CH-Schluss: Schwach auf breiter Front

CH-Schluss: Schwach auf breiter Front

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Freitag schwach geschlossen. Der Leitindex SMI startete nach mehr oder weniger neutralen Vorgaben von den Überseebörsen verhalten, gab dann aber bis zum späten Vormittag stetig an Terrain preis. Auf diesem Niveau bewegte sich der Index bis zum Handelsschluss per Saldo nur noch seitwärts. Investoren seien zum Wochenausklang auf Nummer sicher gegangen und hätten Kasse gemacht, hiess es. Zum einen gelte es nämlich, die Reaktion Moskaus auf die nochmals verschärften Sanktionen seitens der EU und USA abzuwarten. Zudem würde bereits auf Zinssignale von der anstehenden Sitzung des geldpolitischen Ausschusses der US-Notenbank-Fed von kommender Woche gewartet.

Während des Handels blieben grössere Impulse aus. Die Zahlen zu den US-Einzelhandelsumsätzen und die Daten zum Verbrauchervertrauen der Universität Michigan vom Nachmittag hatten ebenso wie die Angaben zur Industrieproduktion und Beschäftigung in der Eurozone am Vormittag wenig Einfluss auf den Kursverlauf der hiesigen Dividendenpapiere. Die aktuelle Nachrichtenlage habe nicht viel hergegeben, hiess es denn auch im Handel.

Der Swiss Market Index (SMI) stand am Handelsende 0,37% tiefer auf 8’795,93 Punkten. Im Wochenvergleich resultiert damit ein Plus von 0,1%. Der gekappte Swiss Leader Index (SLI) verlor 0,28% auf 1’312,05 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,31% auf 8’678,70 Stellen. Von den 30 wichtigsten Aktien gingen 16 im Minus, elf im Plus und drei unverändert aus der Sitzung.

Insgesamt sei es am Markt ziemlich ruhig gewesen, nicht zuletzt auch aufgrund fehlender Nachrichten zu den Einzeltiteln, hiess es. Bei den Blue Chips verzeichneten die Titel des Erdölbohrkonzerns Transocean (-2,8%) den grössten prozentualen Verlust. Bis zum Nachmittag hatten sich die Einbussen noch in Grenzen gehalten. Erst kurz nach der Eröffnung der US-Börsen gaben die Titel im Gleichschritt mit den US-Papieren (RIG) deutlich nach. News lagen bis zum hiesigen Börsenschluss allerdings nicht vor. Händler konnten sich keinen Reim auf die Bewegung machen. Man renne wieder den Amerikanern nach, hiess es.

Grössere Verluste verzeichneten mit Holcim (-1,6%), Sonova (-1,4%) und Clariant (-0,6%) weitere zyklische Papiere. Doch auch die schwergewichtigen Defensiven zogen den Gesamtmarkt nach unten: Nestlé und Novartis verloren je 0,6%, Roche gaben mit einem Minus von 0,2% moderater nach. Für etwas Newsflow unter den Standard-Werten sorgten Novartis. Der Basler Pharmakonzern stellte erneut Studiendaten zum Multiple Sklerose-Medikament Gilenya vor, welche die hohe Wirksamkeit bestätigten. Marktbeobachter bezeichnen den Einfluss der Daten auf die heutige Kursentwicklung aber als gering.

Unter grösserer Beobachtung standen Bankentitel wie CS (-0,7%) und UBS (+0,4%), da sich der Bundesrat am Berichtstag mit der Frage der steuerlichen Abzugsfähigkeit von Bussen befasst hatte. Nach dessen Ansicht stellen Bussen keinen geschäftsmässig begründeten Aufwand dar und dürfen daher nicht von der Steuer abgezogen werden. Dieser Entscheid sei wenig überraschend und entspreche den Erklärungen, die Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf schon im Mai im Parlament abgegeben hatte: Abzugsfähig sind nur Zahlungen ohne Strafcharakter. Verbindlich ist dieses Ergebnis nicht.

Bei den Gewinnern hatten Sika ohne News mit einem Plus von 0,7% die Nase vorn. Erneut positiv stachen Lonza (+0,5%) hervor, die seit Anfang August einen starken Lauf haben und mittlerweile ein Jahresplus von über 30% aufweisen. Händlern zufolge befeuern immer wieder aufflammende Übernahmegerüchte den Kurs der Aktie. ABB (+0,2%) meldete einen Auftrag vom US-Stromversorger Public Service Electric & Gas (PSE&G) im Wert von über 30 Mio USD. Für ABB sei diese Order eher klein und daher auch nicht kursrelevant, hiess es im Handel.

Im breiten Markt brachen die Aktien des Vermögensverwalters Gottex nach endgültigen Zahlen zum ersten Halbjahr um 9,3% ein. Die Gesellschaft hatte zwar bereits im Juli über einen operativen Verlust informiert, dieser fiel nun aber höher aus als vom Markt erwartet.

Zahlen präsentierte auch der Schliesstechnikkonzern Kaba (Aktien -1,8%). Im vergangenen Geschäftsjahr (per Ende Juni) stieg der Umsatz erstmals über eine Milliarde Franken. Analysten zeigten sich aber von der Profitabilität sowie von der EBITDA-Guidance leicht enttäuscht. Die volatilen Edisun schlossen ohne News 8,4% höher. (awp/mc/ps)

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