CH-Schluss: Deutliches Minus – Pharma-Titel belasten

CH-Schluss: Deutliches Minus – Pharma-Titel belasten

Zürich – Die Schweizer Börse hat den Dienstagshandel mit tiefroten Vorzeichen beendet. Bereits im frühen Handel wurde der SMI vor allem durch die Verkäufe in den Index-Schwergewichten Novartis und Roche belastet, nachdem Morgan Stanley die Pharma-Branche insgesamt auf „Untergewichten“ heruntergestuft hatte. Im Tagesverlauf drückten dann schlechte Konjunkturdaten aus Deutschland und eine gesenkte Prognose des IWF auf die Stimmung. Die erhöhte Nervosität zeigt sich auch im Verlauf des Volatilitätsindex VSMI, der am Dienstag um gut 13% auf über 15 Punkte angestiegen ist.

Die gedämpften Konjunkturaussichten in Europa seien am Morgen durch deutsche Konjunkturdaten bestätigt worden, hiess es von Händlerseite. So sank die Industrieproduktion überraschend deutlich und verbuchte den stärksten Einbruch seit Anfang 2009. Auch die jüngste Konjunktur-Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) fällt negativ aus und die Prognose wurde deutlich nach unten korrigiert. Insgesamt mache die globale Konjunktur zwar noch einen kräftigen Eindruck, an vielen Ecken lauere aber die Gefahr einer neuen globalen Krise, heisst es. Während die BIP-Prognose für die USA angehoben wird, sinkt sie für den Euroraum, die Schweiz und Japan.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss 1,85% tiefer auf 8’561,99 Punkte (Tagestief 8’549). Der gekappte Swiss Leader Index (SLI) gab um 1,48% auf 1’269,55 Zähler ab und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 1,77% auf 8’432,55 Punkte. Von den 30 wichtigsten Aktien schlossen 29 im Minus und einzig Transocean im Plus.

Von den Einbussen des SMI um rund 160 Punkte gingen etwa zwei Drittel auf das Konto der Index-Schwergewichte Novartis (-3,2%) und Roche (-2,8%). Die beiden Valoren hatten im Jahresverlauf (Schlusskurs Vortag) um 25% bzw. 12% zugelegt und damit deutlich besser als der SMI (+6%) abgeschnitten. Auch Actelion (-2,6%) mit einem Jahresplus von 46% per Vorabend wurden stark verkauft.

Ausgelöst wurden die Verkäufe von Pharmawerten die Herunterstufung der Gesundheitsbranche auf „Untergewichten“ durch die Analysten von Morgan Stanley. Die Bewertungen von Titeln aus dem Segment sei zunehmend ausgereizt. Dabei sei die relative „Outperformance“ der Pharmawerte „extrem“ ausgefallen, wurde die Herabstufung der Branche in der Studie begründet.

Adecco war mit 3,1% stark unter Druck. Hier dürfte der negative Ausblick des IWF für den Hauptmarkt Frankreich der ausschlaggebende Faktor gewesen sein, hiess es. Deutlicher im Angebot lagen angesichts der jüngsten enttäuschenden Konjunkturdaten weitere zyklische Valoren. So verloren Clariant (-2,4%), SGS (-1,8%) und Geberit (-1,9%) ebenfalls stark. Das dritte SMI-Schwergewicht Nestlé (-1,0%) zeigte sich derweil mit unterdurchschnittlichen Abgaben.

Der Agrarchemiekonzern Syngenta (-1,4%) wurde durch eine Gewinnwarnung des Herstellers von Landmaschinen Agco belastet. Händler werten die Zahlen des Unternehmens als Indikator einer negativen Investitionsbereitschaft in der Landwirtschaft.

Im Finanzsektor sanken UBS (-1,7% auf 15,99 CHF) deutlicher. Neben den Steuerstreitigkeiten in Frankreich habe auch eine Rückstufung der Grossbank-Titel durch Baader Helvea auf „Hold“ und die Senkung des Kursziels auf 17,50 CHF belastet, hiess es im Handel. Julius Bär (-1,4%) gaben ebenfalls stärker nach; CS (-0,8%) hielten sich etwas besser. Die CS-Werte würden derzeit wegen des geringeren unmittelbaren Bussenrisikos den UBS-Werten vorgezogen, so ein Händler.

Auch die am Vortag stark gefragten Uhrenwerte Richemont (-1,0%) und Swatch (-0,4%) gaben ab. Geringe Verluste verbuchten zudem noch Swiss Re (-0,1%) und Sonova (-0,3%). Einziger Gewinner war die volatile Transocean mit deutlichen +4,0%.

Im breiten Markt legten Bachem nach News zu einer Kooperation um 2,7% zu. Und Cembra Money Bank (+0,9%) profitierten von einer Ersteinschätzung durch die Zürcher Kantonalbank mit „Übergewichten“.

Die Aktien des Solar-Zulieferers Meyer Burger (-2,7%) knüpften an die Abgaben des Vortages an. Der Antrag auf Gläubigerschutz des US-Mitbewerbers GT Advanced Technologies hatte einen Kursrutsch bei dem Hersteller für Equipment zur Herstellung von Solarzellen ausgelöst. (awp/mc/pg)

SIX Swiss Exchange

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