CH-Schluss: SMI legt 1,1% auf 8760 Punkte zu

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt ist sehr freundlich in die neue Woche gestartet. Nach dem starken Minus von letzter Woche handelte es sich aber lediglich um eine technische Gegenbewegung, erklärten Händler. Andere positive Impulse gab es ansonsten kaum. Der Swiss Market Index (SMI) hatte in der zurückliegenden Woche 2,3 Prozent eingebüsst.

Ganz bis Handelsschluss konnten die Indizes ihre Gewinne nicht halten – zu zögerlich gingen die Börsianer an der Wall Street am Nachmittag an den Start. Denn insgesamt bleibe die Lage fragil. Nun gelte es abzuwarten, wie sich etwa der Streit um das italienische Budget oder der Zollkonflikt zwischen den USA und China weiterentwickeln.

Der Swiss Market Index (SMI) avancierte am Montag um 1,08 Prozent und schloss bei 8’759,62 Punkten. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) gewann 1,42 Prozent auf 1’376,89 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 1,08 Prozent auf 10’332,75 Zähler. Von den 30 Blue Chips schlossen bis auf Nestlé alle im Plus.

Finanzwerte und Novartis (+1,7%) trieben den Schweizer Leitindex massgeblich an. Roche GS (+0,3%) gerieten etwas ins Hintertreffen. Pharmawerte hatten in der Vorwoche deutlich an Terrain eingebüsst unter dem Eindruck von Plänen der US-Regierung, die Medikamentenpreise in den Griff zu bekommen. Vor allem Roche wurden als mögliche Leidtragende der Massnahmen genannt.

Mit plus 3,0 Prozent legen aus dem Sektor Vifor Pharma noch deutlicher zu nach positiven Studiendaten zu einer intravenösen Eisenbehandlung von chronischem Nierenversagen. Und AMS (+2,1%) erholten sich leicht von einem hoch zweistelligen Rücksetzer in der vergangenen Woche.

Dem Bankensektor gaben auch die besser als erwartet ausgefallenen Ergebnisse der britischen Grossbank HSBC Rückenwind: UBS zogen um 2,0 Prozent an und Credit Suisse um 2,2 Prozent. Letztere wird am Donnerstag ihre Drittquartalszahlen präsentieren. Am gleichen Tag werden auch Swiss Re (+2,4%) und Swisscom (+3,2%) über den Geschäftsverlauf berichten.

Keine Drittquartalszahlen veröffentlicht der Warenprüfer SGS, dessen Papiere sich um 1,9 Prozent verteuerten. Händler verwiesen auf den Mitbewerber Bureau Veritas, der am Freitag einen soliden Zahlenkranz vorgelegt hatte. Davon gingen seither auch positive Kursimpulse für die SGS-Aktien aus.

Die Aktien des Zementherstellers LafargeHolcim (+3,6%) knüpften an die Zugewinne letzter Woche an. Ob das Unternehmen, wie von CEO Jan Jenisch in der Wochenendpresse beteuert, damit den Wendepunkt erreicht hat, bleibt in Analystenkreisen aber umstritten.

Einzige Verlierer bei den Top 30 waren Nestlé (-0,4%). Die Titel hatten in der Vorwoche ihren defensiven Charakter ausgespielt und als einer der wenigen Blue Chips zugelegt.

Im breiten Markt kletterten Komax um 3,5 Prozent. Der Spezialist für Kabelverarbeitungsmaschinen hatte am Freitag seinen Investorentag abgehalten, von dem die Analysten durchwegs positive Eindrücke mit nach Hause nahmen. Für Molecular Partners (+5,0%) ging es nach guten Studiendaten zu einem Produktkandidaten klar nach oben.

Am Vortag der Ergebnispublikation war das Geschehen bei Straumann (+2,4%) laut Händlern von Deckungskäufen bestimmt. Auch Feintool (+4,9%) und Oerlikon (+3,9%) legten am Tag vor der Zahlenpublikation deutlich zu. Letzteren beiden Aktien half auch eine Meldung der Nachrichtenagentur Bloomberg.

Dem Bericht zufolge will Chinas Regierung der schwächelnden Nachfrage auf dem Automarkt mit Steuersenkungen entgegenwirken. Die Steuer, die beim Autokauf anfällt, soll bei Kleinwagen halbiert werden. Die Aktien von Autozulieferern stiegen in der Folge kräftig. Autoneum gewannen 5,8 Prozent, Georg Fischer 2,0 Prozent.

Auf der Gegenseite büssten Zur Rose 2,9 Prozent ein. Europas grösste Versandapotheke hat den Termin für eine Generalversammlung zur Genehmigung einer Kapitalerhöhung über 200 Millionen Franken festgesetzt. Mit den Geldern soll unter anderem der Kauf der deutschen Onlineapotheke Medpex finanziert werden.  (awp/mc/pg)

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