CH-Schluss: Sorgen um restriktive Geldpolitik kehren zurück

Boerse
(Adobe Stock)

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Dienstag im Minus geschlossen. Nach dem deutlichen Anstieg der Indizes seit Anfang Jahr seien nun wohl einige Gewinne mitgenommen worden, hiess es im Markt. Bei den Anlegern rückte zudem wieder die Sorge um eine restriktive Geldpolitik in den Vordergrund.

Dämpfend wirkten nicht zuletzt Aussagen von Vertretern der US-Notenbank Fed vom Vortag, die den zuletzt aufgekommenen Hoffnungen auf eine weniger forsche Zinserhöhungspolitik einen Dämpfer versetzten. Der günstiger als erwartet ausgefallene Arbeitsmarktbericht vom vergangenen Freitag reiche wohl noch nicht aus, um einen Kurswechsel des Fed zu rechtfertigen, meinte ein Marktteilnehmer. Nun wird der am Donnerstag anstehende US-Inflationsbericht am Markt mit Spannung erwartet.

Der SMI schloss um 0,45 Prozent im Minus bei 11’162,15 Punkten. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, gab 0,47 Prozent auf 1726,31 Punkte nach und der breite SPI 0,49 Prozent auf 14’308,19 Zähler. Von den SLI-Titeln schlossen 23 Titel im Minus, sechs im Plus und einer unverändert.

Die deutlichsten Abgaben erlitten dabei die Aktien des Personalvermittlers Adecco (-6,1%). Als Auslöser machten Marktbeobachter einen negativen Zwischenbericht des britischen Konkurrenten Robert Walters aus, der die Titel der gesamten Branche belastete: So gaben etwa auch die an der Euronext kotierten Titel des Marktführers Randstad deutlich nach.

Unter Druck standen auch zyklische Titel wie die Aktien des von der Chipindustrie abhängigen Technologieunternehmens VAT (-3,0%). Dabei habe wohl auch das enttäuschende Quartalsergebnis des weltgrössten Chipauftragsfertigers TSMC auf die Stimmung gedrückt, hiess es.

Deutliche Abgaben gab es zudem für die Aktien des Liftherstellers Schindler (-1,8%) sowie des Bauchemiekonzerns Sika (-1,7%), der am Mittwoch seine Umsatzzahlen publizieren wird. Abwärts ging es zudem mit den Titeln des Logistikers Kühne+Nagel (-1,2%) wie auch mit den Titeln des Bankensoftwarespezialisten Temenos (-1,6%).

Bei den Finanzwerten verbuchten die Titel der Privatbank Julius Bär (-0,7%) und des Privatmarktspezialisten Partners Group (-0,6%) Kursverluste. Partners Group wird am Donnerstag Angaben zu seinen verwalteten Vermögen machen. Die Barclays-Analysten senkten das Kursziel für die Titel unter Verweis auf das schwierige Marktumfeld, das auf den Gebühreneinnahmen lasten dürfte.

Bei den Grossbankentiteln gaben Credit Suisse (-0,1%) leicht nach, womit sie sich weiter über der zum Wochenbeginn wieder übertroffenen Marke von 3 Franken hielten. UBS gingen unverändert aus dem Handel.

Belastet wurden die Indizes zudem durch deutliche Abgaben des Pharmariesen Novartis (-2,1%). Am Markt wurde auf sehr vorsichtige Äusserungen von Firmenvertretern an einer Branchenkonferenz zum Krebsmedikament Kisqali verwiesen, die eine Reihe von Investoren offenbar auf dem falschen Fuss erwischt hatten. Bei den weiteren SMI-Schwergewichten gaben Nestlé (-0,2%) leicht nach, während Roche (+0,4%) zu den wenigen Gewinnern unter den Blue Chips gehörten.

Neben Roche zählten die Titel des Zahntechnikers Straumann (+0,7%), des Versicherers Swiss Life (+1,0%) und des Pharmazulieferers Lonza (+1,9%) zu den Gewinnern. Die Lonza-Aktien gehören auch weiterhin zu den Titeln im Standard-Portfolio der ZKB.

Am breiten Markt ging es mit Pierer Mobility (+1,4%) nach oben, nachdem der österreichische Zweiradhersteller einen positiven Ausblick auf das laufende Jahr abgegeben hatte. Mit Verlusten schlossen dagegen die Pharmawerte Idorsia (-2,8%) und Santhera (-3,6%). Idorsia stellt Santhera eigene Aktien zur Verfügung, die diese verkaufen kann, und erhält dafür Aktien und Optionsscheine von Santhera. (awp/mc/ps)

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