CH-Schluss: SMI wenig verändert – Defensive halten zurück

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat den Handel am Dienstag gemessen am Leitindex wenig verändert beendet. Nachdem der SMI am Morgen klar im Minus startete, erholte er sich und notierte zeitweise klar im Plus, fiel dann aber bis zum Schluss wieder ab. Bestimmendes Thema an den Finanzmärkten ist nach wie vor der Handelskonflikt zwischen den USA und China. Eine Lösung zeichnet sich derzeit nicht ab, und die wirtschaftliche Unsicherheit ist entsprechend gross.

Gleichzeitig trieben – wegen der jüngsten Eskalation im Handelsstreit – Spekulationen auf baldige Zinssenkungen der US-Notenbank die Börsen weltweit in die Höhe. Am Markt werden in diesem Jahr bereits zwei Zinssenkungen erwartet. Fed-Chef Jerome Powell sagte am Dienstagnachmittag, man beobachte die wirtschaftlichen Auswirkungen genau und werde „wie immer“ entsprechend handeln, um das Wachstum aufrechtzuerhalten. Dass sich der hiesige SMI im Vergleich schwach zeigte, lag vor allem an den defensiven Schwergewichten.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss 0,05 Prozent tiefer bei 9’597,71 Punkten. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die Schwergewichte weniger ins Gewicht fallen, stieg hingegen um 0,28 Prozent auf 1’468,98 Punkte, während der breite Swiss Performance Index (SPI) wiederum 0,27 Prozent auf 11’601,42 Zähler nachgab. Von den 30 SLI-Titeln legten 17 zu, zwölf gaben nach, und Sika gingen unverändert aus dem Handel.

Belastend für den SMI erwiesen sich am Dienstag insbesondere defensive Werte. Von den Schwergewichten schwächelten insbesondere Nestlé (-2,1%), aber auch Novartis (-0,6%) und Roche (-0,5%) tendierten klar tiefer.

Grösstenteils wurde die Verliererliste von den Gewinnern des Vortages angeführt. Dabei gaben neben Novartis und Roche insbesondere weitere Vertreter der Gesundheitsbranche nach: So büssten Sonova ganze 3,5 Prozent ein. Aktien europäischer Hörsystem-Hersteller hatten am Dienstag keinen guten Stand, nachdem Apple einige Neuerungen für seine Gesundheits-Lösungen angekündigt hatte. Im Handel hiess es zudem, dass sich angelsächsische Marktkreise allgemein aus europäischen Medizinaltechnikaktien zurückziehen würden.

Auch Lonza (-1,4%) standen zum Verkauf. Gleiches gilt für die Technologiewerte Temenos (-3,1%), nachdem Tech-Aktien an der Wall Street wie Facebook und die Titel der Google-Mutter Alphabet am Montag deutlich Federn gelassen hatten. Logitech (+0,1%) erholten sich allerdings und verzeichneten am Schluss ein kleines Plus.

Ganz oben auf der Kurstafel waren hingegen Bank-Aktien und Zykliker zu finden: So etwa Richemont (+3,6%) und Swatch (+2,8%), nachdem die Uhrenwerte in der vergangenen Woche besonders deutlich unter der steigenden Unsicherheit gelitten hatten.

Die Aktien von Julius Bär (+3,3%) gehörten nach dem Einstieg des Singapurer Staatsfonds GIC ebenfalls zu den grössten Gewinnern. Vom Einstieg des Staatsfonds gehe bei Julius Bär eine Signalwirkung aus, sagte ein Marktteilnehmer. Auch die zuletzt schwachen Aktien der Grossbanken UBS (+2,2%) und CS (+2,8%) erholten sich relativ deutlich.

Am breiten Markt fielen vor allem die Aktien vom Backwarenhersteller Aryzta auf, die um ganze 13 Prozent einbrachen. Das Unternehmen ist im dritten Quartal zwar organisch gewachsen, hat aber seine Gewinnprognose etwas gesenkt.

Das Gegenstück bildeten mit Swissquote (+3,9%), GAM (+3,7%) und EFG (+3,4%) auch in der zweiten Reihe Titel aus der Finanzbranche. (awp/mc/ps)

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