CH-Schluss: SMI gewinnt 0,2% auf 9’529 Punkte

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt ist mit leichten Gewinnen in die neue Woche gestartet und hat damit an den positiven Wochenausklang angeknüpft. Die Veränderungen hielten sich allerdings in Grenzen, und der Leitindex SMI bewegte sich den ganzen Tag über in einer relativ engen Bandbreite um die 9’500-Punkte-Marke. Die Stimmung wurde in Marktkreisen entsprechend als neutral bis freundlich eingestuft. Im Fokus waren die Papiere der Grossbank UBS.

Hauptgesprächsthema waren abgesehen davon die Hoffnungen auf eine baldige Regierungsbildung in Deutschland und der noch nicht gelöste Budgetstreit in den USA. Der „Shutdown“ wurde jedoch eher gelassen gesehen. Dieser dürfte höchstens für kurzfristige Irritationen sorgen, hiess es zum Beispiel in einem Kommentar der ZKB. Die Bank betonte den anhaltenden Optimismus der Investoren aufgrund der vorteilhaften Wachstumsaussichten der Weltwirtschaft und den daraus abzuleitenden „hervorragenden“ Gewinnaussichten der Unternehmen.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss 0,20% höher bei 9’529,13 Punkten und damit auf dem Tageshoch. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) zog um 0,15% auf 1’569,86 und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,14% auf 10’950,96 Stellen an. Von den 30 wichtigsten Titeln legten 21 zu und neun gaben nach.

Im Scheinwerferlicht standen die UBS-Papiere, nachdem die Bank am Morgen die Zahlen zum Schlussquartal 2017 vorgelegt hatte. Die Aktien gaben am Vormittag zeitweise markant nach, erholten sich dann aber im Verlauf des Nachmittags und schlossen 0,4% im Plus. Analysten sprachen von durchzogenen Resultaten. Sie meinten damit weniger den Milliardenverlust infolge der US-Steuerreform als vielmehr den eher enttäuschenden Gewinnbeitrag aus dem Investment Banking. Gut kam auf der anderen Seite die neue Ausschüttungspolitik sowie das Aktienrückkaufprogramm an.

Die beiden anderen Bankentitel im SMI waren derweil bei den grössten Gewinnern anzutreffen, wobei sich die CS-Papiere (+1,1%) noch etwas besser schlugen als jene von Julius Bär (+1,0%).

Die grössten Gewinne bei den Blue Chips verbuchten allerdings mit grossem Abstand Dufry (+2,6%). Der Reisedetailhändler hatte am Freitagabend über die Fortschritte beim geplanten Börsengang der US-Tochter Hudson berichtet. Dieser könnte Dufry laut einer Analystenschätzung über 900 Mio CHF einbringen. Dufrys Verschuldung würde damit so weit sinken, dass wieder Ausschüttungen an die Aktionäre möglich wären.

Abgesehen davon legten noch Geberit und Swisscom (je +0,7%) sowie am Vortag vor der Zahlenpräsentation Logitech (+0,6%) überdurchschnittlich zu.

Eine Stütze für den Gesamtmarkt waren ausserdem die schwergewichtigen Valoren von Roche, die ebenfalls um 0,6% anzogen. In der Vorwoche waren die Titel arg gebeutelt worden, nachdem Aussagen des CEO bei den Investoren diverse Fragezeichen ausgelöst hatten. Die beiden anderen Schwergewichte Novartis (+0,1%) und Nestlé (+0,3%) entwickelten sich unauffällig. Bei Nestlé sorgten neuerliche Forderungen des aktivistischen Investors Third Point, der Konzern solle Verkäufe von Geschäftsbereichen rasch umsetzen, für keine nennenswerte Bewegung.

Grösste Verlierer waren auf der anderen Seite Richemont (-1,6%). Der Luxusgüterkonzern hatte am Morgen die Absicht zur vollständigen Übernahme der Online-Plattform Yoox Net-A-Porter verkündet. Auf den Gewinn von Richemont dürfte sich die Transaktion lediglich marginal auswirken, sie sei aber ein nachvollziehbarer Schritt in der verstärkten Ausrichtung auf Online-Kanäle, hiess es in einem Kommentar dazu. Händler erklärten sich die Kursverluste damit, dass Investoren zuletzt auf eine Veräusserung der Beteiligung und eine daraus resultierende Sonderdividende gehofft hätten.

Abgesehen davon gaben im SMI/SLI-Wert nur noch Sonova (-1,3%) mehr als 1% nach.

Im breiten Markt verzeichneten Dätwyler ein solides Plus von 1,5%. Der Titel wurden dabei von der Meldung über eine Vertragsverlängerung mit dem wichtigsten Kunden Nestlé beflügelt. Interroll warteten nach guten Umsatzzahlen mit einem Plus von sogar 3,8% auf.

Auf der anderen Seite gaben AMS (-4,3%) markant nach. Händler verwiesen auf Berichte in der koreanischen Tagespresse, wonach der AMS-Grosskunde Apple bei dortigen Zulieferern weniger Bauteile für die neuste iPhone-Generation abrufe als gedacht. (awp/mc/ps)

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