CH-Schluss: Leitindex SMI markiert neues Rekordhoch

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat sich der Rekordjagd an zahlreichen Börsen angeschlossen und so hat der Leitindex SMI am Dienstag in einem insgesamt eher verhaltenen Handel zwischenzeitlich ein neues Allzeithoch erreicht. Damit übertraf der Index seine bisherige Höchstmarke vom August. Im Handel wurde von einem Jahresendrally an den Aktienmärkten gesprochen.

Treiber der weiterhin hohen Kursniveaus sind laut Händlern noch immer vor allem die grossenteils guten Unternehmenszahlen aus der Quartalssaison. Dagegen seien die Sorgen um Zinserhöhungen durch die Zentralbanken aber auch um steigende Corona-Zahlen eher in den Hintergrund getreten. Angesichts der zahlreichen Risiken könnten diese allerdings noch immer zu einem unruhigen Handel zum Jahresende führen, meinte ein Händler.

Der SMI schloss um 0,32 Prozent höher bei 12’557,34 Punkten, nachdem er im späten Handel sein neues Rekordhoch von 12’574 Punkten erreicht hatte. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, legte 0,17 Prozent auf 2038,15 Punkte zu und der breite SPI gewann ebenfalls 0,17 Prozent auf 16’163,29 Zähler. Von den 30 SLI-Titel schlossen 20 im Plus, neun im Minus und einer (Zurich) unverändert.

Die deutlichsten Kursgewinne bei den Bluechips gab es für die Aktien des Uhrenkonzerns Swatch (+2,2%). Etwas weniger klar fielen die Gewinne bei den Titeln des Konkurrenten Richemont (+0,6%) aus, die allerdings Ende vergangener Woche nach dem Zwischenabschluss des Luxusgüterkonzerns bereits massiv zugelegt hatten.

Ebenfalls fester schlossen weitere typische Zykliker wie ABB (+1,3%), SGS (+0,9%), Schindler (+0,6%) oder Holcim (+0,5%). Im Plus gingen auch die Titel des Duftstoffherstellers Givaudan (+0,3%) aus dem Handel, der am Vorabend eine kleinere Akquisition in den USA angekündigt hatte.

Gestützt wurde der Gesamtmarkt zudem von Kursgewinnen der Schwergewichte Novartis und Nestlé (beide +0,4%). Knapp im Plus schlossen die Titel des zweiten Pharma-Schwergewichts Roche (+0,04%) ebenso wie die defensiven Aktien des Telekomkonzerns Swisscom (+0,2%).

Bei den Finanzwerten legten die Versicherungsaktien Swiss Life (+0,5%) zu, während Swiss Re (+0,02%) und Zurich (unv.) an Ort und Stelle traten. Am Vorabend hatten in den USA die längerfristigen Renditen der Staatsanleihen deutlich angezogen, was für die Finanzbranche tendenziell positiv ist.

Die Bankentitel zeigten sich ebenfalls uneinheitlich: Während UBS (+0,7%) zulegten, gingen Credit Suisse (-0,6%) einmal mehr mit Abgaben aus dem Handel. Die Analysten der US-Investmentbank JPMorgan senkten ihr Rating für die CS-Papiere auf «Underweight» von «Neutral». Der zuständige Analyst zeigte sich enttäuscht von der strategischen Neuausrichtung: Er hatte sich nicht zuletzt eine radikalere Schrumpfung des Investment-Bankings erhofft.

Zu den weiteren Verlierern gehörten die Aktien des Hörgeräteherstellers Sonova (-1,2%). Die Papiere hatten bereits am Vortag nach der Vorlage der Halbjahreszahlen unter Gewinnmitnahmen gelitten. Abgaben gab es aber auch bei den in diesem Jahr sehr gut gelaufenen Straumann (-1,9%) und Geberit (-2,1%). Die deutsche DZ Bank bekräftigte ihr «Verkaufen»-Rating für Geberit – die Qualitäten des Unternehmens seien im Börsenkurs ausreichend reflektiert, hiess es zur Begründung.

Am breiten Markt brachen die Molecular Partners-Aktien (-33,4%) ein, nachdem das Biotechunternehmen in einer ersten zulassungsrelevanten Studie mit seinem Corona-Kandidaten die gesteckten Ziele nicht erreicht hatte. Molecular war für das Medikament eine Partnerschaft mit Novartis eingegangen, wobei die Aktionäre auf Meilenstein-Zahlungen gehofft hatten.

Orascom (+0,5%) konnten dagegen nach Zahlen leicht zulegen. Die Gesellschaft des ägyptischen Investors Samih Sawiris vermeldete für das dritte Quartal eine anhaltend hohe Nachfrage nach Immobilien und eine Belebung des Hotelgeschäfts. Zumindest vor Abzug der Minderheiten glückte auch die Rückkehr in die Gewinnzone. Damit konnte die Gesellschaft auch die Erwartungen von Analysten übertreffen. (awp/mc/ps)

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