CH-Schluss: SMI mit leichtem Plus – freundliche Stimmung hält an

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat den Mittwochshandel mit einem leichten Plus beendet. Der Leitindex SMI hatte nach einem noch zögerlichen Start stärker zugelegt, am Nachmittag dann aber mit einem zögerlichen Handel an der Wall Street wieder an Flughöhe verloren. Treibende Kraft waren dabei die Uhrenhersteller, aber auch die drei SMI-Schwergewichte stützten. Händler sprachen aufgrund der Hoffnung auf die Covid-19 Impfstoffe generell von einer freundlichen Stimmung und verwiesen auf einige positive Nachrichten.

So hatte sich etwa in den Verhandlungen über ein weiteres US-Konjunkturpaket Bewegung abgezeichnet. Das trieb die US-Indizes Dow Jones und S&P 500 auf neue Höchststände, von denen sie dann jedoch wieder abrückten. Der Markt sei optimistisch, dass es noch vor Jahresende eine Art Konjunkturpaket geben werde, hiess es. Auch mit Blick auf das Brexit-Treffen zwischen Premierminister Boris Johnson und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen gab es Hoffnung, auch wenn es zuletzt wieder aus Grossbritannien schärfere Töne gegeben hatte. Die Blicke der Investoren richten sich zudem auf die EZB-Zinsentscheidung am Donnerstag. Einige Beobachter halten ein sogenanntes «Bazooka»-Massnahmenpaket für möglich.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss 0,35 Prozent fester auf 10’430,02 Punkten (Tageshoch 10’469). Der SLI, der die 30 wichtigsten Aktien umfasst, stieg um 0,35 Prozent auf 1’639,20 Zähler und der umfassende SPI um 0,42 Prozent auf 12’964,78 Punkte. Von den 30 Blue Chips schlossen 24 im Plus, fünf im Minus und einer (ABB) unverändert.

Angeführt wurde die Blue-Chip-Liste von Swatch (+3,7%) und auch Richemont (+1,8%) legten stärker zu. Dabei schien die Hoffnung auf eine Erholung der Reisebranche die treibende Kraft gewesen zu sein. In Europa und den USA waren auch Airline-Aktien deutlich gefragt.

AMS (+2,3%) erholten sich etwas von dem jüngsten Rücksetzer, nachdem eine Reihe von Analysten die Aktien verteidigt hatten. In den vergangenen Tagen hatten negative Meldungen zu den Sensor-Kunden die Titel belastet.

Beim Spezialchemiekonzern Clariant (+1,2%) wurde die Besetzung des CEO-Posten mit Conrad Keijzer positiv aufgefasst. Nach rund eineinhalbjähriger Suche soll der Niederländer künftig das Unternehmen lenken.

Deutlicher im Plus schlossen auch Schindler (+1,5%), Temenos (+1,3%) oder Swisscom (+1,1%). Die Schwergewichte Roche, Nestlé (je +0,6%) und Novartis (+0,1%) geben dem Gesamtmarkt Halt. Roche-Tests werden künftig beim Corona-Impfstoff-Hersteller Moderna in der Forschung eingesetzt. Nestlé wiederum profitierten von einem positiven Analystenkommentar durch die CS, die dem Nahrungsmittelkonzern weiteres Wachstum vorhersagt.

Die Versicherer wie Swiss Life (+0,3%), Swiss Re (+0,4%) und Zurich (+0,9%) hatten zeitweise auch zu den grössten Gewinnern gezählt, rutschten dann aber ins Mittelfeld ab. Bei den Banken lagen Julius Bär (+1,2%) vorn, bei CS (+0,3%) und UBS (+0,2%) waren die Aufschläge deutlich geringer. Zu reden gab, dass der neue UBS-Chef Ralph Hamers von einem alten Rechtsstreit bei seinem früheren Arbeitgeber ING eingeholt wird: Die niederländische Justiz rollt einen Geldwäsche-Fall wieder auf.

Vor allem Aktien, die sich im bisherigen Jahresverlauf eher gut geschlagen hatten, beendeten den Handel tiefer. Am Ende der Kurstafel fanden sich Straumann, Lonza (je -1,1%) und LafargeHolcim (-0,9%) wieder. Auch Sonova (-0,7%) und Givaudan (-0,8%) gaben ab.

Im breiten Markt stiegen Bossard zeitweise zweistellig und lagen am Ende mit +4,6 Prozent im Plus (167 Fr.). Der Broker Stifel hatte die Titel auf Buy hochgestuft und das Kursziel auf 200 Franken gesetzt. Als Begründung wurde auf das bessere Marktumfeld verwiesen. Auch Kardex (+4,7%) und Schweiter (+4,6%) legten stark zu.

Arbonia (+3,0%) zogen nach einer positiven Gewinnwarnung an. Der Bauzulieferer hat im zweiten Halbjahr eine deutliche Geschäftserholung gespürt. Nun wird für das Gesamtjahr mit einem organischen Umsatzwachstum gerechnet sowie einer überproportionalen Steigerung bei EBIT und Reingewinn. Auch die Erwartungen für 2021 sind positiv.

Die SFS-Aktien (-0,2%) konnten ihre anfänglichen Verluste bis Handelsschluss nahezu komplett abbauen. Die Familienaktionäre hatten einen Anteil von 1,2 Prozent platziert. Der Schritt sei aber eine reine Finanztransaktion gewesen und die Aktien würden nach einer bestimmten Zeit alle wieder zur Familie zurückgehen, wie es hiess.

Bei den Verlierern stachen Dottikon (-6,5%), Aryzta (-3,9%), Tornos (-3,2%) oder Wisekey (-3,4%) mit grösseren Abgaben heraus. (awp/mc/pg)

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