CH-Schluss: Klar im Plus

CH-Schluss: Klar im Plus

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Dienstag den Handelstag klar im Plus beendet. Vor allem UBS-Titel zogen die Indizes mit starken Gewinnen nach oben, nachdem die Grossbank neben befriedigenden Quartalszahlen das weitherum erwartete einschneidende Restrukturierungsprogramm bekannt gegeben hatte. Dagegen bremsten die schwer gewichteten Nestlé, Novartis und Roche den Schweizer Markt etwas.

Auch an den anderen europäischen Börsenplätzen prägten vor allem Quartalszahlen wie etwa von BP oder der Deutschen Bank das Geschehen. Die US-Börsen blieben wegen des Hurrikans «Sandy» den zweiten Tag in Folge geschlossen. Neue Daten zum Immobilienmarkt aus den USA zeigten nur wenig Einfluss auf das Börsengeschehen. Der Case-Shiller Hauspreisindex August hatte die Erwartungen der Ökonomen ziemlich genau erfüllt.

Der Swiss Market Index (SMI) beendete den Handel mit einem Plus von 0,48% bei 6’633,10 Punkten. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) gewann 0,95% auf 999,88 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) legte 0,47% auf 6’122,53 Punkte zu.

Klar stärkste Blue Chips waren am Dienstag UBS mit einem Anstieg von 5,9% auf 13,89 CHF, nachdem die Titel bereits am Vortag 7,3% zugelegt hatten. Das am Morgen bekanntgegebene Restrukturierungsprogramm stiess am Markt auf äusserst positive Resonanz. Die UBS übernehme die Führungsrolle, während andere Banken wie die CS an ihrem Investment Banking festhalten würden, kommentierte ein Analyst. Daneben fanden aber auch die Ergebnisse der UBS zum dritten Quartal Anklang. Das Aktienresearch von Goldman Sachs nahm die UBS-Titel auf seine «Conviction Buy List» auf und setzte das Kursziel auf 20,30 CHF hinauf.

Auch die CS-Aktien (+2,7%) gehörten am Dienstag zu den klaren Gewinnern, während die Aktien der Vermögensverwalterin Julius Bär (+0,6%) nur leicht besser als der Marktschnitt zulegten. Swiss Re (+1,1%) zeigen sich nach den Abgaben vom Vortag wieder stärker. Der US-Sturm «Sandy» werde die grossen Rückversicherer dank ausreichender Schadensreserven nicht wesentlich in ihrer Gewinnkraft beeinträchtigen, sagten Händler.

Ebenfalls klare Gewinne verzeichneten einige zyklische Titel, darunter Adecco (+2,6%), Lonza (+2,5%) oder Clariant (+2,1%). Lonza und Clariant legen am Mittwoch ihre Quartalsergebnisse vor. Sika, die ebenfalls am Mittwoch mit Zahlen aufwarten, schlossen mit +0,8% ebenfalls etwas besser zu als der Marktdurchschnitt. Gesucht waren am Dienstag zudem die Luxusgütertitel Swatch (+1,6%) und Richemont (+1,3%).

Die defensiven Titel zeigten dagegen meist eine schwächere Performance als der Gesamtmarkt. Bei den Pharmawerten schlossen Roche (-0,2%) und Novartis (-0,6%) im Minus. Nestlé gingen unverändert aus dem Handel.

Klar schwächster Blue Chip war Geberit (-5,6%), nachdem das Unternehmen mit den am Morgen vorgelegten Drittquartalszahlen die Erwartungen nicht erfüllt hatte. Analysten bezeichneten den Zahlenkranz denn auch unisono als «enttäuschend». Die bisher erfolgsverwöhnte Aktie wird nun von massiven Gewinnmitnahmen getroffen, hiess es.

Auch die Titel der OC Oerlikon (-1,6%) schlossen tiefer, nachdem der Industriekonzern am Morgen Quartalszahlen vorgelegt hatte. Zwar seien die Analystenerwartungen erfüllt worden, einige Anleger würden die Zahlen aber zum Anlass nehmen, zuletzt erzielte Gewinne einzufahren, hiess es am Markt.

Straumann schlossen nach Quartalszahlen gar 2,2% im Minus, nachdem die Aktie zunächst noch zugelegt hatte. Mit den Zahlen verfehlte der Dentalimplantathersteller die Erwartungen der Analysten. Straumann kündigte gleichzeitig ein Umstrukturierungsprogramm an, das deutlich einschneidender ausfiel als von den Beobachtern erwartet war.

Zu den Gewinnern des Handelstags gehörten dagegen die Dätwyler-Titel (+6,9%). Der Mischkonzern hatte am Montagabend den Verkauf der Kabelsparte an den eigenen Grossaktionär PEMA-Holding bekanntgegeben. Ohne das niedrigmargige Kabelgeschäft werde die Profitabilität des Unternehmens steigern, lobten die Analysten. (awp/mc/pg)

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