CH-Schluss: Leichter – Novartis belastet SMI

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Dienstag etwas leichter geschlossen – massgeblich belastet von den defensiven Schwergewichten. Nach dem Allzeithoch von letzter Woche fehlten für eine neuerliche Rekordjagd neue Impulse wie etwa wichtige Konjunkturdaten oder Firmennews. Im Hinterkopf der Börsianer schwelen immer noch zuletzt eher schwächere US-Konjunkturdaten sowie die sich weiter ausbreitende Delta-Variante des Coronavirus.

Übergeordnet sind die Blicke auf das Notenbanker-Treffen in Jackson Hole gerichtet und hier auf die Rede von US-Notenbankpräsident Jerome Powell. Diese dürfte auf Anzeichen darauf abgeklopft werden, ob und wann die Fed mit dem Beginn der Reduzierung ihrer monatlichen Anleihekäufe loslegen könnte. Angesichts der jüngsten Verschärfung der Corona-Lage gehen viele Anleger eher nicht davon aus, dass es deutlichere Signale als zuletzt für einen Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik geben wird.

Der SMI büsste am Berichtstag 0,32 Prozent auf 12’436,66 Punkte ein. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, verlor 0,16 Prozent auf 2019,20 und der breite SPI 0,27 Prozent auf 15’945,38 Zähler. Gewinner und Verlierer hielten sich bei den SLI-Werten in etwa die Waage.

Als grösster Klotz am Bein erwiesen sich die Papiere von Novartis, die um 1,7 Prozent nach unten geschickt wurden. Der Grossteil der SMI-Verluste stammte damit von Novartis. Der Pharmakonzern hatte mit einer Studie zum Medikament Kymriah bei einer bestimmten Form von Lymphdrüsenkrebs einen Rückschlag erlitten. Laut Analysten sinkt nun das Umsatzpotenzial des Mittels deutlich.

Mit Sonova (-2,0%) und Straumann (-0,9%) erlitten weitere Gesundheitswerte deutliche Einbussen; verkauft werden auch andere defensive Papiere wie Swisscom (-1,6%), Roche (-0,5%), Givaudan (-0,7%) und Nestlé (-0,2%). Die Papiere des Augenheilkonzerns Alcon (+0,4%) erhielten dagegen Rückenwind von verschiedenen Kurszielerhöhungen, darunter der renommierten US-Bank Goldman Sachs.

Gesucht waren am Berichtstag zyklische Papiere wie Richemont (+0,8%), die sich weiter vom zweistelligen Kurseinbruch der Vorwoche erholten. Ins Depot geholt wurden auch Aktien wie Clariant (+0,6%) und Holcim (+0,5%) sowie die Versicherer Swiss Life und Swiss Re (je +0,5%). Auch Credit Suisse (+1,0%) wurden gekauft.

Angeführt wurde das Gewinnerfeld bei den Blue Chips von den Technologiewerten von AMS (+2,8%). Lauf Händlern gingen für den Sensorhersteller Impulse von einem Internetblog aus, wonach der Unterhaltungselektronikriese Samsung mit einer Übernahme des Rivalen NXP Semiconductor liebäugle.

Am breiten Markt richtete sich der Fokus auf Unternehmen, die Resultate vorgelegt haben. Applaus erhielten Vetropack (+3,9%), Von Roll (+0,8%), die LLB (+0,4%) und Arbonia (+0,2%). Gut kamen auch die Zahlen des Flughafens Zürich an (+1,1%), weniger gut jene des Schraubenhändlers Bossard (-6,5%).

Gewinne verbuchten ausserdem Landis+Gyr (+1,4%) nach einem Grossauftrag in den USA.

Etwas erholt zeigen sich mit Cembra Money Bank (+3,6%) und U-blox (+2,4%) zudem zwei Titel, die zuletzt eingebrochen waren. In beiden Fällen sind die aktuellen Gewinne allerdings nicht viel mehr als ein Tropfen auf den heissen Stein.

Ausserdem wird ein weiterer Börsengang an der SIX konkreter. Jener von Skan soll im vierten Quartal 2021 stattfinden, wie die Besitzerin BV Holding am Morgen mitteilte. Bisher war vom zweiten Halbjahr 2021 die Rede. (awp/mc/ps)

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