CH-Schluss: SMI verliert 0,6% auf 8842 Punkte

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat den Donnerstagshandel im Minus beschlossen. Im späten Handel belastete eine schwache Wall Street auch die hiesigen Kurse und insbesondere schwache Grossbanken und Zykliker zogen den SMI nach unten. Am Morgen hatte der Leitindex noch klar die Marke bei 8’900 Punkten überschritten und war damit auf den höchsten Stand seit Mitte März gestiegen.

Die Grosswetterlage bleibe eher bewölkt, hiess es im Handel. Während der Handelsstreit zwischen den USA, China und Europa weiter schwelt, hatten am Vorabend Inflationsaussagen der US-Notenbank Fed Zinssorgen geschürt. Die jüngsten US-Makrodaten wurden negativ aufgefasst. Während die Industrieaufträge stärker stiegen als erwartet, trübte sich die Stimmung der Dienstleister spürbar ein. Zudem stiegen die Lohnstückkosten im ersten Quartal etwas schwächer als erwartet. Auch die Währungen blieben im Blick. Der Euro schwächelte weiterhin zum US-Dollar und entfernte sich auch von der Marke 1,20 Franken wieder etwas weiter.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss 0,61 Prozent tiefer auf 8’842,29 Punkten (Tageshoch 8’924). Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) verlor 0,60 Prozent auf 1’462,53 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,53 Prozent auf 10’491,07 Stellen. Von den 30 SMI-Titeln schlossen nur fünf im Plus.

Unter den grössten Verlierern im SMI/SLI rangierten die Grossbanken CS (-1,8%) und UBS (-1,5%), die im späten Handel deutlich an Boden verloren. Der wichtigste Zykliker unter den Blue Chips, ABB, verlor 1,4 Prozent und auch die Uhrenwerte Richemont (-1,1%) und Swatch (-1,6%) knickten im späten Handel deutlicher ein.

Auf der Gegenseite stachen Logitech mit plus 6,5 Prozent heraus. Die Titel hatten bei 40,99 Franken am Morgen ein neues Mehrjahreshoch markiert. Der Computerzubehörhersteller überraschte die Investoren mit einem deutlich höheren Umsatz und Betriebsgewinn, teils wurden sogar die optimistischsten Erwartungen übertroffen.

Ähnlich positiv sah das Bild bei Geberit aus (+2,6%). Der Sanitärtechnikspezialist profitierte im ersten Quartal von einem starken Euro und wies entsprechend einen höheren Umsatz und Gewinn aus als am Markt erhofft. Mit Blick nach vorne sei aufgrund der günstigen Währungssituation und der Lage auf den Baumärkten auch weiterhin mit guten Geschäften zu rechnen, so der Tenor. Auch Schindler (+0,7%) und Aryzta (+0,1%) zählten zu den Gewinnern.

Die Roche-Genussscheine (+0,6%) zeigten sich im Tagesverlauf von Zulassungs-News aus den USA zu Wettbewerbern bewegt. Zunächst stützte die Meldung, dass das Nachahmer-Mittel Rituximab der Novartis-Tochter Sandoz eine Absage der FDA erhalten hat. Damit könne das Roche-Mittel Rituxan im laufenden Jahr noch vom Druck durch Biosimilars verschont bleiben, hiess es. Im Hoch verbuchten Roche GS ein Plus von bis zu 1,9%. Der Kurs sank dann jedoch wieder deutlicher, nachdem US-Rivale Merck bei der FDA den Zulassungsantrag für das Lungenkrebsmittel Keytruda eingereicht hat, welches in Konkurrenz zum Roche-Präparat Tecentriq steht. Novartis gaben 0,5 Prozent ab, und das dritte Schwergewicht Nestlé 0,8 Prozent.

In der zweiten Reihe konnten Sunrise (+0,3%) etwas von den am Morgen publizierten Quartalszahlen profitieren. Zeitweise hatten die Titel um bis zu 2,5 Prozent zugelegt. Die Ergebnisse überzeugten zwar, allerdings bleibt die Konkurrenzlage laut Analysten durch den aggressiven Markteintritt von Salt angespannt. Dies dürfte in den kommenden Monaten auch das Geschäft von Sunrise beeinträchtigen.

Valiant zählten mit Verlusten von 6,4 Prozent zu den grössten Verlierern. Laut Baader Helvea fielen die Ergebnisse unter den Erwartungen aus. Der Analyst vermutet den Hauptgrund dafür in einem relativ schwachen Nettozinsergebnis. Für eine weitere starke Aktienkursentwicklung seien die Resultate ungenügend. Schlusslicht waren indes die Titel des Börsenneulings Asmallworld mit minus 9,8 Prozent. Zu den grössten Gewinnern zählten nachrichtenlos Dottikon (+4,5%) oder New Venturetec (+6,4%). (awp/mc/pg)

SIX Swiss Exchange

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