CH-Schluss: SMI gibt 0,4% auf 9003 Punkte nach

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat den letzten Handelstag der Woche mit Verlusten beendet. Der Leitindex SMI gab im Tagesverlauf immer weiter ab und lag zeitweise unter die Marke von 9’000 Punkten. Damit setzte sich der Abwärtstrend vom Donnerstag fort. Auf Wochensicht resultierte jedoch ein geringes Plus. Wegen der vielen Unsicherheitsfaktoren hätten sich die Anleger vor dem Wochenende keinen unnötigen Risiken ausgesetzt, sagten Händler. „Die Investoren sind ein wenig nervös. Sie fürchten, dass der Handelsstreit der USA mit China und der Brexit die schwächelnde Wirtschaft weiter bremsen.“

Die Konjunktursorgen nahmen wieder zu, nachdem sich enttäuschende Konjunkturzahlen in Europa häuften. So haben die schwächere Weltkonjunktur und handelspolitische Unsicherheiten 2018 etwa beim deutschen Maschinenbau Bremsspuren hinterlassen. Vor allem zum Jahresende lief es in der exportorientierten deutschen Schlüsselindustrie schlechter als erwartet, und auch in Italien ist im Dezember die Industrieproduktion zum vierten Mal in Folge geschrumpft.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss 0,36 Prozent tiefer bei 9’003,41 Punkten (Tagestief 8’981). Im Vergleich zum vergangenen Freitag betrug das Plus rund 0,1 Prozent. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) gab am Berichtstag 0,68 Prozent auf 1’385,95 Zähler nach und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,42 Prozent auf 10’527,03 Punkte. Von den 30 Top-Werten schlossen 26 im Minus und nur vier im Plus.

Die Unsicherheiten belasteten vor allem Zykliker, und die Finanzwerte tendierten angesichts sinkender Renditen bei Festverzinslichen tiefer, hiess es. Die Aktien von Julius Bär (-3,0%) wurden zudem von Gewinnmitnahmen belastet. Die Papiere des Vermögensverwalters waren an den vergangenen Tagen jeweils gut nachgefragt. Die Grossbankenwerte Credit Suisse (-2,1%) und UBS (-1,1%) gaben ebenfalls nach.

Der Halbleiterhersteller AMS (-2,4%) schloss als zweitschwächster Blue Chip. Zykliker wie Sika (-1,9%), Dufry (-1,8%), ABB (-1,6%) oder LafargeHolcim (-1,7%) verloren deutlich an Wert, ebenso wie die Uhrenwerte Swatch (-1,4%) und Richemont (-1,8%).

Vergleichsweise stabil hielten sich die defensiven Swisscom (-0,2%) und die am breiten Markt gehandelten Sunrise (-0,6%). Die beiden „Telkoms“ sowie der nicht kotierte Wettbewerber Salt haben neue 5G-Mobilfunkfrequenzen für insgesamt 380 Millionen Franken ersteigert.

Nestlé (-0,1%) wurden zudem von einem unerwartet guten Ergebnis von L’Oréal gestützt, an welcher der Konzern eine massgebliche Beteiligung hält. Auch die Pharma-Schwergewichte Roche (GS +0,7%) und Novartis (+0,1%) stabilisierten den Gesamtmarkt. Givaudan (+0,2%) und Temenos (+0,4%) vervollständigten die kurze Gewinnerliste im SMI/SLI.

Am breiten Markt verloren die Aktien von DKSH (-7,5%) weiter deutlich an Wert. Die ZKB hat im Anschluss an das am Donnerstag vorgelegte Jahresergebnis die Empfehlung für den Handelskonzern auf „Untergewichten“ von „Marktgewichten“ reduziert.

Mobimo (-2,5%) schlossen nach einem nur stabilen Mieterfolg im Vorjahr tiefer. Bei Dätwyler (-5,5%) hat sich das Wachstum im zweiten Semester verlangsamt, während der Gewinn blieb stabil.

Auch aus der zweiten Reihe gaben Zykliker wie Bossard (-6,3%), Tornos (-4,8%) oder Meyer Burger (-4,9%) kräftiger ab. Die Aktien der Autozulieferer Komax (-5,3%), Feintool (-4,2%) und Autoneum (-2,4%) standen ebenfalls unter Druck, nachdem der deutsche Zulieferer Leoni ein schwaches Jahresergebnis vorgelegt und die Prognose gesenkt hatte.

U-Blox (-8,0%) wurden von Kommentaren der Bank Vontobel zur Wettbewerbssituation in den Absatzmärkten nach unten gezogen. Zudem äusserte der Analyst weiterhin Zweifel an der Erreichbarkeit der Mittelfristziele.

Demgegenüber konnte EMS Chemie (+2,4%) nach Zahlen zulegen. Der Kunststoffspezialist lockte die Anleger mit einem starken Jahresergebnis und einer weiteren Dividendenerhöhung.  (awp/mc/pg)

SIX Swiss Exchange

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