CH-Schluss: SMI schliesst +0,24% auf 8’761,68 Punkte

CH-Schluss: SMI schliesst +0,24% auf 8’761,68 Punkte

Zürich –   Der Schweizer Aktienmarkt hat am Dienstag in der Gewinnzone geschlossen und an den fulminanten Wochenstart angeknüpft, wenngleich deutlich weniger dynamisch. Nach einer schwachen Startphase etablierte sich der Leitindex SMI im Plus, wobei vor allem zyklische Werte die Richtung vorgaben. Im weiteren Verlauf verlief der Handel dann grossmehrheitlich impulslos. Am Nachmittag liess frischer Wind von den US-Börsen den SMI zwischenzeitlich auf das Tageshoch klettern. Zum Handelsende hin kam der Schwung aber wieder abhanden, belastet haben insbesondere Pharmaschwergewichte.

Nach der von Zinshoffnungen genährten Erholungsrally zum Wochenstart hätten klare Richtungssignale gefehlt, wie es hiess. Zwar gelte es als ausgemacht, dass der erste Zinsschritt in den USA seit fast einer Dekade eher später als früher erfolgen werde, was die Dividendentitel grundsätzlich nach unten hin absichere. Gleichwohl würden die zuletzt enttäuschenden US-Makrodaten Sorgen über den Zustand der Weltwirtschaft nähren und für ein gewisses Abwärtsrisiko an den Aktienmärkten sorgen.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss 0,24% höher auf 8’761,68 Punkten. Der 30 Titel umfassende, in der Titelgewichtung gekappte Swiss Leader Index (SLI) legte 0,80% auf 1’294,46 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,38% auf 8’942,61 Zähler zu. Von den 30 Blue Chips standen am Ende 25 im Plus, drei im Minus und zwei unverändert.

Die grossen Gewinner bei den Blue Chips waren Transocean mit +8,2%. Bereits am Montag fielen die stark vom Ölpreis abhängigen Titel mit einem Kurssprung von über 10% aus dem Rahmen. Hinter Transocean rückten Aryzta um 5,0% vor. Beiden Titeln ist gemein, dass sie sich seit Jahresbeginn unter den Blue Chips am schwächsten entwickelten. Es könnten Schnäppchenjäger am Werk sein und die Kurse in die Höhe treiben, meinte ein Händler.

Die Titel der Luxusgüter- und Uhrenhersteller Swatch (+2,8%) und Richemont (+2,7%) knüpften an den starken Lauf vom Montag an und setzen damit die Erholungsbewegung der vergangenen Handelstage fort. Weitere Zykliker wie Lonza, Clariant, Sika, SGS und LafargeHolcim legten zum Teil deutlich mehr als 1% zu. Bei den Finanzwerten hatten am Ende Julius Bär mit +2,1% die Nase vorn.

Eine Belastung waren dagegen die Pharmaschwergewichte Novartis (-0,8%) und Roche (-0,2%). Der Pharmakonzern Roche hatte allerdings positive Studiendaten zur Kombinationstherapie von Cotellic und Zelboraf bei der Behandlung von Hautkrebs veröffentlicht. Dies seien gute Nachrichten für Roche, merkten die Analysten von Baader Helvea an. Der Markt für die entsprechende Produktgruppe sei aber nicht sehr gross.

Mit Actelion (+1,5%) schloss dennoch ein Pharmawert weit oben im SMI/SLI-Tableau. Nachdem sich die Titel im dritten Quartal schwächer als der Gesamtmarkt entwickelten und sich von ihrem im Juli markierten Allzeithoch mittlerweile rund 15% entfernt haben, würden sie wieder vermehrt auf den Kaufzetteln erscheinen, hiess es.

Die prozentual grössten Verluste verbuchten Syngenta mit -1,0%. Auf der Kursentwicklung dürften die Angaben zur Geschäftsentwicklung des US-Konkurrenten Dupont gelastet haben. Dieser hatte seine Jahresgewinnprognose wegen der Stärke des Dollars im Vergleich zu Schwellenländerwährungen gesenkt. Auch die weitere Abschwächung des brasilianischen Agrarmarktes trübe die Perspektiven, hiess es von Seitens Dupont. Lateinamerika und vor allem der riesige Markt Brasilien sind „matchentscheidend“ für den Geschäftsgang der Agrochemiekonzerne im zweiten Halbjahr. Dort beginnt demnächst die Anbausaison.

Im breiten Markt hatten Emmi (+6,0%) nach einer Kaufempfehlung aus dem Hause UBS einen starken Lauf. Die internationale Nischenposition der Milchverarbeiterin scheine stärker zu sein als bislang vermutet, lautete die Begründung.

Auch Sulzer (+6,2%) avancierten kräftig und knüpften damit an die Gewinne vom Montag an. Händler verwiesen auf den geringeren Freefloat, nachdem Investor Victor Vekselberg rund 63% der Aktien hält. Das könne zu bei Nachfrageänderungen zu einem Short-Squeeze und einer grösseren Volatilität führen.

Positiv fielen zudem Burckhardt (+5,3%) und Kuoni (+5,1%) auf, während u.a. New Venturetec (-5,7%), Comet (-3,9%) und Burkhalter (-2,8%) im Minus schlossen. (awp/mc/cs)

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