CH-Schluss: Fester dank Novartis

CH-Schluss: Fester dank Novartis

Zürich  – Der Schweizer Aktienmarkt beendete die Sitzung vom Freitag erneut mit höheren Kursen als am Vortag. Nach einem verhaltenen Start in der Verlustzone, zog der SMI bis am Nachmittag unter der Führung der starken Novartis bis am Nachmittag deutlich an, ehe gegen Handelsende die Gewinne wieder etwas abbröckelten. Im Wochenvergleich ergab sich erneut ein klares Plus.

Die Stimmung für Aktien sei unverändert positiv gewesen, hiess es in Marktkreisen. Der am Morgen veröffentlichte ifo-Index in Deutschland, welcher schwächer als erwartet ausgefallen war, vermochte die Laune der Investoren nicht zu verderben. Denn noch immer weist der Index auf eine wachsende Wirtschaft hin. Die am Nachmittag in den USA publizierten Konjunkturdaten, die Lagerbestände der Grosshandelsunternehmen sowie das von der Universität Michigan veröffentlichte Konsumklima, fielen weniger gut aus als erwartet. Einen grossen Einfluss auf das Börsengeschehen hatten die Zahlen allerdings nicht.

Der Swiss Market Index (SMI) legte 0,20% auf 8’249,31 Punkte zu. Im Wochenvergleich ergab sich ein Plus von 2,0%. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) stieg um 0,08% auf 1’257,20 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,17% auf 7’826,78 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln schlossen im 14 Plus, 15 im Minus und Swiss Life unverändert.

Mit zu den grössten Gewinnern zählten Novartis (+0,9%). Dazu verhalfen eine positive Studie der Zürcher Kantonalbank sowie die Bestätigung der Kaufempfehlung durch Jefferies. Der Titel knüpfte damit an die starke Aufwärtsbewegung der vorangegangenen Tage an, welche von den guten Quartalszahlen am Dienstag gestützt wurde; dies nachdem die Aktie von September bis Anfang Oktober deutlich an Terrain eingebüsst hatte.

Roche (+0,3%) hielten sich nach einer vorübergehend ebenfalls stärkeren Tagesperformance zum Handelsende nur noch knapp in der Gewinnzone, ebenso Nestlé (+0,1%).

Noch besser als Novartis schnitten einzig Zurich, Transocean (je +1,0%) und Syngenta (+0,9%) ab.

Dufry (Aktie +0,7%) baut die Präsenz in Asien mit einem Duty-Free-Shop am südkoreanischen Busan Gimhae International Airport aus. Der Markteintritt in Südkorea sowie die kürzlich in Asien gewonnenen Konzessionen zeigten die zunehmende Wichtigkeit dieser Region für Dufry auf, so ein Analyst.

Von den Grossbanken legten UBS (+0,4%) zu, wogegen CS (-0,8%) zu den schwächeren Aktien gehören. CS setzten damit den Abwärtstrend des Vortages verbunden mit dem am Donnerstag präsentierten schwachen Quartalsausweis fort. Am Freitag hat JPMorgan das Rating für CS auf «Neutral» von «Overweight» zurückgenommen, begründet dies aber vor allem mit der bislang guten Jahresperformance der Titel.

Auch Actelion (-0,3%) gehörten zu den Verlierern. Am Nachmittag gab die vorberatende Kommission der europäischen Arzneimittel-Behörde EMA bekannt, dass sie Opsumit zur Zulassung für die Behandlung von pulmonaler arterieller Hypertonie (Lungenbluthochdruck, PAH) empfehle. Nachdem die lang ersehnte entsprechende Zulassung aus den USA am vergangenen Wochenende eingetroffen war, hat die Aktie indes vor allem am Montag bereits stark angezogen. Die positiven News zu Opsumit sind also eingepreist und nach der US-Zulassung kommt die positive Empfehlung in Europa nicht mehr überraschend.

Deutlichere Einbussen erlitten Swatch (-1,2%). Die Wettbewerbskommission (Weko) gab bekannt, dass die Swatch-Tochter ETA die Lieferungen von mechanischen Uhrwerken an andere Uhrenhersteller stufenweise reduzieren darf, die Lieferverpflichtungen für Assortiments (regulierende Bestandteile) aber vorläufig bestehen bleiben.

Am stärksten unter Druck standen indes Adecco (-1,8%). Der Titel wurde von den am Vorabend veröffentlichten Arbeitsmarktdaten aus Frankreich gebremst. Die Anzahl Menschen ohne Job ist in dem für Adecco wichtigen Markt im September auf einen neuen Rekord geklettert. Derweil hat Jefferies das Kursziel stark auf 73,50 CHF von 50 CHF erhöht.

Im breiten Markt rückten die Aktien der Luxushotel-Gruppe Victoria-Jungfrau Collection (VJC) kurz vor ihrer Dekotierung im Dezember in den Fokus. Nach einem Übernahmeangebot der Spitalgruppe Aevis zogen die Aktie um 22% auf 250 CHF an. Das Angebot von Aevis an die VJC-Aktionäre liegt genau bei diesen 250 CHF je Aktie. Vorübergehend waren VJC sogar über 260 CHF geklettert.

Georg Fischer (-2,6%) büssten nach einer Rückstufung durch die CS auf «Neutral» von «Outperform» deutlich an Terrain ein. Dir Abstufung erfolgte indes lediglich aus Bewertungsgründen.

Nach Zahlen zogen Panalpina um 2,0% an, wogegen Bucher Industries 0,2% nachgaben. Der Logistikkonzern hat im dritten Quartal punkto beförderte Volumen in der See- und Luftfracht den Gesamtmarkt übertroffen und damit Marktanteile gewonnen. Auch die Markterwartungen wurden bis auf den Umsatz übertroffen. Bei Bucher lag vor allem der Auftragseingang über den Erwartungen. (awp/mc/upd/ps)

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