CH-Schluss: SMI verliert 1,67% auf 9’237,79 Punkte

CH-Schluss: SMI verliert 1,67% auf 9’237,79 Punkte

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat die Sitzung vom Freitag mit deutlichen Verlusten und auf Tagestief beendet. Nachdem die Indices anfänglich noch von guten US-Vorgaben profitiert hatten, nahmen schon bald die Sorgen um einen Austritt Griechenlands aus der Eurozone («Grexit») wieder Überhand. Dies führte zu deutlichen Abgaben, wobei sich die Verluste in der zweiten Tageshälfte mit der US-Eröffnung und nochmals bei der Schlussauktion deutlich ausweiteten.

Auch an den Devisenmärkten zeigte sich die erhöhte Nervosität und der Franken legte zu Euro und US-Dollar phasenweise klar zu. Laut Marktteilnehmern dürfte sich die Situation von Griechenland in den nächsten Tagen weiter zuspitzen. «Bereits in Kürze könnte der Vorhang fallen», meinte denn auch ein Händler dazu. Weniger im Fokus der Aktienmärkte standen derweil diverse neue US-Konjunkturzahlen, auch wenn die meisten davon ziemlich schwach ausfielen.

Der Swiss Market Index (SMI) verlor zum Handelsschuss 1,67% oder gut 156 Punkte auf 9’237,79 Zähler, wobei der Volatilitätsindex VSMI als Messgrösse für die Nervosität am Markt um über 9% zulegte. Auf Wochensicht büsste der SMI ebenfalls ein, und zwar um rund 1,2%. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI) sank am Freitag derweil um 1,53% auf 1’380,93 Punkte und der marktbreite Swiss Performance Index (SPI) um 1,54% auf 9’377,54 Zähler. Von den 30 wichtigsten Aktien schlossen 26 im Minus, drei im Plus und eine (Sonova) unverändert.

Klar grösster Verlierer waren die meiste Zeit des Tages Richemont (-3,5%). Die Papiere des Luxusgüter-Herstellers sind bereits seit letztem Freitag, als der Konzern schwache April-Umsatzzahlen vermeldet hatte, auf dem Rückzug. Die Aktie des Branchennachbarn Swatch (-1,5%) büsste derweil deutlich weniger ein. Swatch-CEO Nick Hayek hatte am Donnerstag anlässlich der Generalversammlung und mit Blick auf die «soliden» Uhrenexportdaten im April Zuversicht ausgestrahlt. In der bisherigen Jahresperformance liegen allerdings Richemont klar vor Swatch.

Sehr schwach schlossen auch die Papiere des Backwaren-Herstellers Aryzta (-2,6%), der am kommenden Dienstag die Umsatzzahlen für sein drittes Quartal 2014/15 veröffentlichen wird. Die Aktie ist seit längerer Zeit auf Kriechgang und notiert deutlich über 20% tiefer als Ende 2014, dies nach einer Gewinnwarnung und einer neuen Übernahme im März. Nach einem schwachen zweiten Quartal würden die Marktteilnehmer noch keine klare Verbesserung erwarten, hiess es zum Kursverlauf am Freitag.

Auch die Papiere der UBS (-2,3%) zählten zu den grössten Verlierern, während diejenigen der Credit Suisse (-1,0%) sich klar besser hielten. Die Ratingagentur Moody’s hat die Kreditwürdigkeit der beiden Grossbanken bestätigt, allerdings will sie gewisse UBS-Ratings auf eine mögliche Abstufung hin im Auge behalten. Zudem wurden die grösste Schweizer Bank und der Vermögensverwalter Julius Bär (-1,4%) im Bericht des US-Justizdepartements zum Fifa-Skandal erwähnt.

Grössere Verluste mussten zum Handelsschluss auch die SMI-Schwergewichte hinnehmen. Roche (-2,2%) und Novartis (-2,0%) büssten im Vorfeld eines wichtigen US-Onkologiekongresses (Asco) stark an Wert ein. Der dritte SMI-Riese Nestlé büsste nachrichtenlos 1,2% ein. Verluste von über 2% gab es auch für Lonza, Givaudan, Bâloise, Holcim oder Adecco, ohne dass allerdings News vorhanden gewesen wären.

Grösste Gewinner waren derweil Transocean mit einem Plus von 1,9% vor Galenica mit +1,0%. Die Papiere des Berner Pharmaunternehmens konnten damit die Vortagesgewinne um weitere 2,3% ausbauen. Die am Vortag kommunizierte US-Vertriebsvereinbarung für das Roche-Medikament Mircera wurde von der Deutschen Bank als «exzellente Nachricht» bezeichnet.

Dritter Gewinner waren Syngenta mit +0,5% auf 425,50 CHF. Händler führten dies auf Gerüchte bezüglich einer Nachbesserung der bislang nicht bindenden Kaufofferte des US-Rivalen Monsanto zurück. Die bisher gebotenen 449 CHF je Aktie könnten in einem ersten Schritt bis auf 500 CHF aufgebessert werden, hiess es. Gewisse Marktkreise sprachen gar von 545 CHF je Titel.

Im breiten Markt verloren Dottikon ES (-4,9%) deutlich nach Zahlen. Sehr schwach waren u.a auch Molecular Partners (-7,6%), Burkhalter (-5,4%) oder Airesis (-3,9%), während etwa Gavazzi (+3,9%), Myriad (+3,8%) oder Burckhardt (+2,2%) klar zulegen konnten. (awp/mc/upd/ps)

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