CH-Schluss: SMI büsst 1,11% auf 8’764,11 Punkte ein

CH-Schluss: SMI büsst 1,11% auf 8’764,11 Punkte ein

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Dienstag mit den wachsenden Sorgen um ein mögliches Ausscheiden Griechenlands aus der Eurozone weiter an Wert verloren. Nachdem der Leitindex SMI bereits am Montag nach dem „Nein“-Votum der Griechen zur Sparpolitik gut ein halbes Prozent verloren hatte, fielen die Dividendenpapiere am Dienstag gar um über ein Prozent zurück. Für Abgabedruck sorgte gegen Handelsschluss hin die Meldung, dass der neue griechische Finanzminister Euklid Tsakalotos den Euro-Spitzenpolitiker wider Erwarten kein neues Sparkonzept vorgelegt hat. Athen will vielmehr mit neuen Sparvorschlägen einen neuen Antrag auf Hilfen aus dem Euro-Rettungsfonds ESM stellen.

An den Finanzmärkten sei mit diesem politischen Vorgehen der griechischen Regierung die Nervosität und die Angst vor einem „Grexit“ weiter gestiegen, hiess es im Handel. Nun warteten die Anleger auf die versprochenen Vorschläge aus Athen und die daraufhin folgenden Verhandlungen. Angesichts der sich zuspitzenden Schuldenkrise war am Rande des Sondertreffens der 19 Euro-Finanzminister in Brüssel erstmals auch öffentlich von einem „Grexit“ die Rede.

Zu Börsenschluss büsste der Swiss Market Index (SMI) 1,11% auf 8’764,11 Punkte ein. Der 30 Titel umfassende, in der Titelgewichtung gekappte Swiss Leader Index (SLI) verlor 1,29% auf 1’308,70 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 1,11% auf 8’893,30 Zähler. Von den 30 wichtigsten Aktien standen am Ende bis auf Lonza alle Titel im Minus. Derweil kam der Euro-Frankenkurs in der letzten halben Stunde nicht unter erhöhten Abgabedruck, blieb aber unterhalb der Marke von 1,04.

Unternehmensnews waren am Berichtstag dünn gesät und so rückten im Handel einige Analystenmeinungen stärker als üblich in den Fokus der Anlegergemeinde. Bei den Blue Chips gaben Aryzta mit der Rückstufung durch Société Générale auf „Hold“ von „Buy“ um deutliche 4,6% nach. Die Analysten begründeten den Schritt mit den enttäuschend ausgefallenen Drittquartalszahlen und mit der durch das Management gesenkten Guidance für 2015.

Eine weitere Kurszielsenkung drückte zudem auf den Preis von Swatch (-2,8%). Nach Bernstein, JPMorgan oder Merrill Lynch reduzierte auch die Citigroup ihr Kursziel für den Uhrenkonzern. Die anhaltend schwache Nachfrage in Hong Kong und Macau dürfte die Umsatzentwicklung belasten, lautete hier die Begründung. Die Titel des Branchennachbarn Richemont verloren 2,1%. Für ABB (-2,0%) hatte JPMorgan das Kursziel gesenkt.

Bei Lonza (+1,5%) fiel dagegen die Ratingerhöhung auf „Hold“ und die damit verbundene starke Kurszielanhebung durch Kepler Chevreux positiv ins Gewicht. Trotz Frankenstärke zeige sich das Lonza-Management sehr zuversichtlich, dass 2015 ein EBIT-Wachstum von 5% und ein Umsatzwachstum erreicht werden könne, so der Bericht. Holcim (-1,3%) vermochten sich dagegen trotz der „Kauf“-Empfehlung von Merrill Lynch zu Börsenschluss hin nicht in der Gewinnzone halten.

Auch UBS (-1,0%) und Credit Suisse (-0,9%) sind mit den wachsenden „Grexit“-Sorgen gegen Handelsende ebenfalls unter Druck gekommen, nachdem sie sich während des Tages von den Kursverlusten vom Montag erholt gezeigt hatten. Auch die defensiven Schwergewichte Novartis (-0,6%) und Nestlé (-0,3%) rutschten ab, hielten die Abgaben aber in Grenzen. Dagegen brachen Roche um 2,0% ein.

Am breiten Markt fiel der Börsenneuling Cassiopea mit einem Plus von 1,9% positiv auf. Die zum IPO gewährte Mehrzuteilungsoption wurde vollständige ausgeübt. Molecular Partners beendeten den Handel nach anfänglichen Kursavancen unverändert. Das Biotechnologie-Unternehmen erhielt von seinem US-Partner Allergan eine Meilensteinzahlung in Höhe von 15 Mio USD.

Beim Verpackungsspezialisten Airopack kommt es zu einem Kontrollwechsel innerhalb der Familie des Grossaktionärs. Neu hält der CEO die von der Familie kontrollierten Aktien. An der Börse sind die Nachrichten gut angekommen: Die Papiere gewannen 3,4%. Den letzten Handelstag an der SIX erlebten am Dienstag die Aktien von Bondpartners (-3,0%) und die ex-Dividende gehandelten Burckhardt-Papiere büssten 3,8% ein. (awp/mc/upd/ps)

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