CH-Schluss: SMI legt 0,4% auf 9395 Punkte zu

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Mittwoch leicht im Plus geschlossen. Nach einem kurzen Abtaucher in die negativen Vorzeichen am Vormittag pendelte der Leitindex SMI lange Zeit um seinen Vortagewert herum. Am späten Nachmittag übersprang er dann jedoch sogar kurzzeitig die 9’400er-Marke und markierte bei 9’406 Punkten ein neues Jahreshoch. Insgesamt sei am Markt aber Zurückhaltung zu spüren gewesen. Aus dem Handel hiess es unisono, die Investoren warteten auf den Fed-Zinsentscheid am Abend.

Da dieser erst nach Börsenschluss in Europa publiziert wird können allfällige Überraschungen oder Enttäuschungen erst am morgigen Donnerstag in die Kurse eingepreist werden. Allerdings gilt als ausgemacht, dass die US-Währungshüter die Zinsen um 25 BP erhöhen. Dies auch, weil in den USA die Inflationsrate im November wie erwartet gestiegen ist. Uneins sind sich die Experten dagegen bei der Zahl möglicher Zinsschritte 2018. Am Donnerstag stehen ausserdem die Notenbanksitzungen der EZB, der SNB und der Bank of England im Fokus. Für Gesprächsstoff dürfte also noch einmal gesorgt sein.

Der Swiss Market Index (SMI) stand zum Handelsschluss schliesslich 0,35% höher bei 9’394,55 Punkten. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) stieg um 0,41% auf 1’512,52 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,30% auf 10’752,01. Von den 30 wichtigsten Titeln schlossen 20 im Plus, sieben im Minus und drei (Adecco, Roche und Clariant) unverändert.

Über lange Strecken des Tages hatten die drei defensiven Schwergewichte Novartis (+0,4%), Nestlé (+0,3%) und Roche (unv.) den SMI belastet. Vor allem Novartis gelang schliesslich doch noch ein Richtungswechsel, nachdem am Nachmittag bestätigt wurde, dass der Basler Konzern das US-Portfolio seiner Generika-Tochter Sandoz überprüft. Man sei dabei, dieses zu optimieren, bestätigte das Unternehmen eine Meldung der „Handelszeitung“.

Mit Sonova (-0,9%) erging es einem weiteren Vertreter der Gesundheitsbranche weniger gut. Hier erwiesen sich Absatzstatistiken für den Schlüsselmarkt USA als belastend. Wie diesen entnommen werden konnte, verlor der Weltmarktführer im Geschäft mit dortigen Kriegsveteranen im November Marktanteile an die ehemalige Siemens-Tochter Sivantos sowie an GN Resound. Zudem hallt eine kürzlich ausgesprochene und am Vortag in einer Branchenstudie bekräftigte Verkaufsempfehlung durch Morgan Stanley nach, hiess es aus dem Handel.

Auf den Verkaufslisten der Anleger standen Unternehmen aus den unterschiedlichsten Branchen. So trennten sich Investoren verstärkt von Titeln wie Swatch, ABB (je -0,4%) oder auch Swisscom (-0,2%).

Etwas schwacher schlossen nach einer Abstufung durch Goldman Sachs auch die Aktien von Julius Bär (-0,1%). Klar legten dafür die Anteilsscheine der beiden Grossbanken UBS (+1,1%) und CS (+1,0%) zu. Mit den Aktien von Swiss Life, Swiss Re und Zurich gewinnen noch weitere Finanztitel zwischen 0,6% und 1,0% hinzu. Die Experten von Morgan Stanley bewerteten den Abschluss der globalen Bankenregulierung „Basel III“ dabei als positiven Katalysator für UBS und CS. Bedeutende Unsicherheiten seien aus dem Weg geräumt worden, schrieben sie in einer Studie.

Den Valoren von Dufry (+1,5%) wiederum gelang nach den Kursverlusten der letzten Tage eine gewisse Erholung. Nach Baader-Helvea kam auch Vontobel dem Reisedetailhandelskonzern verbal zu Hilfe und verteidigte dessen Aktien. Das Tagesgeschäft laufe trotz Negativschlagzeilen des chinesischen Grossaktionärs HNA gut, hiess es.

Beim Bauzulieferer Sika (+0,5%) schliesslich stiess die Nachricht darüber, dass der Konzern per 1. März 2018 die bisher getrennten Regionen Nord- und Lateinamerika zusammenlegt, bei Analysten auf positives Echo. Darüber hinaus kündigte Sika an, Teile der Grupo Industrial Alce zu erwerben und damit die Marktposition in Mexiko zu stärken.

Im breiten Markt fielen beispielsweise Wisekey (+3,7%) oder auch Peach Property (+3,3%) mit deutlichen Kursgewinnen auf. Abwärts ging es für New Value (-11%) oder New Venturetec (-13%).

Frühe Kursgewinne nicht halten können die Aktien von AMS (-1,7%). Am Dienstag war beim Sensorenhersteller der diesjährige Investorentag über die Bühne gegangen. Entgegen den Erwartungen einiger Analysten war eine Erhöhung der mittelfristigen Zielvorgaben ausgeblieben. (awp/mc/pg)

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