CH-Schluss: Freundlich abwartend

CH-Schluss: Freundlich abwartend

Zürich – Die Schweizer Börse hat am Montag freundlich geschlossen. Unterstützung kam vor allem von den SMI-Schwergewichten Novartis und Nestlé, während die Bankwerte schwächer notierten. Sika gewannen nach Halbjahreszahlen deutlich hinzu. Insgesamt sei das Geschäft aber in ruhigen Bahnen bei relativ geringen Umsätzen verlaufen, sagte ein Händler.

So kamen wenig konjunkturelle Impulse, und auch die Halbjahresberichts-Saison legte am Berichtstag eine Verschnaufpause ein. Aus den USA hatten aktuelle Daten über noch nicht abgeschlossene Hausverkäufe im Juni kaum Einfluss auf den Handel, hiess es im Markt. In Italien zeigte sich aber mit gut nachgefragten Staatspapieren und sinkenden Renditen Anzeichen wachsenden Vertrauens. Vor den im Wochenverlauf anstehenden Sitzungen der grossen Notenbanken, zahlreichen Unternehmensbilanzen und dem monatlichen US-Arbeitsmarktbericht blieben die Anleger zunächst lieber an der Seitenlinie, hiess es weiter.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss um 0,22% höher auf 7’814,11 Punkten (Tageshoch 7’844). Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) stieg derweil um 0,20% auf 1’193,18 und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,21% auf 7’384,53 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln schlossen 21 im Plus und 9 im Minus. Aus charttechnischer Sicht sei im SMI auf Sicht von ein bis drei Wochen mit einer Fortsetzung der laufenden Konsolidierung bis in den Bereich von 7’600 Punkten zu rechnen, kommentierten die Experten der Zürcher Kantonalbank. Mittelfristig erwarten sie indessen wieder steigende Kurse.

Sika (Aktie +5,6%) waren nach Halbjahreszahlen bei überdurchschnittlichen Umsätzen gesucht. Das Unternehmen konnte die wetterbedingten Ausfälle aus dem ersten Quartal aufholen und überraschte positiv. Insbesondere in den Schwellenländern war das Wachstum stark, auch durch die getätigten Zukäufe. Umsatz und Gewinn legten zu. Einige Analysten stellten eine Überarbeitung ihrer Schätzungen in Aussicht und wollten die Akquisitionen stärker berücksichtigen. Die Bewertung der Titel sei aktuell jedoch bereits relativ hoch, hiess es.

Dahinter folgten SGS (+1,1%) und Swisscom (+1,0%) und u.a. Sonova (+0,7%). In Clariant (+0,5%) positionierten sich Anleger im Hinblick auf die für den (morgigen) Dienstag anberaumte Publikation des Halbjahresabschlusses.

Die Schwergewichte gaben dem SMI teils etwas Rückhalt: So waren Novartis (+0,7%) deutlich gesucht, während Roche (-0,1) leicht verloren. Im Handel wurde von Umschichtungen aus Roche in Novartis gesprochen. Nestlé (+0,3%) legten etwas zu, nachdem der französische Wettbewerber Danone einen höher als erwarteten Umsatzanstieg ausgewiesen hatte.

Schwächer tendierten hingegen unter den Finanzwerten überwiegend Bankvaloren. So verloren CS (-0,5%) deutlicher, und Julius Bär (-0,2% auf 41,61 CHF) schlossen knapp gehalten. Die Berenberg Bank hatte das Rating für die Aktien der Vermögensverwalterin auf «Sell» (Kursziel: 41 CHF) gesenkt. Die UBS (+0,1%) publiziert am (morgigen) Dienstag die vollständigen Quartalsergebnisse. Händler rechnen nach den bekannten Eckwerten nicht mit Überraschungen. Mit der frühestens im Herbst erwarteten Einigung zwischen den Schweizer Banken und der US-Justiz im Steuerstreit sinkt gemäss Marktbeobachtern die Attraktivität der Credit-Suisse- und der Julius Bär-Aktien, was auch auf die Kurse drücke. Demgegenüber lasse sich die Trendwende bei der UBS auch von den immer wiederkehrenden Bussen nicht aufgehalten.

Versicherungsvaloren waren indessen gesucht. So legten Zurich Insurance (+0,6%), Bâloise (+0,4%), Swiss Re (+0,2%) und Swiss Life (+0,1%) zu.

Die prozentual grössten Einbussen erlitten Adecco (-2,0%). Ebenfalls deutlicher Minus schlossen Transocean (-0,7%) und Schindler PS (-0,6%).

Unter den Unternehmen aus dem breiten Markt waren die Pharma-Titel Santhera (+5,3%) und Cosmo (+4,6%) stärker gesucht; letztere legen am Mittwoch den Zwischenabschluss vor. Auf der Gegenseite wurden Carlo Gavazzi (-10,9% od. -24,90 CHF auf 204,00) ex-Dividende von 25 CHF je Aktie gehandelt und hielten sich damit gut. Grössere Verluste gab es u.a. für Sopracenerina (-6,1%) oder CPH (-5,8%) und Highlight (-5,7%). Temenos (+1,1%) hat nachbörslich noch die Zahlen für das zweite Quartal vorgelegt und dabei im Rahmen der Erwartungen abgeschnitten. (awp/mc/upd/ps)

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