CH-Schluss: Deutliche Verluste nach verlängertem Wochenende

CH-Schluss: Deutliche Verluste nach verlängertem Wochenende

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt ist am Montag sehr schwach in die neue Handelswoche gestartet. Nach einem deutlich Rücksetzer am Vormittag schien sich der Markt bis zum Mittag auf einem tiefem Niveau zu stabilisieren, mit der Eröffnung in den USA akzentuierten sich die Abgaben dann allerdings nochmals. Für die schlechte Stimmung machten Händler die Angst vor einer Abschwächung der Konjunktur in Europa und eine früher als erwartete Zinserhöhung in den USA verantwortlich.

Zudem hatten die wichtigsten Handelsplätze auch am Freitag, als die Schweizer Börsen geschlossen war, zum Teil deutliche Abgaben verzeichnet, die hierzulande noch nachvollzogen wurden. Auch die zahlreichen geopolitischen Konfliktherde, die Sanktionen der EU und der USA gegen Russland und die erneute Staatspleite von Argentinien begrenzten die Risikobereitschaft der Anleger.

Der Swiss Market Index (SMI) büsste bis zum Schluss 1,26% auf 8’304,04 Punkte ein. Damit sind bisherigen Gewinne im laufenden Jahr beinahe weggewischt. Der SMI verzeichnet seit Jahresanfang noch ein Plus von knapp 1,3%. Der gekappte Swiss Leader Index (SLI) gab um 1,26% auf 1’257,91 und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 1,31% auf 8’220,49 Zähler nach. Von den 30 wichtigsten Aktien verloren alle bis auf Actelion an Wert.

Viele Beobachter sehen die Aktien aber als Anlageklasse noch nicht grundsätzlich in Frage gestellt. Es sei weiterhin von einer sich langsam und nachhaltig erholenden globalen Wirtschaft auszugehen, was einen positiven Einfluss auf Risikoanlagen wie Aktien haben sollte, heisst es beispielsweise bei Swisscanto. Und auch für die Analysten der Zürcher Kantonalbank bleibt die Anlageklasse mittel- bis langfristig relevant.

Richtiggehend eingebrochen sind die Aktien von Clariant (-3,8%). Die Titel stehen bereits seit der Vorlage der Halbjahreszahlen am vergangenen Mittwoch unter erhöhtem Abgabedruck. Dahinter folgten weitere konjunktursensitive Valoren wie Transocean (-3,3%), Sika (-3,1%) oder Schindler (-2,4%).

Ein deutliche Belastung für den SMI waren aber auch die als defensiv geltenden Schwergewichte Nestlé (-1,5%), Roche (-1,4%) oder Novartis (-1,3%), welche alle klare Verluste verzeichneten. Allein die Abgaben in diesen drei Papieren waren für ein Grossteil der SMI-Verluste verantwortlich.

Nachrichten zu den Blue Chips waren aber insgesamt Mangelware, wodurch Analystenkommentare mehr Gewicht erhielten. So hat die Bank Vontobel das Kursziel für die Valoren von ABB (-1,7%) leicht gesenkt, die Kaufempfehlung aber mit dem Rating «Buy» bestätigt.

Die Analysten von Barclays haben derweil die Kursziele für die drei Banken-Blue Chips leicht nach unten revidiert, dabei aber die Ratings «Overweight» für Credit Suisse und UBS sowie «Equalweight» für Julius Bär bestätigt. CS (-0,2%) hielten sich dabei deutlich besser als Julius Bär (-1,1%) und UBS (-1,2%). Die ZKB hatte zudem für UBS das Rating wegen der unklaren Konsequenzen aus den diversen hängigen Rechtsfällen auf «Marktgewichten» von «Übergewichten» reduziert.

Im breiten Markt fielen Meyer Burger (-7,9%) mit klaren Abgaben auf. Im Handel war von einer befürchteten Ergebnisenttäuschung die Rede. Auch Starrag (-4,6%) büssten klar ein, nachdem in der Wochenendpresse auf das starke Russland-Geschäft des Maschinenbauers verwiesen wurde, welches in der Zwischenzeit aber praktisch zum Erliegen gekommen sei.

Pargesa (-1,7%) fielen nach den Halbjahreszahlen etwas zurück, während Evolva nach der Ankündigung einer kleineren Akquisition um 8,5% einbrachen.

Valora (-1,0%) verloren nach der Ankündigung einer Wertberichtigung über 17 Mio CHF im Zusammenhang mit dem Umbau der Sparte Valora Trade ebenfalls an Wert. Ausserdem hat das Unternehmen für das zweite Semester weitere ausserordentliche Restrukturierungskosten von 10 bis 15 Mio CHF angekündigt und deshalb die bisherige Prognose für das Gesamtjahr fallen gelassen. (awp/mc/upd/ps)

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