CH-Verlauf: Defensive verhelfen dem Gesamtmarkt zu kleinem Plus
Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt ist am Mittwoch nach einem negativen Start mittlerweile in die Gewinnzone vorgerückt. Getragen wird das moderate Plus insbesondere von den defensiven Schwergewichten. Insgesamt bleibt die Stimmung aber zurückhaltend. Die Berichtssaison zum dritten Quartal wird erst in der kommenden Woche für neue Impulse sorgen. Das grundsätzliche Problem bleibe in dem weiterhin ungelösten Konflikt im Nahen Osten bestehen, heisst es in einer Markteinschätzung von Swissquote.
Mit Blick auf die hohen Renditen der Staatsanleihen meint zudem die Raiffeisen Bank in einem Kommentar, dass das Erdbeben an den Kapitalmärkten kaum ohne Folgen bleibe dürfte. Nebst den Staatsanleihen seien auch die Zinsen für klassische Unternehmens- und Konsumkredite sowie Hypotheken teurer geworden. Die Gefahr von Verwerfungen im Finanzsystem sei dadurch grösser geworden. Steigende Kapitalmarktzinsen seien für gewöhnlich Gift für die Aktien. Zwar hätten die Aktienmärkte bislang kaum nachgegeben, unter der Oberfläche habe es indes bereits Korrekturen gegeben, so etwa beim deutlich gesunkenen Kurs-Gewinn-Verhältnis. Angesichts steigender Kosten dürfte es schwieriger werden, die Gewinnerwartungen weiter nach oben zu schrauben. Werden diese enttäuscht, könnten auch die Aktienkurse unter Druck geraten.
Nur vorübergehende Entspannung beim Ölpreis
Der Ölpreis hatte sich am Vortag bis Richtung 97 Dollar für die Sorte Brent zwar etwas abgeschwächt, die zunehmenden Kämpfe im Jemen und die Gefahr weiterer Angriffe verhinderten jedoch stärkere Preisverluste und der Preis notiert mittlerweile wieder bei rund 101 US-Dollar.
Der SMI notiert um 10.55 Uhr 0,34 Prozent höher bei 13’836,22 Punkten. Von den 20 Einzelwerten teilen sich Gewinner und Verlierer gleichmässig auf. Der breite SPI gewinnt zeitgleich 0,22 Prozent auf 19’604,91 Punkte. Der Mid-Cap-Index SMIM – ohne die Schwergewichte – büsst hingegen 0,13 Prozent auf 3063,25 Punkte ein.
Das Plus des Gesamtmarktes ist insbesondere den beiden Pharma-Gössen Roche (+1,5%) und Novartis (+1,2%) zu verdanken, welche gemeinsam die Tabellenspitze zieren. Dahinter sind weitere Gesundheitsaktien wie Sandoz (+1,2%) und Alcon (+0,6%) gesucht, während auch Nestlé (+0,6%) zur Spitzengruppe gehören.
Die Gewinne von Swisscom (+1,6%) und Sunrise (+2,1%) im SMIM untermauern die Suche nach sicheren Werten.
Bei den Blue Chips büssen Holcim (-1,2%) und ABB (-1,0%) am stärksten ein. ABB bleiben aber mit einem Wertzuwachs von beinahe 40 Prozent weiterhin unangefochtener Leader im Jahresrennen.
UBS (-0,8%) erhalten zumindest vorerst von einer Kurszielerhöhung durch die Deutsche Bank und deren bestätigter Kaufempfehlung kaum nennenswerte Impulse.
Innerhalb des SMIM fallen Industrie-Titel wie VAT (-2,4%), Accelleron (-2,0%) oder SIG (-1,4%) deutlicher zurück.
Auch die Aktien von Julius Bär (-2,4%) stehen am Mittwoch wie zumeist in den letzten Tagen unter Druck. Die Euphorie von Ende September, als die Privatbanken-Gruppe das Ende der Finma-Untersuchung und den Start eines grösseren Aktienrückkaufprogramms ankündigen konnte, ist damit schnell wieder verfolgen.
Im breiten Markt sind Montana Aerospace (2,9%) gesucht. Der Luftfahrtzulieferer hat anlässlich eines Investoren- und Analystenbesuchs an seinen rumänischen Produktionsstandorten seine Wachstumsstrategie bekräftigt.
Avolta (+1,1%) rücken ebenfalls etwas vor, gestützt von einem neuen langfristigen Vertrag für Duty-Free-Flächen am Flughafen Seattle-Tacoma. (awp/mc/ps)