CH-Schluss: SMI bricht Erholungsversuch erneut ab

Boerse

Zürich – Statt sich zu erholen hat der Schweizer Aktienmarkt am Mittwoch leicht an Terrain eingebüsst. Wie bereits tags zuvor sah es lange danach aus, als könnte sich der Leitindex SMI von den Panikverkäufen des Montagshandels etwas erholen. Doch mit zunehmender Handelsdauer und der sehr schwachen Eröffnung an der New Yorker Wall Street wendete sich das Blatt und die meisten Schweizer Blue Chips verloren an Wert.

Die Coronasorgen sind am Markt allgegenwärtig und die Unsicherheit rund um die weitere Ausbreitung der Krankheit ist gross. Solange nicht klar sei, wann und wo die Ausbreitung des Virus ihren Höhepunkt finde, liessen sich die wirtschaftlichen Folgen kaum erahnen, hiess es im Handel. Die Anleger seien nach den Panikverkäufen zu Wochenbeginn nach wie vor sehr zurückhaltend, wenn es um die Rückkehr an den Aktienmarkt gehe. Dagegen half auch die Zinssenkung der britischen Notenbank und die Aussicht auf geldpolitische Massnahmen der EZB nicht.

Der SMI büsste am Ende eines volatilen Handels 0,47 Prozent auf 9’152,50 Punkte ein. Das Tageshoch wurde früh im Handel bei 9’374 Stellen gesetzt. Der SLI, der die 30 wichtigsten Werte umfasst, fiel um 0,75 Prozent auf 1’373,06 und der breite SPI um 0,59 Prozent auf 11’161,17 Zähler zurück. Dabei standen bei den Blue Chips 23 Verlierern sieben Gewinner gegenüber.

Wie gross die Unsicherheit am Markt nach wie vor ist, zeigt sich auch anhand des Angstbarometers VSMI. Der Schweizer Volatilitätsindex kletterte nach bereits hohen Notierungen am Montag zur Wochenmitte um 10 Prozent auf 45 Punkte. Auf diesem Niveau hatte er sich zuletzt in der Finanzkrise vor über 10 Jahren bewegt.

Zu den grössten Verlierern zählten im SLI Zykliker wie Richemont (-3,0%), Sonova oder Geberit (beide -2,9%). Beim Sanitärtechniker drückten am Tag nach der Zahlenvorlage negative Analystenkommentare auf den Kurs. So hatten gleich drei Institute ihre Verkaufsempfehlungen bestätigt und zum Teil das Kursziel gesenkt.

Temenos zählten mit einem Minus von 4,2 Prozent ebenfalls zu den grössten Verlierern, doch AMS (-10,6%) führten das Verliererfeld mit grossem Abstand an. Die Titel litten Händlern zufolge unter einem sehr tiefen Bezugspreis für die Kapitalerhöhung zur Finanzierung der Osram-Übernahme. Bestehende Aktionäre müssten viel Geld in die Hand nehmen, um eine Verwässerung zu verhindern, wurde kritisiert.

Auf der Gegenseite konnten sich die Banken ein wenig von den zu Wochenbeginn erlittenen Kurseinbussen erholen. UBS rückten um 0,5 Prozent vor und Julius Bär gewannen 0,6 Prozent. Credit Suisse hinkten diesen Entwicklungen mit einem Plus von 0,1 Prozent hinterher.

Gefragt waren in diesen turbulenten Zeiten die defensiven Papiere des Schwergewichts Novartis (+0,3%), während sich Nestlé (-0,7%) nach teilweise kräftigen Kursavancen nicht bis zum Schluss im Plus halten konnten. Leichte Kursgewinne waren auch bei den Valoren der Swiss Life (+0,3%) zu sehen.

Am breiten Markt richtete sich der Fokus auf Gesellschaften, die Zahlen vorgelegt haben. Dabei vermochten SF Urban Property (+2,0%) und Plazza (-0,3%) mehr zu überzeugen als Schmolz+Bickenbach (-2,3%) oder IVF Hartmann (-3,4%).

Für Gesprächsstoff sorgte ausserdem der «Pennystock» Relief Therapeutics mit einem Kurssprung um 140 Prozent, nachdem die Gesellschaft in einer Mitteilung Hoffnungen auf einen kommerziellen Erfolg im Zusammenhang mit dem Coronavirus geweckt hatte. Deutlich zulegen konnten etwa auch noch CPH Chemie&Papier (+15%) oder Edisun (+7,8%). Starke Einbussen waren bei Wisekey (-11%) oder Ascom (-7,3%) zu sehen. (awp/mc/pg)

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