CH-Schluss: Roche und Nestlé heben SMI ins Plus

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat den Dienstag mit Kursgewinnen beendet, dabei eroberte der Leitindex SMI die psychologisch wichtige Marke von 10’000 Punkten wieder zurück. Es waren aber vor allem die defensiven Indexschwergewichte Roche und Nestlé, welche den Swiss Market Index nach oben zogen. Denn einen Tag vor der Zinsentscheidung der US-Notenbank hätten sich die Anleger nicht zu weit aus der Deckung gewagt, erklärten Händler.

Konjunktursensitive Aktien und Finanzwerte hingegen verdauten noch den Ölpreisschock vom Wochenende nach den Drohnenangriffen auf das Herz der Ölindustrie Saudi-Arabiens. Ein deutlich höherer Preis für das „Schwarze Gold“ könnte zudem die bereits angeschlagene Weltwirtschaft weiter belasten. Für ein wenig Beruhigung sorgten Medienberichte, wonach die Ölförderung schon in den nächsten zwei bis drei Wochen ihre volle Kapazität erreichen könnte. Weiterhin auf dem Radar der Anleger waren natürlich der Brexit und der Handelskrieg zwischen den USA und China.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss am Dienstag 0,45 Prozent höher bei 10’013,82 Punkten, und der breite Swiss Performance Index (SPI) zog um 0,54 Prozent auf 12’137,72 Punkte an. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) blieb hingegen mit plus 0,12 Prozent auf 1’537,32 Punkte etwas zurück, weil die Schwergewichte hier gekappt werden. Auf 16 Gewinner kamen im SLI 13 Verlierer, und Swisscom schlossen unverändert.

Am meisten profitierte der Gesamtmarkt von den starken Roche-Bons, die sich um satte 2,2 Prozent verteuerten. Im Nachgang des Investorentags sind sich die Analysten allesamt einig, dass sie mit mehr Optimismus aus dem Investorentag herausgegangen sind. Die Experten zeigten sich überzeugt sowohl von der Strategie, als auch vom Portfolio des Pharmariesen. Novartis (+0,1%) fielen am Berichtstag kaum auf.

Die neu aufgeflammten Spannungen im Nahen Osten halfen auch anderen defensiven Titeln aus dem Gesundheitssektor. So legten Lonza (+1,6%), Vifor (+1,3%) und Sonova (+0,8%) deutlich zu. Einmal mehr waren auf der Suche nach Sicherheit auch Nestlé (+1,6%) gefragt. Eine längere Branchenrotation aus defensiven Werten raus hatte schon letzten Donnerstag nach dem Zinsentscheid der EZB ein Ende gefunden.

Im Vorfeld des Zinsentscheids der US-Notenbank Fed am morgigen Mittwoch, erwartet wird eine weitere Zinsensenkung, standen hingegen Finanzwerte unter Druck. Julius Bär büssten 1,8 Prozent, UBS 1,9 Prozent, Credit Suisse 1,6 Prozent und Zurich Insurance 1,1 Prozent ein. Am Donnerstag wird die SNB ihren Zinsentscheid kommunizieren.

Verkauft wurden auch konjunktursensitive Titel wie Swatch (-1,6%), LafargeHolcim (-1,0%) oder Adecco (-0,8%). Clariant (-1,3%) litten zudem unter einem kritischen Bericht zur Chemiebranche des Brokers Baader Helvea.

AMS (+0,1%) konnten den jüngsten Abwärtstrend immerhin stoppen. Am Vortag waren die Titel des österreichischen Sensorherstellers nach neuen Details zur geplanten Übernahme des Konkurrenten Osram, den Investoren unterschiedlich beurteilen, grösste Verlierer.

Im breiten Markt standen die Aktien des Vermögensverwalters GAM erneut unter Verkaufsdruck und büssten 4,1 Prozent ein. Händler berichteten erneut von der Glattstellung spekulativer Engagements.

Implenia (-0,8%) gaben nach. Ein Auftrag aus Berlin über rund 130 Millionen Euro vermochte dem Titel keine Impulse zu geben, zumal er zuletzt deutlich zugelegt hatte. Ende letzter Woche hatte der Einstieg des aktionistischen Investors Veraison Capital die Papiere nach oben getrieben.

Nach einer Kaufempfehlung der Credit Suisse zogen hingegen die Papiere der Konsumkreditbank Cembra um 4,2 Prozent an. (awp/mc/ps)

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