CH-Schluss: SMI erobert Marke von 12’000 Punkten zurück

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt verteidigt am Donnerstagvormittag seine Gewinne nach der Rückkehr über die 12’000er-Marke. Der Leitindex SMI notiert deutlich über der psychologisch wichtigen Marke, die er am Morgen zur Eröffnung wieder übersprungen hat. Am Vortag war er erstmals seit Ende Juli unter diese gefallen. Angetrieben wird der freundliche Markt von positiven Konjunkturdaten aus den USA. Dort sorgte ein überraschend stark gestiegener Frühindikator für einen «Stimmungsumschwung» an der New Yorker Börse.

Am Nachmittag stehen einige wichtige Konjunkturzahlen an. So werden etwa die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sowie die Detailhandelsumsätze im August in den USA bekannt gegeben. Diese dürften dann je nach Ausgang für etwas mehr Action am Markt sorgen. Händler verweisen ausserdem auf die zahlreichen Risiken hin, die nicht verschwunden seien. Dazu zähle insbesondere die Schieflage des chinesischen Evergrande-Konzerns.

Der SMI legt um 11.25 Uhr 0,50 Prozent auf 12’044,81 Punkte zu. Er bewegt sich seit Handelsbeginn in einem engen Band zwischen 12’027 und 12’057 Punkten. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, steigt um 0,68 Prozent auf 1983,23 und der umfassende SPI um 0,62 Prozent auf 15’577,1 Punkte. 25 der 30 SLI-Werte legen aktuell zu.

Medtech-Titel haben derzeit die Nase vorn: Am deutlichsten legen bei den Blue Chips Sonova zu mit einem Plus von 3,2 Prozent. Die Aktien des Hörgerätehersteller profitieren von einer Kaufempfehlung der Deutschen Bank. An zweiter Stelle folgen die Titel von Straumann. Der Zahnimplantatehersteller kann seine Gewinne mit +3 Prozent gegenüber dem Morgen weiter ausbauen. Straumann ist mit einem Plus von fast 80 Prozent auch im Jahresverlauf der absolute Überflieger unter dem SLI-Werten.

Stark sind mit +2,3% auch Adecco, die allerdings bisher im Jahr 2021 am schlechtesten abgeschnitten haben unter den Blue Chips.

Positiv fallen auch die Finanzwerte CS (+1,3%), Julius Bär (+1%) und UBS (+0,9%) auf.

Die Schwergewichte Nestlé (+0,4), Roche (+0,3%) und Novartis (+0,1%) tendieren zwar allesamt ebenfalls im Plus, allerdings unterdurchschnittlich.

Die beiden Luxusaktien Richemont (+0,3%) und Swatch (-0,04%) tendieren uneinheitlich. Die beiden Uhrentitel hatten an den Vortagen wegen neuer Lockdowns im China, das ein wichtiger Absatzmarkt ist, bereits deutliche Kurseinbussen verzeichnet.

Das Schlusslicht im SLI bilden AMS (-1,2%), die bereits am gestrigen Handelstag deutliche Kurseinbussen hinnehmen mussten. Sie wurden nach einer eher schwach aufgenommenen Präsentation der neusten iPhone-Generation von Apple abgestraft, wie es in Handel hiess.

Verluste erleiden ausserdem noch Geberit, Clariant und Schindler mit Abgaben zwischen 0,1 und 0,6 Prozent.

Am breiten Markt legen Evolva ohne News am stärksten zu mit einem Plus von 12,5 Prozent. Das Unternehmen hatte am Mittwoch an der Aktienkonferenz Investora erklärt, es gebe im Bereich der Fermentation grosses Potenzial. «Die grossen Konsumgüterkonzerne müssen und wollen ihre Produkte nachhaltiger und gesünder gestalten, hier kommt Evolva ins Spiel», sagte Firmenchef Olivier Walker.

Die Anleger begrüssen ausserdem News von Newron: Das italienische Unternehmen hat im ersten Halbjahr 2021 dank leicht gesunkener Ausgaben den Verlust etwas eingedämmt und sieht sich nun bis 2023 finanziert. Die Titel ziehen in der Folge um 4,1 Prozent an.

Auf den Einkaufslisten stehen auch Leclanché (+3,8%) und Idorsia (+3,1%). Der Batteriekonzern profitiert von einer Erweiterung des Produktangebots für Häfen und Schiffe. Idorsia wird von einem positive Analystenkommentaren getrieben.

Auch die Grossübernahme des Baukonzerns Allreal (+1,3%) wird am Markt positiv aufgenommen. Allreal verstärkt damit seine Präsenz in der Westschweiz deutlich und erweitert das Portfolio an Wohnflächen, was vor allem mit Hintergrund des Homeoffice-Booms als positiv gewertet wird.

Landis+Gyr (+0,5%) können sich nach dem gestrigen Taucher wieder etwas erholen. Man vermutet, dass die Titel des Unternehmens am Mittwoch von schlechten Nachrichten des Konkurrenten Itron mitgezogen worden sind. (awp/mc/ps)

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