CH-Eröffnung: SMI leicht tiefer

CH-Eröffnung: SMI leicht tiefer
(Adobe Stock)

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt ist am Dienstag mit leichten Verlusten in den Handel gestartet. Der Erholungsversuch vom Vortag wird durch erneut steigende Ölpreise ausgebremst. Die Nervosität hoch nachdem Berichten zufolge mehrere Explosionen in Dubai und Doha zu vernehmen waren. Die Signale aus den USA zur Dauer des Iran-Konflikts bleiben widersprüchlich und diplomatische Fortschritte sind derzeit nicht auszumachen.

Bei den Ölpreisen zeichnet sich weiterhin keine Entspannung ab. Aktuell kostet ein Barrel Rohöl der Nordseesorte Brent mit 103,70 Dollar rund 3,5 Prozent mehr als am Vortag. Das Hoch lag vor rund einer Woche bei knapp 120 Dollar, was der höchste Stand seit 2022 war und heftige Konjunktur- und Inflationssorgen geschürt hatte. Gestern hat der Iran laut Berichten einzelnen Tankern die Passage durch die Strasse von Hormus erlaubt, was zwischenzeitlich für Entspannung sorgte. Anhaltende Spannungen im Nahen Osten und Angriffe auf Energieinfrastruktur würden derzeit aber eher für einen weiteren Anstieg sprechen, heisst es am Markt.

Zunehmend in den Blick rücken aber auch die grossen Zentralbanken. So entscheidet die US-Notenbank Fed am Mittwoch über ihren Leitzins, am Donnerstag folgen die SNB und EZB und auch in Grossbritannien und Japan wird in dieser Woche über die Leitzinsen entschieden. «Die zentrale Frage wird im Wesentlichen lauten, wie die Zentralbanken den Öl-Schock interpretieren werden», so ein Marktbeobachter. Der «geldpolitische Status quo» erscheine aber dabei das wahrscheinlichste Szenario.

Äusserst optimistische Signale sendete gestern der Chipriese Nvidia aus. So rechnet CEO Jensen Huang mit Bestellungen im Wert von mindestens einer Billion Dollar für aktuelle KI-Chipsysteme des Konzerns bis Ende 2027. Die Aussagen verliehen den Tech-Aktien in den asiatischen Märkten Rückenwind.

Der SMI notiert um 9.15 Uhr 0,12 Prozent tiefer bei 12’867,22 Punkten. In der vergangenen Woche hat er ein Minus von 2,0 Prozent erlitten und am Montag nach einem volatilen Handelsverlauf leicht höher geschlossen. Der SMIM-Index für die mittelgrossen Werte büsst aktuell um 0,49 Prozent auf 2924,88 etwas deutlicher ein, während der breite SPI um 0,20 Prozent auf 17’902,35 Zähler nachgibt.

Das Bild von Gewinnern und Verlierern zeigt derzeit keine klaren Muster. Grösster Gewinner im SMI sind ohne Neuigkeiten Amrize (+1,1 Prozent) und Swiss Re (+0,7 Prozent). Auch die neu als Partizipationsscheine gehandelten Titel von Roche (+0,6 Prozent) erweisen sich als Stütze des Leitindex‘. Der Pharmakonzern hatte zudem angekündigt, seine KI-Infrastruktur mit neuen Hochleistungsgrafikprozessoren von Nvidia auszubauen.

Am Schluss der Tabelle liegen die Alcon-Aktien (-1,2 Prozent). Der Augenheilkonzern hat die geplante Fusion mit dem US-Medizintechnikunternehmen Lensar abgesagt. Anfang Jahr war bereits die Milliardenübernahme von US-Unternehmen Staar gescheitert. Auch Givaudan (-0,8 Prozent) geben überdurchschnittlich nach, nachdem sich verschiedene Analysten im Vorfeld der Quartalszahlen vorsichtig geäussert hatten.

Im breiten Markt stechen die Titel von Comet (+2,5 Prozent) positiv hervor. Dabei dürfte eine Kaufempfehlung der US-Bank JPMorgan beflügeln. Auch Tecan (+1,7 Prozent) können von einer Zusammenarbeit mit Nvidia profitieren. Zudem knüpfen HT5 (+20,0 Prozent) aufgrund der bevorstehenden Fusion mit Centinel an die Gewinne des Vortages an.

Zu den grössten Verlierern gehören derweil die zuletzt gut gelaufenen Titel des Reisedetailhändlers Avolta (-2,9 Prozent). (awp/mc/ps)

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