CH-Schluss: Deutliche Verluste – Logitech 18 % im Plus

CH-Schluss: Deutliche Verluste – Logitech 18 % im Plus

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Donnerstag mit deutlichen Verlusten geschlossen. Bereits zum Start notierte der Leitindex im Minus, konnte dann aber unmittelbar ins Plus vorstossen und verteidigte die knappen Gewinne bis am Mittag. In der Folge bröckelten die Kurse allerdings ab und mit der schwachen Eröffnung der US-Börsen drehte der Markt immer deutlicher ins Minus. In der Schweiz standen Lonza und Logitech nach Zahlen im Fokus der Anleger.

Händler verwiesen vor allem auf schwache Daten aus der chinesischen Industrie, welche die Stimmung derzeit eintrübten. Der Einkaufsmanagerindex des verarbeitenden Gewerbes war im Januar auf den tiefsten Stand seit sechs Monaten gefallen. Das Schwächeln des Wirtschaftsmotors China habe viele Anleger verunsichert, so der Händler.

Bis zum Schluss büsste der Swiss Market Index (SMI) 0,73% auf 8’404,98 Punkte ein. Dabei hatte der SMI im Tagesverlauf noch kurzzeitig die 8’500-Puntkemarke überschritten. Der gekappte Swiss Leader Index (SLI) gab 0,86% auf 1’287,38 Zähler nach und der Swiss Performance Index (SPI) 0,70% auf 8’024,60 Zähler. Von den 30 wichtigsten Titeln schlossen 22 im Minus und 8 im Plus.

Für Aufsehen sorgten insbesondere Lonza (+3,3%). Der Life-Science-Konzern hatte das Jahresergebnis 2013 publiziert und dabei die Umsatzerwartungen des Marktes verfehlt. In der Folge kamen die Papiere im frühen Handel unter Abgabedruck. Bis am Mittag setzten sich dann aber die Optimisten durch und die Aktien legten deutlich zu. Positiv werteten Analysten, dass der Konzern die Profitabilität trotz tieferem Umsatz verbessert und gleichzeitig auch die Nettoverschuldung reduziert hat. Damit steige die Zuversicht, dass der Turnaround erfolgreich sein werde, so ein Marktbeobachter.

Auf der Gegenseite fielen die starken Abgaben bei Transocean (-4,0%), Richemont (-2,5%) und Swatch (-2,2%) auf. Alle drei Titel litten unter den schwachen Daten aus China. Einerseits kam in der Folge der Ölpreis unter Druck, andererseits könnte eine geringere wirtschaftliche Dynamik in China zu einer weiter sinkenden Nachfrage nach Luxusartikeln führen.

Actelion (-2,0%) gehörten ebenfalls zu den Schlusslichtern. Kepler Cheuvreux hatte das Rating für die Valoren auf „Hold“ von „Buy“ gesenkt. Die Titel haben seit Jahresanfang rund +17% zugelegt und sind damit die Spitzenreiter unter allen SLI-Werten.

Verluste verzeichneten auch Swisscom (-0,5% auf 495,20 CHF). Der Bundesrat hatte einen Abbau seiner Beteiligung am Telekom-Unternehmen um 5,55 Prozentpunkte auf noch 51,22% bekannt gegeben. Die Aktie entwickelte sich allerdings in den letzten Wochen und Monaten sehr gut. Zuletzt hatte sie am Vortag, erstmals seit Ende der Technologie-Blase vor mehr als zehn Jahren, die Marke von 500 CHF geknackt.

Für Gesprächsstoff sorgten auch Credit Suisse (-1,2%). Wie das „Wall Street Journal“ berichtete, steht die Bank möglicherweise vor einer Einigung mit US-Behörden in Sachen Steuerstreit. Ein Abkommen könnte die Bank aber über 800 Mio USD kosten, hiess es. Damit würde der Betrag von 780 Mio USD, den die UBS 2009 zahlen musste, übertroffen. Die UBS-Aktie büsste derweil 1,9% ein.

Hinter Lonza notierten an der Spitze des SMI/SLI die Aktien von SGS (+0,8%), Swiss Re (+0,6%) und Clariant (+0,4%). Unterstützung erhielt der Chemietitel dabei von Kurszielanhebungen durch Barclays und Berenberg.

Am breiten Markt setzten sich Logitech (+18,0%) in Szene. Das Unternehmen hatte seine Drittquartalszahlen veröffentlicht und dabei positiv überrascht. Vor allem Betriebs- und Reingewinn lagen deutlich über den Schätzungen, ausserdem wurde der Ausblick etwas erhöht. Laut Händlern gibt es bei Logitech noch immer relativ viele Marktakteure, die auf sinkende Kurse spekulieren. Deshalb sei es zu starken Deckungskäufen gekommen.

Zahlen publizierten auch noch Mikron (-3,2%), CFT (-2,3%) oder AFG (-2,2%). BB Biotech (+0,3%) stellte ausserdem eine deutlich höhere Dividende in Aussicht. Dass der Bundesrat den antizyklischen Kapitalpuffer auf 2% erhöht hat, wirkte sich bei den Kantonalbanken zumindest bezüglich des Aktienkurses nicht aus: BCV, BEKB (je -0,6%) oder SGKB (-0,3%) gaben im Rahmen des Marktes nach, LUKB (+0,1%) standen sogar leicht im Plus. (awp/mc/pg)

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