CH-Schluss: Verluste – Sorgen um Ukraine und Irak, schwache US-Daten

CH-Schluss: Verluste – Sorgen um Ukraine und Irak, schwache US-Daten

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Mittwoch auf breiter Front schwach geschlossen. Der Leitindex SMI war infolge negativer Vorgaben aus Übersee bereits mit Abschlägen gestartet. Im Handel wurden die geopolitischen Risiken in der Ukraine sowie im Mittleren Osten für die Kursverluste verantwortlich gemacht. In der Ukraine stehe die Waffenruhe nach einem Abschuss eines Militärhubschraubers durch prorussische Separatisten bereits wieder auf wackeligen Beinen, hiess es. Im Irak verzeichnen die Islam-Extremisten der ISIS-Bewegung weitere Gebietsgewinne, womit ein militärisches Eingreifen der USA immer wahrscheinlicher werde.

Neben der Geopolitik sorgten im Tagesverlauf wichtige US-Konjunkturdaten für weiteren Abwärtsdruck. So fielen die Zahlen zu den Auftragseingängen langlebiger Wirtschaftsgüter, als auch die dritte Revision zum amerikanischen Bruttoinlandsprodukt für das erste Quartal schwächer als erwartet aus. Im letzten Handelsdrittel vollzog der SMI gestützt durch Gewinne an den US-Börsen wieder eine Aufwärtsbewegung, konnte die im Handelsverlauf eingebüsste Marke von 8’600 Punkten aber nur kurzzeitig zurückerobern.

Der Swiss Market Index (SMI) stand am Handelsende 1,05% tiefer bei 8’581,96 Punkten. Der gekappte Swiss Leader Index (SLI) verlor 0,97% auf 1’307,61 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 1,04% auf 8’477,90 Zähler. Von den 30 wichtigsten Titeln schlossen bis auf UBS und Dufry alle im Minus.

Die rote Laterne geht bei den Blue Chips an Clariant (-2,5%). Die vom Spezialchemiekonzern für 2014 ausgegebene Guidance für die EBITDA-Marge hatte das Management an einem Investorentag am Mittwoch bekräftigt. Die Pipeline entwickle sich zudem weiterhin positiv und weise derzeit ein risikoadjustiertes Umsatzpotenzial von 1,66 Mrd CHF aus, hiess es. Clariant-Aktien hatten bereits an den Vortagen im Minus geschlossen.

Deutlich bergab ging es auch für Syngenta (-2,1%) die am Dienstag in der Folge eines Medienberichtes über allerdings erfolglose Fusionsgespräche mit dem Mitbewerber Monsanto noch um 5,7% angezogen hatten. Monsanto selbst legte am Berichtstag ein Zwischenergebnis mit stabilem Umsatz und rückläufigem Gewinn vor. Konzernchef Hugh Grant sprach von einem «herausfordernden Umfeld in der Landwirtschaft», hiess es.

Die SMI-Überflieger Actelion (-2,2%) wurden von der schwachen Stimmung ebenfalls überdurchschnittlich belastet. Angesichts der hohen Notierungen sei dies eine willkommenen Gelegenheit, nun etwas Kasse zu machen, hiess es im Handel.

Im Segment der zyklischen Werte verzeichneten Transocean (-2,3%) die prozentual grössten Verluste. Aufgrund der Irak-Krise stünden Titel aus dem Rohstoffsektor derzeit weltweit tendenziell unter Abgabedruck, hiess es. Auch Schindler, Lonza (je -1,8%) und ABB (-1,4%) büssten deutlicher an Terrain ein. Zu einer überdurchschnittlichen Belastung wurden im Handelsverlauf auch die defensiven Nestlé-Schwergewichte (-1,5%).

Bei den Finanzwerten gaben Bâloise (-1,1%) am stärksten nach, während Credit Suisse (-0,9%) im Trend lagen. Medienberichten zufolge stellen die New Yorker Behörden der Grossbank den Bankenkritiker Neil Barofsky für zwei Jahre als Aufpasser zur Seite. Dieser soll die Mitwirkung von Angestellten in New York bei der Steuerhinterziehung untersuchen und Vorschläge unterbreiten, wie solches Verhalten unterbunden werden kann.

Gewinne verzeichneten einzig UBS (+0,4% auf 16,90 CHF). Nachdem die Papiere am Dienstag zum ersten Mal seit Jahresanfang wieder unter die 17-CHF-Marke rutschten, waren sie auf tiefem Niveau gesucht. Dufry schlossen unverändert.

Am breiten Markt verloren Basilea (-8,2%), was auf die Bekanntgabe von Verzögerungen bei der Zulassung für das Antibiotikum Ceftobiprol in den USA zurückzuführen war. Grössere Einbussen verzeichneten auch die Titel des Branchennachbarn Cosmo (-4,7%).

Bei den Gewinnern überflügelten Schlatter (+12,8%) und Accu (+11,0%) ohne News den Gesamtmarkt. (awp/mc/pg)

SIX Swiss Exchange

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