CH-Schluss: SMI verliert – Gewinnmitnahmen vor EZB-Sitzung

CH-Schluss: SMI verliert – Gewinnmitnahmen vor EZB-Sitzung

Zürich –  Der Schweizer Aktienmarkt hat den Handel am Dienstag mit ziemlich deutlichen Verlusten abgeschlossen. Der Leitindex SMI startete noch auf den Schlussnotierungen des Vortages in den Handel, drehte aber in der Folge ins Minus und baute die Verluste nach und nach aus. Die Verunsicherung der Anleger im Vorfeld der EZB-Sitzung sei gross, meinten Händler. Zudem liessen enttäuschende US-Konjunkturdaten am Nachmittag keine Erholung zu. Im SMI belasteten unter anderen die Index-Schwergewichte sowie Bankaktien den SMI.

Der Fokus der Anleger richte sich bereits auf die Sitzung der EZB vom kommenden Donnerstag, hiess es weiter. Man habe sich im Vorfeld dazu auf eine allfällige Enttäuschung hin positioniert. Sollte EZB-Chef Mario Draghi keine konkreten Schritte zu Anleihenkäufen hochverschuldeter Eurozone-Staaten bekannt geben, seien weitere Kurskorrekturen wahrscheinlich. In den USA hatte sich derweil die Stimmung in der Industrie im August überraschend eingetrübt. Zudem waren die Bauausgaben im Juli so stark zurückgegangen wie seit einem Jahr nicht mehr, während Ökonomen mit einem Anstieg gerechnet hatten.

Der Swiss Market Index (SMI) verlor bis Börsenschluss 1,16% auf 6`362,82 Punkte. Das Tageshoch wurde zu Beginn bei 6`439 Stellen und das Tagestief bei 6`356 Zählern gesehen. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) sank um 1,14% auf 943,87 und der breite Gesamtmarkt (SPI) um 1,09% auf 5`883,63 Punkte.

Die defensiven Schwergewichte standen am Dienstag relativ stark unter Druck, ohne dass es zu den Unternehmen kursbewegende Nachrichten gegeben hätte. Nestlé verloren 1,3%, Novartis und Roche je 1,0%. Die grossen Drei steuerten über die Hälfte des gesamten Abschlags des SMI von 75 Punkten bei.

Auch die Banken erhielten wenig Zuspruch und weiteten die Abgaben bis Handelsschluss aus: Credit Suisse (-1,8%) und UBS (-1,6%) wurden dabei von den Analysten von JP Morgan mit einem leicht tieferen Kursziel beurteilt. Das Rating wurde aber für beide Aktien auf «Übergewichten» belassen. Julius Bär kamen mit minus 1,1% nicht ganz so stark unter die Räder.

Versicherer wurden von den steigenden Unsicherheiten an den Finanzmärkten weniger belastet: Zurich Insurance (-0,6%), Swiss Re (-0,3%) oder Bâloise (-0,4%) büssten unterdurchschnittlich an Wert ein. Swiss Life gewannen gar 0,2%. Nur Logitech (+2,8%) und Actelion (+0,7%) legten stärker zu.

Die grössten Abschläge waren dagegen im SMI/SLI bei Clariant (-3,0%) auszumachen. Die Titel des Chemiekonzerns litten unter einer Rückstufung durch ING auf «Sell» von «Hold». Begründet wurde die Anpassung vor allem mit den schwachen Semesterzahlen.

Kühne+Nagel fielen um 2,0% zurück. Daran änderten auch optimistische Aussagen von CEO Reinhard Lange am NZZ Capital Market Forum nichts. Lange sieht die Emerging Markets als kräftigen Wachstumstreiber für die Logistik- und Transportbranche. Dabei werde Lateinamerika an Bedeutung gewinnen, sagte er im Gespräch mit AWP.

Bereits am Vorabend gab die Bauchemie- und Klebstoffherstellerin Sika bekannt, dass sie die Führungsstruktur verschlanken will. Im Rahmen der Neuorganisation werden etwa die bisher 6 geographischen Regionen auf 4 reduziert. Die Aktie ging darauf hin um 1,9% zurück, so auch Geberit.

Bei Richemont erhöhte die Deutsche Bank am Tag vor der Generalversammlung und der Publikation von Angaben zur Umsatzentwicklung das Kursziel. Dies gab den Aktien des Luxusgüterkonzerns kaum Unterstützung und der Kurs sank um 1,4%. Die Konkurrenzpapiere von Swatch notierte Sn mit 0,5% leichter. Auch Holcim (-1,4%) gaben am zweiten Tag des Investorentreffens Boden preis. Gemäss Analysten hatte es keine bahnbrechenden Neuigkeiten gegeben.

Im breiten Markt überzeugte Partners Group (Aktie: +3,1%) die Anleger mit einem über Erwarten hohen Semestergewinn. Ausserdem wurden die Prognosen für das Gesamtjahr 2012 bestätigt.

Gategroup schlossen dagegen um 0,7% leichter. Das Management des Konzerns beabsichtigt, über die niederländische Tochter Gate Gourmet das On-Board-Catering-Geschäft des Wettbewerbers Alpha am Amsterdamer Flughafen Schiphol zu kaufen. (awp/mc/cs)

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