CH-Eröffnung: SMI knüpft an Erholung vom Vortag an
Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Dienstag ungeachtet widersprüchlicher Signale im Zusammenhang mit dem Iran-Konflikt seine Erholung vom Vortag fortgesetzt. Gleichzeitig betonen Marktteilnehmer, dass das Umfeld weiterhin sehr fragil bleibe und die Kursentwicklung stark von geopolitischen Nachrichten beeinflusst werde.
Der Ton im Irankonflikt sei inzwischen wieder etwas konzilianter geworden, sagen Marktbeobachter. So räumte die US-Regierung ein, dass sie auch dann weitere Verhandlungen mit dem Iran führen würden, wenn die Strasse von Hormus geschlossen bliebe. Die Angriffe auf militärische Ziele im Iran gingen aber unvermindert weiter und auch Saudi-Arabien, Kuwait, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate meldeten in der Nacht erneute iranische Angriffe.
Die gestiegenen Energiepreise und die Verknappung von Rohöllieferungen bleiben auch weiterhin die Hauptsorge an den Märkten. Die Nordseesorte Brent notiert aktuell bei rund 113 US-Dollar je Fass, nachdem sie am Vorabend zeitweise bis knapp 116 Dollar gestiegen war. Damit hat er seit Ausbruch des Konflikts um rund 60 Prozent zugelegt.
Daneben werden heute noch einige noch Konjunkturdaten aus den USA wie Angaben zu den Einzelhandelsumsätzen oder zum Hauspreisindex erwartet. Mit Blick auf die geopolitische Situation dürften diese Daten aber derzeit eher eine Nebenrolle spielen, heisst es am Markt. In Europa dürften am Dienstag in Verbindung mit den anziehenden Öl- und Energiepreisen die Inflationsdaten in den Mittelpunkt rücken.
Der SMI notiert gegen 9.15 Uhr 0,42 höher bei 12’722,17 Punkten. Auf 11 Gewinner kommen dabei 9 Verlierer. Der SMIM für die mittleren Werte legt 0,25 Prozent auf 2880,33 Punkte zu und der breite SPI 0,34 Prozent auf 17’733,57 Punkte.
Einmal mehr erweisen sich die defensiven Werte als Stütze des Leitindex. So legen die Pharmakonzerne Novartis (+0,8%) und Roche (+0,5%) klar zu und auch Nestlé (+0,6%) und Swisscom (+0,5%) leuchten grün auf.
Grösster Gewinner ist UBS (+1,3%), die von einem Bericht der «Financial Times» zu einem möglichen Kompromiss in der Kapitalfrage profieren. Von den Finanzwerten sind auch Swiss Re (+0,8%) Zurich (+0,4%) und Swiss Life (+1,1%) deutlich im Plus.
Dagegen werden Givaudan (-0,3%) durch eine Rückstufung von Berenberg belastet.
Im breiten Markt geben VAT (-0,3%) nach einer Zielreduktion leicht nach. Allerdings haben die Titel die anfänglichen hohen Verlusten wieder wettmachen können. Jungfraubahn (-6,6%) brechen regelrecht ein. Die Bergbahnbetreiberin von einem verhaltenen Jahresstart auf dem Jungfraujoch berichtet.
Ebenfalls im Minus sind DKSH (-3,5%), BLKB (-3,0%) und VZ Holding (-0,9%) wobei diese heute Ex-Dividende gehandelt werden.
Dagegen profitieren Sonova (+1,1%) von einer Ratingerhöhung aus dem Haus JPMorgan sowie einem Ausbau der Präsenz in Asien. Zu den grossen Gewinnern zählen auch SoftwareOne (+4,9%) nach Jahreszahlen. (awp/mc/ps)