (+2,7%)und Kühne+Nagel (+2,1%) zählten ebenfalls zu den grösseren Gewinnern. Die Titel des Logistik-Konzerns würden von einer Rating-Erhöhung für den Mitbewerber Panalpina (+2,7%) auf «Neutral» durch die HSBC begünstigt, so Marktbeobachter. Lonza (+2,4% auf 71,55 CHF) wurden durch die Analysten von Standard & Poor’s auf «Hold» heraufgestuft mit einem Kursziel von 74 CHF. Im Weiteren zogen auch die die Titel der Luxusgüter-Herstellerin Richemont (+1,3%) deutlicher an, während Swatch um 0,5% stieg.

ABB (+0,2%) gewannen nach der Übernahme des Ringmotorengeschäfts vom französischen Wettbewerber Alstom leicht hinzu.

Die Index-Schwergewichte dagegen belasteten den Leitindex. In Novartis (-0,6%) seien Gewinnmitnahmen auf die Vortagesavancen zu beobachten gewesen, hiess es. Derweil lagen auch Roche GS (-0,8%) weiter im Angebot. Nestlé (-0,1%) zeigte sich nur geringfügig leichter.

Deutlich verloren Holcim (-1,5%), Transocean (-0,8%) und Sika (-1,3%). Bei Letzterer seien nach dem Kursplus (+5,6%) am Vortag Gewinne realisiert worden, sagten Händler.

Im breiten Markt hat die Industrie-Gruppe Bucher (+4,1%) mit den Halbjahreszahlen die Erwartungen des Marktes übertroffen, ausser beim Bestellungseingang, und hält am Ausblick für das Gesamtjahr fest.

Weiter legten die Werte des Bankensoftware-Hauses Temenos (+2,5% auf 24,60 CHF) zu. Die Bank Vontobel bezeichnete das am Vorabend vorgelegte Q2-Ergebnis als «sehr solide». Die UBS bestätigte die «Buy»-Empfehlung für die Aktie und erhöht das Kursziel auf 26,50 CHF.

Demgegenüber wurden die Titel des Pharma-Unternehmens Acino (-16,1% auf 74,25 CHF) abgestraft. Mit den Halbjahreszahlen seien die Erwartungen des Marktes auf der ganzen Linie enttäuscht worden, so Marktbeobachter. Zudem belaste auch die nach unten korrigierte Umsatz-Guidance für das Gesamtjahr. Helvea senkte die Einstufung der Acino-Aktie auf «Neutral» und das Kursziel auf 80 CHF von 110 CHF.

Des Weiteren avancierten die Titel des Beteiligungsunternehmens New Value (+37,8% auf 2,08 CHF) stark, nachdem das Management eine Aktienkapitalerhöhung und Strategieänderung bekannt gegeben hatte, über die die Aktionäre allerdings noch abstimmen müssen. (awp/mc/pg)

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