CH-Schluss: SMI schliesst erstmals über 11’000 Punkten

Boerse

Zürich – Die Schweizer Börse hat am Donnerstag zugelegt. Dabei schloss der Leitindex SMI erstmals über der Marke von 11’000 Punkten. Bei 11’061,18 Zählern markierte der SMI zudem ein neues Rekordhoch. Die Hoffnung auf die baldige Eindämmung des Coronavirus, positive Daten aus den USA und Entspannungssignale von China an die USA im Zollstreit sorgten laut Händlern für eine gute Stimmung.

Schon am Vortag hatten News zur möglichen Eindämmung des Coronavirus Euphorie an den Börsen ausgelöst. Dass die WHO am Mittwoch die Hoffnungen auf unmittelbar bevorstehende Durchbrüche bei einem Impfstoff oder einer Therapie gedämpft hatte, konnte der guten Stimmung keinen Abbruch tun. Positiv stimmte die Anleger auch, dass die Chinesen einige ihrer Strafzölle auf US-Waren senken wollen. Mit dem Abschluss des Impeachment-Verfahrens gegen US-Präsident Donald Trump sei eine weitere Unsicherheit ausgeräumt. Die Aussicht auf einen zweiten Sieg von Trump bei den US-Wahlen im Herbst stimme die Investoren ebenfalls zuversichtlich, hiess es weiter.

Der Leitindex SMI schloss am Donnerstag um 0,17 Prozent höher auf 11’012,36 Zählern. Der SLI, der die 30 wichtigsten Schweizer Werte umfasst, stieg 0,22 Prozent auf 1’686,15 und der breite SPI um 0,10 Prozent auf 13’297,95 Punkte. Bei den SLI-Werten schlossen 20 höher und 10 tiefer.

Die mit Abstand grössten Gewinner im SLI waren die Aktien von AMS (+5,7%). Aggressive Deckungskäufe schoben laut Händlern den Kurs massiv nach oben. Erfreuliche operative Fortschritte beim Übernahmeziel Osram Licht und ein überraschend solider Ausblick des US-Branchenprimus Qualcomm setzten die Leerverkäufer zusätzlich unter Druck, die Baissepositionen bei dem Sensorenhersteller glattzustellen, hiess es am Markt. AMS veröffentlicht kommende Woche den Jahresabschluss.

Deutlich höher gehandelt wurden Swisscom (+2,6%). Swisscom habe solide Zahlen abgeliefert, sagten Händler. Die Widerstandsfähigkeit des Tagesgeschäfts im Schlussquartal sei beeindruckend, sagte ein Analyst. Vor allem auch die Performance der italienischen Tochter Fastweb wurde am Markt mit Anerkennung gewürdigt.

Zu den Spitzenreitern gehörten auch die Grossbankentitel Credit Suisse (+1,4%) und UBS (+1,3%). Die Grossbankaktien hätten den Markt längere Zeit underperformt und vor allem bei der CS sei das Erholungspotential nach dem zuletzt schwachen Abschneiden enorm, sagte ein Händler. Die Wirren und Gerüchte um die Führungsspitze der zweitgrössten Schweizer Bank dürften aber weiterhin tendenziell belastend wirken.

Dahinter folgten mit Sonova (+0,9%), Vifor Pharma (+0,7%), Givaudan (+0,6%), Alcon (+0,6%) und Novartis (+0,5%) Aktien mit einem defensiven und wenig konjunkturabhängigen Geschäftsmodell.

Aktien zyklischer Firmen waren im Mittelfeld zu finden: Richemont (+0,4%), Logitech (+0,4%), LafargeHolcim (+0,3%) und Swatch (+0,2%) zeigten sich ebenfalls fester. Versicherungaktien stiegen um rund 0,2 Prozent.

Auf der anderen Seite büssten Temenos (-1,2%) unter den Blue Chips am meisten ein. Und Julius Bär (-1,0%) litten laut Händlern weiter unter Anschlussverkäufen nach dem am Anfang Woche vorgelegten Jahresbericht.

Bei SGS (-1,2%) sorgten Gewinnmitnahmen für tiefere Kurse. Die Anteile des Prüfkonzerns waren am Dienstag wegen einer Aktienplatzierung unter Druck geraten. Davon konnten sie sich an den Tagen danach aber wieder erholen.

Auch bei ABB (-1,1%) lasteten Gewinnmitnahmen auf dem Kurs. Der Titel hatte am Mittwoch nach der Bilanzvorlage 4,8 Prozent höher geschlossen. Partners Group (-0,5%), Adecco (-0,6% ) und Roche (-0,5%) gaben einen Teil der Vortagesanstiege wieder ab.

Im breiten Markt standen Dätwyler (-2,0%), Idorsia (-1,3%) und Molecular Partners (-5,2%) nach Zahlen unter Druck. Die Verluste bei den beiden Biotech-Werten seien mehr auf Gewinnmitnahmen und weniger auf schlechte Zahlen zurückzuführen, hiess es in Marktkreisen.

Die Aktien der Glarner Kantonalbank (+2,0%) waren nach einem Gewinnsprung in 2019 gefragt. (awp/mc/pg)

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