CH-Schluss: Knapp gehalten

CH-Schluss: Knapp gehalten

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Mittwoch nach weitgehend impulsarmem Geschäft minim tiefer geschlossen gemessen am Leitindex SMI. Der Markt habe sich nach den deutlichen Abgaben zu Wochenbeginn und der leichten Erholung am Dienstag stabilisiert, hiess es im Handel. Unter den Blue Chips waren vor allem zyklische Werte gesucht. So empfiehlt beispielsweise ein Vontobel-Analyst mit Blick auf die Erstquartalsergebnisse den Anlegern eher zyklische Titel, wie er im Interview mit AWP Video sagte. Generell erwartet er von den Unternehmen gute Quartalszahlen. Demgegenüber belasteten Abgaben in den Index-Schwergewichten – vor allem in Roche.

Allerdings habe vor der Veröffentlichung des jüngsten Sitzungsprotokolls des Offenmarktausschusses (FOMC) der US-Notenbank Fed eine gewisse Zurückhaltung überwogen, so der Händler weiter. Das Protokoll wird am Berichtstag nach Europaschluss veröffentlicht. Der Markt erhoffe sich davon Hinweise auf die Debatte im geldpolitischen Ausschuss FOMC über die absehbare Zinswende. Fed-Chefin Janet Yellen hatte Mitte März eine erste Zinsstraffung im ersten Halbjahr 2015 in Aussicht gestellt. Zudem gehen die Notenbanker im FOMC von im Schnitt höheren Leitzinsen für Ende 2015 und Ende 2016 aus.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss gegenüber dem Vortag um 0,14% tiefer bei 8’411,43 Punkten. Der gekappte Swiss Leader Index (SLI) stieg hingegen minim um 0,03% auf 1’293,19 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,01% auf 8’189,58 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln notierten 17 im Plus, elf im Minus sowie Nestlé und Bâloise unverändert.

Auf den SMI drückten vor allem die Abgaben in den defensiven Schwergewichten Roche (-0,6%) und etwas weniger in Novartis (-0,3%); Nestlé schlossen unverändert und hielten sich damit besser. Novartis hat für die Divisionen Alcon und Sandoz mit Jeff George beziehungsweise Richard Francis neue Geschäftsleiter ernannt und damit die Nachfolge von Kevin Buehler geregelt, der in Rente geht.

Die prozentual grössten Einbussen mussten jedoch Swisscom mit -3,2% oder -17,00 CHF hinnehmen. Die Titel litten allerdings unter dem Dividendenabgang von 22 CHF je Aktie.

Zu den grösseren Verlierern zählten Syngenta (-1,4%) und Transocean (-1,3%). Die Aktien der CS (-0,4% auf 28,53 CHF) verloren gegenüber den Titeln der Branchennachbarn UBS (+0,1%) an Boden. JP Morgan hatte für die CS-Valoren das Rating auf „Underweight“ von zuvor „Neutral“ gesenkt, das Kursziel jedoch auf 32 CHF belassen. Der Grund für die Abstufung sei im wenig nachhaltigen Investment Banking zu suchen, so der zuständige Analyst.

Unter den Kursgewinnern fielen die Titel des Lebensversicherers Swiss Life (+2,0%) durch die grössten prozentualen Gewinne auf; damit rückten diese Werte im bisherigen Jahresverlauf bereits mehr als 20% vor. Givaudan (+1,3%) waren im Vorfeld der Publikation der Erstquartalszahlen am Freitag gefragt. Die Aktionäre der Swiss Re (+1,3%) können sich demnächst auf die Auszahlung einer hohen Dividende freuen; am kommenden Freitag findet die Generalversammlung des Rückversicherers statt. Über 1% legten noch die Titel von Kühne+Nagel sowie Sika zu.

Weiterhin im Blickfeld standen die Aktien des Zement- und Betonherstellers Holcim (+1,4% auf 81,50 CHF). Die am Montag angekündigte Fusion mit dem Konkurrenten Lafarge hat auch die Analysten von Helvea dazu bewogen, das Kursziel nachzuziehen auf neu 80 CHF, das Rating wurde mit „Hold“ bestätigt. Ausserdem hat die Ratingagentur Standard & Poor’s ihre Ratings für den Zementkonzern und den Ausblick bekräftigt.

Im breiten Markt musste Valartis (-2,1%) nachträglich den Gewinn für das vergangene Geschäftsjahr deutlich nach unten korrigieren. Auslöser waren Wertberichtigungen auf russischen Immobilienprojekten der ebenfalls an der Schweizer Börse kotierten Eastern Property Holdings (-4,5%) an der Valartis beteiligt war.

Fester schlossen dagegen Leclanché (+6,1%). Der Batterienhersteller hatte mit der amerikanischen Oak Ridge Technologies eine Entwicklungs- und Marketingvereinbarung unterzeichnet. Oak Ridge soll der Türöffner für den amerikanischen Markt sein. Der Industrie-Konzern Sulzer hat in Thomas Dittrich einen neuen Finanzchef gefunden; die Aktien avancierten um 0,6%.

Kräftige Kursgewinne verzeichneten unter anderem vor der morgigen Publikation des Jahresergebnisses die Titel von Hochdorf (+4,8%). Dagegen verloren Intersport PSC (-10,1%), OTI Energy (-6,7%) und Infranor (-6,5%) deutlich. (awp/mc/pg)

 

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