CH-Schluss: Auf Erholungskurs – Wochenverluste werden eingegrenzt

Boerse

Zürich – Die Schweizer Börse hat nach dem jüngsten Ausverkauf am Freitag zu einer Erholung angesetzt und fester geschlossen. Schnäppchenjäger, Zinshoffnungen und Entspannungssignale im Zollstreit der USA mit China liessen die Anleger zugreifen. Der Leitindex konnte damit einen Teil der Laufe der Woche eingefahrenen Verluste eingrenzen. Die Umsätze waren laut Händlern wegen des kleinen Verfalltermins an der Eurex überdurchschnittlich gross.

Händler hofften, dass den Signalen einer möglichen Entspannung im US-chinesischen Handelsstreit auch konkrete Schritte folgen. Der Konflikt mit China werde nicht von allzu langer Dauer sein, hatte US-Präsident Donald Trump am Donnerstag gesagt. Die Chinesen wollten unbedingt ein Abkommen. Da sich Trump aber mehrfach als unberechenbar erwiesen habe, blieben die Investoren vorsichtig. Manche Anleger hätten aber ihre Positionen vor dem Wochenende glattgestellt, um Risiken zu minimieren. Neuengagements seien eher rar gewesen.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss nach einem Tageshoch bei 9’744,46 Zählern um 1,27 Prozent höher auf 9’728,39 Punkte. Gegenüber der Vorwoche ergibt sich damit ein Minus von noch 0,2 Prozent. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) rückte um 1,25 Prozent auf 1’469,95 Punkte vor und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 1,24 Prozent auf 11’826,61 Punkte. Bei den 30 SLI-Titeln legten alle bis auf Schindler (-0,2%) zu.

Die Märkte dürften weiterhin volatil bleiben, warnten Händler. Im US-chinesischen Handelsstreit gebe es nach wie vor keine Lösung und die Rezessionsängste seien nicht verflogen. Positiv sei, dass die Notenbanken weiterhin eine geldpolitische Lockerung signalisierten.

Auf den Einkaufszetteln der Anleger standen vor allem jene Werte, die sie im Zuge des Ausverkaufs in grossem Stil auf den Markt geworfen hatten. An der Spitze der Gewinner standen Swisscom (+3,0%), die am Donnerstag nach den Halbjahreszahlen zu den grossen Verlieren gezählt hatten. Zudem profitierten sie laut Händlern davon, dass Konkurrent Sunrise (+3,5%) bei der geplanten UPC-Übernahme auf den Widerstand seines Grossaktionärs Freenet stösst, der eine Kapitalerhöhung ablehnt.

Freenet-Chef Christoph Vilanek hält den Kaufpreis für zu hoch. „Damit sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass ein starker Konkurrent entsteht, der den Platzhirsch stärker bedrängen könnte“, sagte ein Händler. Sunrise käme zudem um eine teure Übernahme herum.

Vorne mit dabei waren auch Aktien der Banken, die einen Teil des jüngsten Ausverkaufs wettmachen konnten. Julius Bär, CS und UBS verteuerten sich um 2,3, 1,8 und 1,7 Prozent. UBS konnten sich zudem wieder über die 10-Franken-Marke aufschwingen, unter die sie in dieser Woche erstmals seit mehr als sieben Jahren gerutscht waren. Wie nachhaltig diese Erholung ist, werde sich zeigen müssen, hiess es. Denn nach wie vor sei die Richtung der Zinsen nach unten gerichtet und die Märkte dürften volatil bleiben.

Gefragt waren auch zyklische Werte wie Logitech (+1,9%), SGS (+1,7%), Adecco (+1,3%), ABB (+1,1%), Clariant (+1,+%) und AMS (+1,2%), denen die Rezessionssorgen kursmässig zugesetzt hatten.

Als Stützen des Marktes erweisen sich einmal mehr die als defensiv eingestuften Schwergewichte Roche (+1,6%), Nestlé (+1,2%) und Novartis (+1,2%). Zu Roche gab es einen Zulassungsentscheid der US-Behörde FDA.

Alcon gewannen vor dem kommende Woche erwarteten Zwischenbericht 2,0 Prozent.

Die Luxusgüterwerte, die nach enttäuschenden Konjunkturzahlen aus China und wegen der Demonstrationen in Hongkong unter die Räder geraten waren, konnten sich ebenfalls verbessern. Swatch stiegen 0,6 und Richemont 0,2 Prozent.

Auf der anderen Seite büssten Schindler (-0,2%) den dritten Tag hintereinander an Wert ein. Enttäuscht aufgenommene Halbjahreszahlen hatten den Titel des Liftherstellers nach unten sausen lassen.

Aufschläge sehen im breiten Markt Gurit-Aktien (+3,9%). Der Spezialkunststoffhersteller hatte nach guten Zahlen seinen Ausblick erhöht.

Gefragt waren zudem mit Implenia (+5,4%), Zur Rose (+4,4%), Komax (+4,0%) und Kuros (+4,1%) Aktien von Firmen, die kommende Woche ihre Zwischenbilanz vorlegen werden. (awp/mc/ps)

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